Abo
  • Services:

Touristenattraktion Bitcoin-Kiez

Ein paar Häuser vom Room 77 entfernt ist der Teeladen Kreuzberg. Dort kann auch mit Bitcoin bezahlt werden. Das sei etwas komplizierter als mit Bargeld, erzählt die Verkäuferin. Zuerst müsse der Computer hochgefahren werden. Über einen QR-Code-Scanner werde die Transaktion zwischen dem Smartphone des Käufers und dem Rechner im Teeladen überwiesen. Bis die Transaktion im Bitcoin-Blockchain bestätigt sei, könne eine Viertelstunde vergehen. Heute seien zwei Russen da gewesen, die mit Bitcoin bezahlt hätten, sagt sie.

Stellenmarkt
  1. EVIATEC Systems AG, Ludwigsburg
  2. Qimia GmbH, Köln

Meist kämen Touristen, um mit Bitcoin zu zahlen, erzählt Regina Huyer, die Inhaberin des Teeladens - oft aus Neugier, um die virtuelle Währung auszuprobieren. So ist es auch im Room 77. In Alberquerque, der Hauptstadt von New Mexiko, stehe jetzt auch ein Bitcoin-Automat, erzählen zwei Bitcoiner aus den USA. Sie waren in Berlin auf einer Bitcoin-Konferenz. Der Bitcoin-Kiez in Berlin sei einmal der größte und bekannteste weltweit gewesen, sagen sie. Inzwischen gebe es in New York viel mehr Läden, in denen mit der Kryptowährung bezahlt werden könne. Sogar Immobiliengeschäfte würden dort mit Bitcoin abgewickelt. In Austin, Texas und in Seattle im Bundesstaat Washington würden demnächst Automaten vom Lamassu-Konkurrenten Robocoin aufgestellt werden. Dort könnten Bitcoin in Fiat-Geld getauscht werden.

Händler akzeptieren Bitcoin nicht

Für Regina Huyer vom Teeladen lohnt sich das Geschäft mit Bitcoin noch nicht. Ihre Bitcoin-Einnahmen wechselt Huyer nicht in Euro ein. Sie würde sie lieber selbst als Zahlungsmittel verwenden, etwa bei ihren Teehändlern im Ausland. Dann könnte sie die teuren Überweisungsgebühren einsparen. Aber ihre Händler akzeptieren Bitcoin noch nicht. So liegt die verschwindend geringe Menge der virtuellen Währung bei ihr als totes Kapital.

Der Computerladen Farol, der zwischen dem Teeladen und dem Room 77 liegt, hat die Zahlung mit Bitcoin sogar wieder aufgegeben. Dessen Inhaber Günter Möller nimmt keine Bitcoin mehr an, auch wenn es immer wieder Interessenten gegeben habe. Mit Bitcoin mache er nur Verluste, sagte er. Mit der virtuellen Währung werde gegenwärtig zu sehr spekuliert, die Kursschwankungen seien zu stark. Sollte sich die virtuelle Währung aber wieder stabilisieren und als Transaktionswährung funktionieren, würde er sie wieder als Zahlungsmittel akzeptieren.

Infrastrukturausbau

Ihm wäre es lieber gewesen, die Spekulanten hätten Bitcoin erst viel später entdeckt, sagt auch Platzer. Die Währung habe nun einmal eine hohe Volatilität und lade etwa zu Arbitragegeschäften ein. Er freue sich, wenn Spekulanten sich bei den Kursschwankungen die Finger verbrennten und dann eine Weile wegblieben. Spekulationen ließen sich aber nicht verhindern, denn "jeder kann mit dem offenen Bitcoin-Protokoll machen, was er will. Er kann Bitcoin verkaufen, wann und wo er will." Das bringe Freiheit, aber eben auch Nachteile, die mit dieser Freiheit kämen. Doch Platzer ist überzeugt: "Die Vorteile überwiegen die Nachteile um ein Vielfaches."

Platzer will weiter an seiner Infrastruktur arbeiten. Kunden können an dem Automaten im Room 77 ihre Bitcoin noch nicht verkaufen. Es sei eine Open-Access-Plattform geplant, damit Besucher ihre Bitcoin in Fiat-Währungen umtauschen könnten, in echtes Geld. Er überlege mit anderen, wie eine möglichst einfache Verifizierung umgesetzt werden könne. Oder wie Bitcoin-Verkäufer ihre virtuelle Währung nur zu einem vorher festgelegten Preis verkaufen könnten. Auf einem Hackathon sollten sich Entwickler über die zusätzliche Infrastruktur Gedanken machen.

Wenn alles funktioniert, zahlt der Bitcoin-Automat die virtuelle Währung flink aus. Platzer freut sich über den Automaten, auch wenn noch nicht alles so läuft, wie er sich das vorstellt und der Bitcoin-Kiez nicht mehr der größte weltweit ist. "Wir als Bitcoiner sind beeindruckt, wie stabil es überhaupt läuft zu diesem Zeitpunkt."

 Virtuelle Währung im Alltag: Koofen im Kiez - mit Bitcoin
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 229,90€ + 5,99€ Versand
  2. 106,34€ + Versand

Test_The_Rest 03. Mär 2014

Im Text wird auch erwähnt, daß der Ladenbesitzer Hacker ist -.- Was hackt der denn...

gorsch 27. Feb 2014

Also erstmal hat das garnichts mit dem zu tun, was ich geschrieben habe. Die Volatilität...

pholem 27. Feb 2014

https://twitter.com/ConanOBrien/status/435273030927802368

zerocoolz 27. Feb 2014

ganz genau mein gedanke : D es ist so einfach... also wenn mich jemand fragt - "hey...

caso 26. Feb 2014

Der Geldtransfer selbst ist bereits besser als bei z.B. einer Überweisung oder Paypal...


Folgen Sie uns
       


Intel NUC8 - Test

Winzig und kraftvoll: der NUC8 alias Hades Canyon.

Intel NUC8 - Test Video aufrufen
Indiegames-Rundschau: Mutige Mäuse und tapfere Trabbis
Indiegames-Rundschau
Mutige Mäuse und tapfere Trabbis

Grafikwucht beim ganz großen Maus-Abenteuer oder lieber Simulationstiefe beim Mischen des Treibstoffs für den Trabbi? Wieder haben Fans von Indiegames die Qual der Wahl - wir stellen die interessantesten Neuheiten vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Zwischen Fake News und Mountainbiken
  2. Indiegames-Rundschau Tiefseemonster, Cyberpunks und ein Kelte
  3. Indiegames-Rundschau Krawall mit Knetmännchen und ein Mann im Fass

Grenzenloser Datenzugriff: Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet
Grenzenloser Datenzugriff
Was der Cloud-Act für EU-Bürger bedeutet

Neue Gesetze in den USA und der EU könnten den Weg für einen ungehinderten und schnellen weltweiten Datenzugriff von Ermittlungsbehörden ebnen. Datenschützer und IT-Wirtschaft sehen die Pläne jedoch sehr kritisch.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektronische Beweise EU-Kommission fordert weltweiten Zugriff auf Daten
  2. Panera Bread Café-Kette exponiert Millionen Kundendaten im Netz
  3. Soziale Netzwerke Datenschlampereien mit HIV-Status und Videodateien

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /