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Virtuelle Kraftwerke: USA planen mit 160 Gigawatt virtueller Leistung

Milliarden US-Dollar will das Land einsparen, weil smarte Geräte gemeinsam verhindern, dass Reservekraftwerke anspringen oder der Strom ausfällt.
/ Mario Petzold
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Eine große Gasturbine könnte durch viele kleine Geräte ersetzt werden. (Bild: Getty Images/Andreas Rentz)
Eine große Gasturbine könnte durch viele kleine Geräte ersetzt werden. Bild: Getty Images/Andreas Rentz

Ein Projekt des US-amerikanischen Energieministeriums(öffnet im neuen Fenster) investiert in den Aufbau virtueller Kraftwerksleistung. Laut den Berechnungen verfügen die USA derzeit über 30 bis 40 Gigawatt (GW) an steuerbarer Leistung in Form von Heimspeichern, bidirektionalen Ladesäulen oder smarten Thermostaten.

Sobald diese gemeinsam gesteuert werden, kann auf Bedarfsspitzen im Stromnetz reagiert werden. Sonst springen in solchen Situationen schnell reagierende Gasturbinen, Pumpspeicherwerke oder neuerdings auch Großbatterien ein, die dann seltener benötigt werden.

Zumal diese virtuelle Leistung bereits existiert und lediglich klug und flexibel angesprochen werden müsste. Stand jetzt würde die potenzielle Leistung knapp einhundert große Gaskraftwerke ersetzen.

Absehbarer Anstieg der virtuellen Leistung

Weil heimische Batteriespeicher, meist in Kombination mit Solaranlagen, eine eigene Wallbox mit zugehörigem Elektroauto und weitere steuerbare Verbraucher auch in den USA immer mehr Verbreitung finden, geht das US-Energieministerium davon aus, dass die virtuelle Leistung im Stromnetz bis 2030 auf 80 bis 160 GW angewachsen sein wird.

Dafür sollen nicht nur Privathaushalte, die schon jetzt für die Möglichkeit der externen Steuerbarkeit finanziell entschädigt werden, sondern auch Industriebetriebe herangezogen werden. Deren Spitzenlast müsste ebenfalls geregelt werden, vornehmlich ebenfalls über Energiespeicher und smarte Thermostate.

Weil laut der Behörde dadurch nicht nur weniger Reservekraftwerke gebaut werden müssten, sondern auch der Netzausbau preiswert würde, ließen sich pro Jahr 10 Milliarden US-Dollar einsparen. Auch deshalb laufen aktuell mehr als 20 Projekte, um virtuelle Kraftwerksleistung weiter zu erforschen, Testsysteme aufzubauen und die nötige Modernisierung des Stromnetzes, Stichwort: Smart Meter, voranzutreiben.

Puerto Rico als Testlabor

Erste Erfahrungen konnten laut einem Bericht im PV-Magazine(öffnet im neuen Fenster) auf der zu den USA gehörenden Karibikinsel Puerto Rico gesammelt werden. Lastspitzen lassen sich in dem begrenzten Stromnetz nur mit hohem Aufwand abfangen. Regelmäßig werden deshalb kontrollierte, räumlich begrenzte Abschaltungen vorgenommen.

2025 konnte ein Netzwerk aus 70.000 Heimspeichern den Ausfall eines Kraftwerks abfangen, so dass der Netzbetreiber ausreichend Zeit hatte, um Ausgleich zu schaffen. Angesichts von über 3 Millionen Einwohnern genügte hierfür eine erstaunlich geringe Anzahl an steuerbaren Geräten.

Auch in Deutschland wird immer wieder über den netzdienlichen Einsatz von privaten Akkumulatoren diskutiert. Ähnlich wie in den USA stellt die fehlende Steuerbarkeit und Datenauswertung eines der Hauptprobleme für einen effektiven Einsatz dar.


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