Geselligkeit statt Isolation

Koliseum fasziniert, weil es die haptische Erfahrung eines Tisch-Kickers mit virtuellen Effekten kombiniert. "Wir haben überlegt, wie wir VR-Spiele geselliger und auf menschlicher Ebene interaktiver machen können", sagt Kynoa-Gründer Frank Kessaratos gegenüber Golem.de. "VR ist zwar die spannendste und innovativste Sache in der Medienwelt seit vielen Jahren. Aber es hat den Nachteil, dass es Menschen isoliert, dass es sie nicht kommunizieren lässt." Bei der Suche nach einer zündenden Spielidee dachte das Gründerteam als Erstes an Tischfußball.

"Dieses Spiel ist seit hundert Jahren beliebt - und jeder weiß, wie es gespielt wird, ob er nun fünf Jahre alt ist oder 85", sagt Kessaratos. "Die Leute fangen sofort an zu spielen." Wie wenig Eingewöhnung die Teilnehmer brauchen, zeigte sich auch auf der Digility: Schon nach wenigen Sekunden ging es am Spieltisch hoch her - sämtliche VR-Tricks inklusive. Auch wenn wir unsere Mitspieler nur als Avatare sehen, funktioniert die Kommunikation hervorragend: Das VR-typische Isolationsgefühl bleibt aus.

Unter die Haube des Kickers durften wir nur kurz schauen. Fotos waren verboten, weil Kynoa den genauen Aufbau als Geschäftsgeheimnis hütet. "Die Tische bestehen im Wesentlichen aus drei Komponenten: den Headsets, dem mechanischen Teil des Tisches und den PCs", sagt Kessaratos. Als Headsets kommen Oculus-Rift-Brillen zum Einsatz, die über Kabel mit dem Tisch verbunden sind. Die Stangen des Kickers laufen auf robusten Schienen, deren Sensoren jede Bewegung hochpräzise tracken. Für die Berechnung der VR-Bilder verwendet Kynoa vier Hochleistungs-PCs, jeder ist an eine Brille angeschlossen. Ein fünfter PC dient als Spielserver.

Sämtliche elektronischen Komponenten befinden sich in einer abschließbaren Box unter dem Tisch, können also bei Bedarf leicht ausgetauscht werden - genauso wie die Kicker-Stangen. "Wir wollen jeden Tisch mit einem Ersatz-Set an Stangen liefern. Das soll die nahtlose Verwendung des Produkts gewährleisten", sagt Kessaratos. Allerdings habe es an den Prototypen noch keinerlei Verschleißerscheinungen gegeben - obwohl sie das letzte halbe Jahr auf zahlreichen Messen und Events zum Einsatz kamen.

Zielgruppe Freizeitparks

Natürlich hat die Kombination aus robustem Handwerk und VR auch ihren Preis. "Er liegt - abhängig von der Konfiguration - zwischen 25.000 und 30.000 Euro", sagt Kessaratos. "Dabei handelt es sich aber um einen Prototyp-Preis. Wir versuchen viel, die Kosten zu drücken." Als Zielgruppen nennt Kessaratos Freizeitparks, Bowling- und Arcade-Hallen. "Wir richten uns an jeden Betreiber, der Besucher fesseln will, damit sie wiederkommen, länger bleiben und mehr konsumieren." Kessaratos glaubt nicht, dass für den VR-Tisch permanent Personal abgestellt werden muss: "Man braucht keine Einführung, weil das Spiel so einfach ist. Es ist aber gut, wenn ein Mitarbeiter an der Rezeption den Spielern Tipps für die Säuberung der Brillen gibt."

Kynoa plant, das Koliseum-Angebot deutlich zu erweitern. Schon bald sollen in vielen großen Städten VR-Kicker stehen und als Basis für Online-Turniere dienen. Als E-Sport habe VR-Tischfußball großes Potenzial, sagt Kessaratos: "Wir veröffentlichen auch eine Steam-Version im Internet, damit sich die Spieler besser auf die anstehenden Turniere vorbereiten können."

Neben Tischfußball plant die Firma noch eine Reihe weiterer Spiele. "Im ersten Halbjahr 2019 werden wir einen Eishockey-Titel veröffentlichen. Der hat eine sehr ähnliche Steuerung." Die neuen Spiele sollen etwa im Halbjahresrhythmus erscheinen, ihre Entwicklung wird mit den Kundenwünschen abgestimmt. Sobald sie erscheinen, wird die Software automatisch auf die PCs geladen. "Wichtig ist, dass in den Spielen der Team-Geist erhalten bleibt, dass die Teilnehmer miteinander kommunizieren", sagt Kessaratos.

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 Virtual Reality: Tischkicker auf Steroiden
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