Abo
  • Services:

Virtual Reality: Strategien gegen Übelkeit

Nicht mehr lange, dann erscheinen die Endkundenversionen von Oculus Rift, Valve HTC Vive und Project Morpheus. Golem.de hat mit dem Wissenschaftler Ben Lewis-Evans darüber gesprochen, was Spielehersteller und Spieler im Kampf gegen die Übelkeit tun können.

Artikel veröffentlicht am ,
Ben Lewis-Evans, Player Research
Ben Lewis-Evans, Player Research (Bild: Dr. Ben Lewis-Evans)

Kinetose, oder schlicht Reisekrankheit, heißt das, was gar nicht mal so wenige Nutzer von Virtual-Reality-Hardware und -Software erleben. Anders gesagt: Ihnen wird mit VR-Brille - etwa einem Oculus Rift - auf dem Kopf schwindelig oder sogar ziemlich übel. Golem.de hat sich mit Ben Lewis-Evans von der Firma Player Research über das Phänomen unterhalten - und darüber, was Entwickler dagegen tun können. Auf der GDC Europe 2015 spricht Lewis-Evans zum Thema Designing to Minimize Simulation Sickness in VR Games.

Stellenmarkt
  1. Hauni Maschinenbau GmbH, Hamburg
  2. Controlware GmbH, München, Ingolstadt

Golem.de: Wird Ihnen selbst noch schlecht in VR-Umgebungen?

Ben Lewis-Evans: Ich arbeite jetzt seit über zehn Jahren mit solchen Systemen, und glücklicherweise bin ich selbst noch nie betroffen gewesen. Einige sehr extreme Situationen können bei mir Probleme auslösen, etwa exzessive Wellenbewegungen, aber das kommt kaum vor. Ich habe aber schon oft andere gesehen, denen schlecht wurde - das kann sehr schnell und plötzlich geschehen.

Golem.de: Was sind die Hauptgründe für Kinetose?

Lewis-Evans: In VR-Umgebungen sind oft zu hohe Latenzen ein wesentlicher Grund. Wenn eines dieser Elemente dazu führt, dass es zu Unstimmigkeiten zwischen Kopfbewegungen und dem, was wir sehen, kommt, wird uns übel. Auch eine stark wechselnde Bildrate führt sofort zu Problemen - selbst, wenn sie eigentlich sehr hoch ist. Zum Glück sind sich die Hardwarehersteller über diese Dinge im Klaren, und sie arbeiten hart an Lösungen. Etwa Oculus, mit dessen SDK die Entwickler wahlweise eine relativ niedrige Latenz - weniger als 20 Millisekunden zwischen Input und Output - und eine stabile und schnelle Bildrate verwenden können.

Golem.de: Welche Dinge gibt es beim eigentlichen Design der Anwendungen zu beachten?

Lewis-Evans: Es gibt eine Reihe von problematischen Bewegungen. Wir Menschen sind im echten Leben kein "Strafing" gewohnt, also das Gleiten zur Seite. Auch rückwärtsgehen kommt eher selten im Alltag vor. In Shootern ist Strafing dagegen ziemlich normal - wir müssen aufpassen, dass dieses Element nicht einfach in ein VR-Spiel übertragen wird. Ähnliches gilt für Wellenbewegungen, Treppen oder auch für die Ragdolleffekte, wenn man etwa einen Treffer in einem Spiel kassiert. Auch die Bewegungsgeschwindigkeit spielt eine Rolle - je höher, desto problematischer wird es.

Golem.de: Was können Spieler tun, um Übelkeit zu vermeiden?

Lewis-Evans: Zumindest anfangs sollten sie immer nur kurze Zeit spielen. Die Bewegungskrankheit baut sich bei vielen mit der Zeit ab. Man sollte da entspannt herangehen und nichts erzwingen wollen. Wenn man anfängt, sich ein bisschen merkwürdig zu fühlen, sollte man vielleicht einen Tag Pause einlegen. Übrigens sollten die Entwickler ihre Spiele so gestalten, dass man sie auch in kurzen Sessions spielen kann.

Wenn einem Spieler dann doch mal übel ist, sollte er sich auf einen festen Gegenstand am Horizont konzentrieren. Außerdem hilft frische Luft. Und wem ganz übel ist, der sollte sich ein Weilchen hinlegen.

Golem.de: Wird es irgendwann Hardware oder Software geben, mit denen niemandem mehr übel werden kann?

Lewis-Evans: Nein, das glaube ich nicht. Einigen Menschen wird im echten Leben übel, anderen eben in VR-Umgebungen. Wenn man etwas simuliert, wobei einem im echten Leben nicht gut ist, dann wird das in der virtuellen Realität eben auch so sein. Aber es gibt eine ganze Menge, was Entwickler gegen diese Art von Problem tun können.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 399€
  2. 59,79€ inkl. Rabatt
  3. 119,90€
  4. (u. a. RT-AC5300 + Black Ops 4 für 255,20€ + Versand)

GainPain 03. Jul 2016

Schade, dass dein Konto deaktiviert ist, so wirst du das hier wahrscheinlich nicht mehr...

TheBigLou13 04. Aug 2015

Das Rendering sollte nicht auf der selben Maschine wie die Logik geschehen. Bestenfalls...

c80 04. Aug 2015

Stimmt schon, hier in diesem Fall ist es aber so. Es geht ja in beiden Fällen um...

DiDiDo 04. Aug 2015

Nach mehren Sitzungen die auch ein paar Stunden dauerten muss ich sagen das die Übelkeit...

Dwalinn 04. Aug 2015

Es gibt auch Menschen den wird beim Autofahren schlecht oder einfach nur so.... bei bis...


Folgen Sie uns
       


Two Point Hospital - Golem.de live

Dr. Dr. Golem meldet sich zum Dienst und muss im Livestream unfassbar viele depressive Clowns heilen, nein - nicht die im Chat.

Two Point Hospital - Golem.de live Video aufrufen
iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple iOS 12.1 verrät neues iPad Pro
  2. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Elektroroller-Verleih Coup: Zum Laden in den Keller gehen
Elektroroller-Verleih Coup
Zum Laden in den Keller gehen

Wie hält man eine Flotte mit 1.000 elektrischen Rollern am Laufen? Die Bosch-Tochter Coup hat in Berlin einen Blick hinter die Kulissen der Sharing-Wirtschaft gewährt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neue Technik Bosch verkündet Durchbruch für saubereren Diesel
  2. Halbleiterwerk Bosch beginnt Bau neuer 300-mm-Fab in Dresden
  3. Zu hohe Investionen Bosch baut keine eigenen Batteriezellen

    •  /