Virtual Reality: Oculus stellt Verkauf von Headsets in Deutschland ein

Das zu Facebook gehörende Unternehmen Oculus verkauft seine Virtual-Reality-Headsets wie das Rift S und das Quest nicht mehr in Deutschland. Grund: "Gespräche mit deutschen Regulierungsbehörden" . Weitere Angaben macht Oculus nicht.
Wer schon ein VR-Headset von Oculus besitzt, soll es ohne Einschränkungen weiterverwenden können. Auch mit Geräten, die schon an den Handel ausgeliefert sind, soll es keine Probleme geben.
Allerdings will Oculus vorerst keine neuen Headsets mehr an den Handel schicken. Bei Importgeräten aus dem Ausland könne es Funktionseinschränkungen geben - genauer wird Oculus nicht. Das Geschäftskundenprogramm Oculus for Business ist von dem Verkaufsstopp nicht betroffen.
Möglicherweise geht es bei dem Verkaufsstopp um Facebook. Der Verdacht: Mitte August 2020 hatte Oculus bekanntgegeben , dass Virtual-Reality-Neukunden ab Oktober 2020 für die Verwendung der Headsets ein Facebook-Konto benötigen. Bislang hat ein davon unabhängiger Account bei Oculus ausgereicht. Bestandskunden müssen ab Ende 2022 ebenfalls Facebook verwenden.
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Es könnte sein, dass etwa die Datenschutzbeauftragten mit dieser Änderung und mit dem damit verbundenen Austausch von Daten zwischen Oculus und Facebook nicht einverstanden sind. Allerdings hat Heise.de eine Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) des Bundeskartellamts erhalten, der zufolge es zumindest dort keine Gespräche mit den Firmen gegeben habe.
Auch der für Facebook zuständige Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit schreibt, in der Sache noch nicht aktiv geworden zu sein - die Angelegenheit nun aber an die europäische Aufsichtsbehörde weiterleiten zu wollen.
Bei vielen Nutzern von Headsets wie dem Quest hatte die zwangsweise Vorgabe eines Facebook-Kontos für Empörung gesorgt. Facebook hatte bei der Übernahme von Oculus im Jahr 2014 gesagt, dass genau eine solche Verknüpfung inklusive des Austauschs von Daten nicht passieren werde.



