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Virtual Reality: Oculus-Mitgründer Palmer Luckey verlässt sein Unternehmen

Vom Bastler zum exzentrischen Jungmillionär: Palmer Luckey hat die junge Virtual-Reality-Branche geprägt und Oculus VR gegründet. Nun verlässt er das Unternehmen mit unbekanntem Ziel.
/ Peter Steinlechner , dpa
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Palmer Luckey kann sich jetzt dem Aufbau seiner Hawaiihemdensammlung widmen. (Bild: Bryan Steffy/Getty Images for Dell)
Palmer Luckey kann sich jetzt dem Aufbau seiner Hawaiihemdensammlung widmen. Bild: Bryan Steffy/Getty Images for Dell

Der Mitgründer des VR-Spezialisten Oculus, Palmer Luckey, der als eine treibende Kraft des aktuellen Trends zur virtuellen Realität galt, arbeitet nicht mehr für Facebook und damit auch nicht mehr für Oculus VR. Facebook bestätigte am späten Donnerstag den Abgang des 24-Jährigen unter anderem der Website UploadVR(öffnet im neuen Fenster) , ohne Gründe zu nennen. Auch Luckey hat sich nicht öffentlich zu seinen Plänen geäußert. Einen neuen Job braucht der Multimillionär wohl nicht unbedingt.

Palmer Luckey - Interview (Gamescom 2015)
Palmer Luckey - Interview (Gamescom 2015) (08:51)

Palmer wurde in den vergangenen Jahren als das Wunderkind der Branche gepriesen, weil er schon als Teenager eigene VR-Brillen aus alten Teilen zusammengebaut haben soll. Facebook kaufte vor drei Jahren Oculus für rund zwei Milliarden US-Dollar und brachte die von Luckey bereits 2012 angekündigte VR-Brille Oculus Rift zur Serienreife.

Zuletzt bekam das Ansehen des Jungstars Risse. Die Spielefirma Zenimax warf Oculus und führenden Mitarbeitern Technologiediebstahl vor und stellte dabei auch die Legende vom Bastler Luckey infrage. Zenimax wollte mehrere Milliarden, Geschworene sprachen der Firma immerhin noch rund 500 Millionen US-Dollar für verletzte Vertraulichkeitsvereinbarungen zu, mit einem Anteil von 50 Millionen US-Dollar für Luckey.

Zudem mussten sich Oculus und Facebook im vergangenen Herbst um Schadensbegrenzung bemühen, nachdem Luckeys heimliche Unterstützung des Lagers von Donald Trump im US-Wahlkampf für Spannungen mit Spieleentwicklern sorgte. Luckey hatte mit 10.000 Dollar die Organisation Nimble America unterstützt, die eine - ziemlich alberne - Plakatkampagne gegen Trumps Rivalin Hillary Clinton organisierte.

Protest aus Entwicklerkreisen

Mehrere Entwicklerstudios hatten deswegen angekündigt, keine Spiele mehr für Oculus zu entwickeln. "Es tut mir sehr leid, dass mein Vorgehen negative Folgen für die Wahrnehmung von Oculus und dessen Partner hat" , schrieb Luckey damals. Bereits zuvor hatte er mit einem unfreiwillig komischen, inzwischen berühmten Foto für das Titelblatt des Magazins Time für sehr viel Spott in der Community gesorgt.

Oculus holte sich vor kurzem den ehemaligen Google-Manager Hugo Barra, der zuletzt die internationale Expansion beim chinesischen Smartphone-Überflieger Xiaomi leitete, als neuen Topmanager. Die konkrete Rolle von Luckey bei der Firma war bereits seit einiger Zeit unklar.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg räumte bei der Aussage im Zenimax-Verfahren ein, dass die VR-Technologie noch weitere hohe Investitionen erfordere. Auch das Oculus Rift blieb - angesichts des hohen Preises und der Anforderungen an die Rechenleistung - bisher genauso wie die Konkurrenzbrille HTC Vive eher ein Nischengerät.


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