Der virtuelle Raum wird größer

Die Eingabe mit Füßen funktioniert also überraschend gut, hat aber noch beschränkte Einsatzgebiete. Neue Bewegungscontroller mit Haptik und Präzision stehen dagegen vor einem Kommunikationsproblem und brauchen Killer-Apps. Einige Ideen sind noch ambitionierter - wie die von Hannes Kaufmann, Associate Professor an der TU Wien. Er forscht nicht nur zu VR-Themen, sondern hat auch eigene Projekte angestoßen. Aktuell entwickelt er das verheißungsvolle "Holo-Deck 1.0". Dafür ist allerdings keine Kickstarter-Kampagne in Sicht.

Stellenmarkt
  1. Business Analyst / Prozessmanager (m/w/d) Finanzen
    VPV Versicherungen, Stuttgart
  2. R&D IS Manager (m/w/d)
    Valeo Schalter und Sensoren, Bietigheim-Bissingen
Detailsuche

Schon die schiere Platzerfordernis bremst das Potential für Heimanwendungen. Kaufmanns Holodeck ist in einer ersten Demonstration ein 9 x 9 Meter großes Areal, in dem sich Nutzer mit einer kabellos verbundenen Version des Oculus Rift frei bewegen, während sie von mehreren Kameras erfasst werden. Die große Innovation des Holodecks ist der "flexible Space" - mit einem Trick wird die menschliche Wahrnehmung überlistet.

Verlässt der Teilnehmer einen Raum in der VR-Umgebung, wird er durch einen verwinkelten Flur in einen neuen geleitet. Die Räume überschneiden sich in ihrem Grundriss massiv - weil die Flure dazwischen so verwinkelt sind, fällt das dem Menschen aber nicht auf. So kann der wahrgenommene Platz deutlich vergrößert werden. "Aber trotzdem braucht man realen Platz", stellt Kaufmann klar. Weiterentwickeln will er sein Holodeck mit einem Multiuser-Setup. Eine Studentin hat zudem einen virtuellen Lift entwickelt. "Man steigt auf eine Plattform, spürt Vibrationen und hat das Gefühl, man fährt einen Stock höher."

Auch er sieht Gaming als Türöffner für die neuen VR-Technologien. Aber sein Holodeck ist nur eine Ideallösung für große, speziell eingerichtete Räume. "Sie kennen diese Paintball-Hallen. Genau dasselbe kann man auch mit Flexible Spaces machen." Neben Gaming sieht er virtuelle Museen und therapeutische Anwendungen als aussichtsreiche Anwendungsmöglichkeiten. In der Vergangenheit hat er VR als Hilfsmittel im Mathe- und Geometrieunterricht erfolgreich eingesetzt.

Golem Akademie
  1. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    9–13. Mai 2022, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Kaufmann glaubt an das Potential der Technologie. Aber in der Beurteilung ihrer Zukunft ist er erfrischend offen. Auch im Oculus Rift sind ihm Latenzzeiten noch zu groß - die merkliche Verzögerung führe schnell zur Übelkeit, zur sogenannten Cyber Sickness. Es gebe einen Lerneffekt beim Tragen von VR-Brillen, aber wie schnell sich die Übelkeit reduziere, dazu gebe es in Studien bisher "keinerlei schlüssige Resultate".

Das könnte eine Hürde auf dem Weg zum Massenmarkt bleiben. "Ich glaube nicht, dass wir nächstes Jahr so weit sind, dass wir zwei Stunden mit HMD spielen können", stellt er lapidar fest. Aber die aktuellen Chancen für VR bewertet auch Kaufmann als besser denn je: "Wir können jetzt alles, was sich der Kunde so wünscht, rendern. Grafikkarten sind da, wo sie sein sollen, die Rechenleistung ist da, wo man sie braucht. Auch bei den Displays gibt es jetzt eine große Entwicklung durch Smartphones und Tablets."

Baustellen sieht Kaufmann noch im Feld der Controller. Das PrioVR-System will er zwar in sein Holodeck integrieren und damit den Körper erfassen. Aber für die Hände ist es ihm nicht präzise genug. In seinem Holodeck will er sie mit gesonderten 3D-Kameras an den HMDs erfassen. Das sind schlechte Nachrichten für Kunden, die auf den alles umspannenden, standardisierten Controller für freie Räume warten.

Die Frage der natürlichen Bewegung ist wichtig für Kaufmann. Brillen allein reichen nicht aus, wie er glaubt. Auch im Sitzen hat man zwar ein "schönes immersives Gefühl", aber "durch die Steuerung mit einer Maus, einem Controller ist die Bewegung nicht natürlich. Durch diese entkoppelte Steuerung wird einem auch schneller schlecht". Freies Gehen ist natürlicher, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich: "Wenn ich eine halbe Stunde herumlaufe, ist das Sport." Vielleicht erleben wir die Spiele der Zukunft also wirklich zu Fuß - und man wird Gamer eines Tages an ihren trainierten Waden erkennen.

Eines wird aus den Gesprächen klar: 2014 ist nicht das Jahr der Virtual Reality, und auch in den folgenden Jahren muss sich noch beweisen, wie weit der aktuelle Hype trägt. Statt konkreter Produkte sind vor allem interessante Prototypen in Sicht. Dass der VR-Gerätepark noch nicht zu einer attraktiven All-in-One-Lösung verschmolzen ist, muss allerdings kein Makel sein - denn vielleicht fallen schon früher neue Controller ab, die man auch ohne HMD gern in die Hand nimmt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Controller im Aufbau
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6


Hotohori 10. Mär 2014

Oculus Rift kann quasi jeder nutzen, denke die einzige Einschränkung ist wenn man es...

Hotohori 10. Mär 2014

Sehe ich genauso, auf die Art wie im Artikel beschrieben kann ich mir einfach nicht...

Hotohori 10. Mär 2014

Das Problem ist nur... diese Technik funktioniert in dem die Signale im Gehirn selbst...

nick127 10. Mär 2014

War das Klack, Gamesworld oder X-Base?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Musterfeststellungsklage
Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
Artikel
  1. Open Source: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden
    Open Source
    "Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden"

    Die E-Mail eines großen Konzerns an den Entwickler von Curl zeigt wohl eher aus Versehen, wie problematisch das Verhältnis vieler Firmen zu Open-Source-Software ist.

  2. Raumfahrt: US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten
    Raumfahrt
    US-Weltraumstreitkräfte starten zwei Spionagesatelliten

    Was können denn andere Satelliten im geostationären Orbit? Fliegen wir hin und schauen nach.

  3. Elektro-Pick-up: Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt
    Elektro-Pick-up
    Neuer Tesla-Cybertruck-Prototyp gefilmt

    In einem Video wird ein neuer Cybertruck-Prototyp von Tesla im Detail gezeigt. Es stammt vermutlich aus der Gigafactory in Texas.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • RX 6900XT 16 GB für 1.495€ • Acer Curved Gaming-Monitor 27" 259€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • Corsair 16GB DDR4-4000 111,21€ • 10% auf Gaming bei Ebay (u. a. Gigabyte 34" Curved UWQHD 144Hz 429,30€) • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /