Virtual Reality: Die besten Spiele für die Meta Quest 2

Passend zum Weihnachtsgeschäft hat Meta sein erschwingliches VR-Headset Quest 2 endlich auch in Deutschland auf den Markt gebracht - und so wahrscheinlich auch unter so manchen Weihnachtsbaum.
Denn auch wenn der Facebook-Konzern schon bessere Zeiten gesehen hat (zuletzt zahlte er 725 Millionen Euro Strafe und entließ mehr als 10.000 Angestellte ) - in seiner VR-Abteilung Reality Labs entsteht dank Milliarden-Investitionen gute Hardware.
Meta hat uns zum Verkaufsstart in Deutschland eines der mittlerweile zwei Jahre alten Headsets zugeschickt, das wir über die vergangenen Wochen ausgiebig getestet haben. Deshalb können wir jetzt die Spiele empfehlen, mit denen das neue VR-Headset am besten eingeweiht werden kann - und es ist für jeden Geschmack was dabei. Die Spiele sind jedenfalls interessanter als die noch immer nicht aus Deutschland nutzbare Metaverse-App Horizon Worlds.
Eleven Table Tennis ist das beste Sportspiel seit Wii Sports
An die glorreichen Tage von Sportspielen auf der Nintendo Wii erinnert Eleven Table Tennis. Damals wie heute ist ein simples Sportspiel perfekt geeignet, um zu zeigen, warum eine neue Art zu spielen so viel Spaß machen kann. Dabei bietet Eleven Table Tennis wenig mehr als eine einfache Tischtennis-Simulation, bei der der Motion-Controller zum Ping-Pong-Schläger wird.
Partien gegen die KI sind dabei eher freundliches Training als ernstzunehmende Spiele. Besonders spannende Ballwechsel ergeben sich mit dem künstlichen Sparring-Partner nicht, ein paar Trainingsmodi mit Ballmaschinen und Minispiele wie Bier-Pong sollen weiter für Abwechslung sorgen, das ist aber ebenso erfolglos wie unnötig. Denn wie schon damals auf dem Schulhof macht Tischtennis mit Freunden immer am meisten Spaß.
Richtig zur Sache geht's nämlich im Online-Multiplayer mit Freunden oder gegen andere Quest-Nutzer. Begegnet man online einem VR-Profi, der die feineren Techniken wie Schmetterschläge und angeschnittene Bälle beherrscht, geht es halt zurück zur Übungsrunde mit der KI. Aber Achtung: Es ist zu empfehlen, vor dem Start einen etwas größeren Spielbereich festzulegen. Sonst endet der reflexhafte Ausfallschritt zur Seite nicht mit einer eleganten Rückhand, sondern klirrend im Geschirrschrank.
Eleven Table Tennis kostet im Oculus-Store 19,99 Euro(öffnet im neuen Fenster) .
Eine eigene Spielhalle in Arcade Legends
VR-Headsets sind mit Displays, Kameras und Sensoren echte High-Tech-Geräte. Deshalb hat es etwas Ironisches, dass Spieler in Arcade Legends eine Retro-Spielhölle eröffnen. Es ist wie die Story von Disneys Science-Fiction-Klassiker Tron - nur umgekehrt. In Arcade Legends startet man seine eigene Arcade in einer anfangs noch leeren Lagerhalle und muss sie dann mit Leben - und Spielautomaten - füllen.
Statt klassischer Videospiele gibt es zahlreiche Minispiele wie Basketball-Korb-Werfen oder andere Geschicklichkeitsspiele. Sie sind simpel, aber unterhaltsam. (Ein Update verspricht bald auch Bowlingbahnen.) Um neue Automaten zu kaufen, müssen Quests erledigt und Kunden mit einer ansprechenden Deko angelockt werden. So bekommt die VR-Minispielesammlung einen persönlichen Anstrich.
Dieser Management-Aspekt ist momentan - wie die Spiele - noch nicht gut ausgebaut, die Entwickler des im Dezember 2022 erschienenen Spiels versprechen auch hier Erweiterungen. Richtig interessant wird es, wenn man die Arcades von Freunden über das Internet besucht oder in die eigene einlädt und gegeneinander an den Automaten zockt.
Arcade Legends gibt es für 24,99 Euro in Metas Quest Store(öffnet im neuen Fenster) .
Tentacular ist ein Comedy-Adventure für jedes Alter
Slapstick-Comedy für die ganze Familie bietet Tentacular. In dem cartoonhaften Spiel steuern Spieler ein freundlich gesinntes, aber etwas ungeschicktes Tentakel-Monster, das in einer Insel-Stadt lebt. Die Motion-Controller steuern keine Hände, sondern zwei überlange und schwer zu kontrollierende Tentakel, mit denen sich Gegenstände greifen und werfen lassen.
Ziel des Spiels ist nicht, die Stadt wie Godzilla zu zerstören. Vielmehr besteht die erste Aufgabe darin, einen geeigneten Job zu finden, um sich nützlich zu machen. Mal müssen schwere Container gezielt herumgeworfen, mal der giftige Müll aus der Bucht beseitigt werden.
Die kleine Inselwelt mit vielen niedlichen Details lenkt von diesen Aufgaben fast ab, denn es gibt fast so viele Details zu entdecken wie im Miniatur-Wunderland . Ganz nebenbei erzählt das Spiel, das im Berliner Indie-Gemeinschaftsbüro Saftladen entstanden ist(öffnet im neuen Fenster) , auch noch eine nette Geschichte von der gefundenen Familie des Tentakelmonsters.
Tentacular gibt es Quest(öffnet im neuen Fenster) und auf Steam(öffnet im neuen Fenster) für 24,99 Euro.
Das vielleicht einzige lokale Koop-Spiel für VR - und mehr
VR-Spiele sind offline eher eine einsame Erfahrung. Wie soll man auch mit anderen im selben Raum zusammen spielen, wenn einer der Beteiligten einen Plastikkasten auf dem Gesicht hat? Die Entwickler von Keep Talking and Nobody Explodes haben eine genial einfache Lösung gefunden. Das VR-Headset wird dabei für einen Spieler zur Tür in einen anderen Raum.
Man kennt die Szene aus Actionfilmen: Dem Geheimagenten bleiben nur noch zwei Minuten, um die tickende Bombe zu entschärfen. Aber woher soll er wissen, ob der rote oder der blaue Draht der richtige ist?
Das weiß der Mitspieler außerhalb des VR-Headsets. Denn als Sprengstoffspezialist verfügt er über die Anleitung zum Entschärfen der Bombe, entweder als PDF oder selbst ausgedrucktes Handbuch. Der VR-Spieler muss die Mechanismen der Bombe beschreiben, der Spieler in der Realität unter Zeitdruck die richtigen Schritte nachschlagen.
Keep Talking and Nobody Explodes ist hier eine clevere Mischung aus virtueller und greifbarer Realität gelungen. Sie machen das Problem des gemeinsamen VR-Zockens - nämlich, dass sich die Mitspieler durch das Headset nicht sehen können - zu einem einzigartigen Feature.
Quest-VR-(öffnet im neuen Fenster) , PS-VR-(öffnet im neuen Fenster) und Steam-VR-Nutzer(öffnet im neuen Fenster) zahlen für Keep Talking and Nobody Explodes je 14,99 Euro. Das PDF der Anleitung ist kostenlos(öffnet im neuen Fenster) .
In Arizona Sunshine im Online-Koop Zombies jagen
Keine Spielekonsole ist vollständig ohne mindestens einen Zombie-Shooter im Portfolio. Zu den VR-Klassikern dieses Genres gehört mittlerweile Arizona Sunshine. Man merkt dem nicht sehr ansehnlichen Spiel zwar an, dass es bereits 2016 für den PC(öffnet im neuen Fenster) erschienen ist. Der Story der Kampagne könnte sogar ein Untoter folgen und besonders in der deutschen Synchronisation erinnern die Sprüche des Protagonisten an ein B-Movie. Sobald aber die halbverwesten Zombies auftauchen, ist das recht egal.
Denn mit ein oder zwei Schusswaffen in den Händen werden die Zombies zu Zielscheiben einer äußerst unterhaltsamen Schießbude. Und zu Schießen gibt es trotz gelegentlicher Puzzle-Einlagen viel, wenn die Gegnerhorden angestürmt kommen. Noch mehr Spaß als alleine macht das im kooperativen Online-Multiplayer gemeinsam mit einem Freund.
Arizona Sunshine ist für 39,99 Euro auf Metas Quest(öffnet im neuen Fenster) und für 29,99 Euro bei Steam(öffnet im neuen Fenster) verfügbar. Cross-Plattform-Multiplayer gibt es leider nicht.
Höhenangst austesten mit The Climb 2
Die eigenen Grenzen austesten kann man in Cryteks The Climb 2. 2015 erschien bereits der erste Teil der Klettersimulation und auch der zweite lädt ohne echte Sturzgefahr zum Überwinden der Höhenangst ein. In fünf verschiedenen Umgebungen versuchen sich Spieler daran, per Freeclimbing den Gipfel zu erreichen.
Das reicht von der Spitze eines Bergs in den Alpen bis zur Fassade eines Hochhauses. Mit den virtuellen Händen greifen Spieler nach Vorsprüngen und hangeln sich so Stück für Stück zum nächsten Checkpoint vor. Viel Bewegungsraum braucht man dafür nicht, der Aufstieg lässt sich im Stehen spielen. Dafür ist die Aussicht von oben umso schöner.
The Climb 2 kostet auf dem Meta Quest(öffnet im neuen Fenster) 19,99 Euro, für andere Plattformen ist der Exklusivtitel nicht verfügbar.
Thumper ist ein etwas anderes Rhythmusspiel
Das fantastische Laserschwert-Tanzspiel Beat Saber muss hier nicht weiter vorgestellt werden, denn jeder Käufer eines Quest 2 bekam es bis Ende 2022 kostenlos dazu. Ein anderes Rhythmusspiel der besonderen Art ist Thumper. Die Entwickler beschreiben ihre Albtraum-Achterbahnfahrt martialisch als "rhythm violence" .
Spieler fliegen hinter einem metallenen Käfer auf Schienen durch ein schwarzes Nichts und müssen dabei im Takt Hindernissen ausweichen. Enge Kurven müssen per Grind genommen, Lichtbarrieren im Takt der Musik übersprungen oder durchbrochen werden. Die erste Kollision kostet den Schild, die zweite bedeutet Game Over.
Nicht nur die Grafik, auch die Musik trägt zur extrem nervenaufreibenden Atmosphäre des Spiels bei. Statt eingängiger Elektronik-Tracks oder bekannter Rocksongs ist der Sound von Thumper so surreal wie die Grafik. Kein Wunder, denn die Entwickler beschreiben Thumper auch als Gegenentwurf zu Guitar Hero(öffnet im neuen Fenster) . Das Ergebnis ist eine der intensivsten musikalischen Achterbahnfahrten, die man auf VR-Plattformen findet.
Thumper ist für Meta Quest(öffnet im neuen Fenster) , Playstation VR(öffnet im neuen Fenster) und Steam VR(öffnet im neuen Fenster) verfügbar und kostet 19,99 Euro.
Werde in Superhot VR zu Keanu Reeves
Seit der Hacker Neo im Jahr 1999 erstmals in Zeitlupe den Kugeln der KI-Agenten in The Matrix ausweichen musste, ist die Bullet Time zum Klischee des modernen Actionkinos geworden. Aber auch wenn der Look etwas überstrapaziert ist, macht die Helden-Fantasie noch immer Spaß. Wie viel, das beweist Superhot VR.
Superhot war schon auf PC und Konsolen ein extrem ungewöhnlicher Shooter , bei dem sich die Zeit nur gemeinsam mit der Spielfigur bewegt hat. Die für Quest 2 verfügbare Virtual-Reality-Version ist mehr als ein Gimmick und fügt Superhot eine neue Dimension hinzu.
Herumlaufen im 3D-Raum, was bei einigen Spielern Übelkeit auslöst(öffnet im neuen Fenster) , ist in der VR-Version unnötig. Stattdessen springen Spieler durch kurze Ausschnitte aus filmreifen Actionszenen. In bester John-Wick-Choreografie müssen Gegner mit Ninja-Wurfsternen niedergestreckt werden, während man Limbo tanzend der Ladung einer Schrotflinte ausweicht. Auch wenn die schwarz-weiße Grafik maximal minimalistisch gehalten ist, fühlt man sich so wie Keanu Reeves.
Superhot VR gibt es für Meta Quest(öffnet im neuen Fenster) und PS VR(öffnet im neuen Fenster) für 24,99 Euro und auf Steam(öffnet im neuen Fenster) für 22,99 Euro.



