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Cybershoes: komplizierte Konfiguration, anstrengender Workout

Sind Hocker, Teppich und Headset-Aufhängung erst einmal installiert, beginnt die eigentliche Konfiguration. Wir haben damit viel Zeit verloren, weil die mitgelieferte vorläufige Anleitung lückenhaft war - das finale Handbuch sollte Cybershoes dringend umfassender gestalten. Überhaupt merkt man dem Projekt an, dass es sich noch in einer Übergangsphase zwischen Crowdfunding und Marktreife befindet: Der von uns benutzte Treiber war schnell veraltet, außerdem veröffentlichte Cybershoes nachträglich ein Tutorial-Video, das die frickelige Einbindung des Treibers in Steam beschreibt.

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Um die Cybershoes zu kalibrieren, müssen wir zunächst ein separates Interface aufrufen, das der Treiber der Steam-Leiste hinzufügt. Erstens legen wir hier die gemeinsame Ausrichtung beider Schuhe fest und zweitens wird die Z-Achse unserer sitzenden Position angepasst. Anschließend müssen wir noch in SteamVR die Controller-Einstellungen des jeweiligen Spiels an die Cybershoes anpassen. Wir gehen davon aus, dass das alles zum Marktstart noch runder und einfacher wird - schließlich will Cybershoes seine Kunden nicht schon vor der ersten Spiel-Session frustrieren.

  • So sind die Cybershoes aufgebaut. (Quelle: Cybershoes)
So sind die Cybershoes aufgebaut. (Quelle: Cybershoes)

Nach langem Rumprobieren war das Setup dann vollständig - und wir konnten unsere erste Wanderung in VR unternehmen. Das Team um den österreichischen Erfinder Michael Bieglmayer führt auf seiner Website eine Liste mit Games auf, die besonders gut für den Cybershoes-Einsatz geeignet sind. Aus den Top 5 wählten wir zu Testzwecken die Titel Skyrim VR, Fallout 4 VR und Doom VFR: Gameplay und Geschwindigkeit dieser Titel unterscheiden sich teilweise stark - was uns die Gelegenheit gab, die Cybershoes bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen. Unsere ersten Schritte unternehmen wir in Skyrim VR. Oder besser: unsere ersten Sprints, um dem Feuerbombardement des Drachen in der Eingangssequenz zu entkommen.

Unser erster Eindruck: Das ist ganz schön anstrengend! Und es fühlt sich irgendwie auch nicht richtig an. Wir sind es gewohnt, den Körper beim Laufen zu strecken, die volle Schwerkraft und den Widerstand des Bodens zu spüren. Mit den Cybershoes fühlt es sich eher an, als würden wir im Sitzen Schlittschuh laufen; ein bisschen Bürostuhlrennen ist auch mit dabei. Um wirklich vorwärtszukommen, müssen wir die Cybershoes-Unterseite mit den Tracking-Rollen sorgfältig über den Cyber-Teppich ziehen - andernfalls strampeln wir uns wortwörtlich ab, ohne viel Boden zu gewinnen.

Welche Distanz pro Schritt im Spiel zurückgelegt wird, hängt nicht nur von der Berührung der Rollen mit dem Boden ab - sie lässt sich auch über einen Schieberegler am Funkempfänger der Cybershoes justieren. Bei Spielen mit hoher Geschwindigkeit wird man den Regler möglichst weit nach oben setzen. Allerdings muss man das bereits vor Beginn der VR-Session machen - oder das VR-Headset zwischenzeitlich absetzen. Hier wäre ein Softwareregler hilfreich, der sich über eine bestimmte Tastenkombination im Spiel selbst verändern lässt - sonst geht die Immersion flöten.

Der Cyber-Workout geht in die Beine

Schon nach wenigen Skyrim-Minuten merken wir, wie das Strampeln in die Beine geht. Das mag zum Teil an der mangelnden Austrainiertheit des Probanden liegen. Wahrscheinlich werden aber auch gestählte Zocker den ungewöhnlichen Cyber-Workout in den Muskeln spüren. Viel hängt davon ab, ob die Höhe der Sitzfläche richtig eingestellt ist: Liegt sie zu hoch, dann stehen die Füße nicht flach auf dem Boden und die Rollen erzielen kein maximales Tracking. Liegt die Sitzfläche dagegen zu niedrig, dann muss man die Beine beim Gehen zu stark knicken, was ebenfalls sehr anstrengend ist. Am besten geeignet ist ein 90-Grad-Winkel aus Ober- und Unterschenkel, wobei die Füße ganz leicht über dem Boden schweben. Auf diese Weise kann man sie beim Laufen gut nach hinten durchziehen und die maximale Schrittweite erzielen. Rückwärtslaufen funktioniert übrigens genau umgekehrt.

Schon nach kurzer Zeit stellt sich beim Strampeln ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Das Ganze ist zwar anstrengend, fühlt sich aber zunehmend natürlich an. Anfangs greifen wir in manchen Situationen noch instinktiv auf den linken Stick des Touch-Controllers zurück, um uns zu bewegen - das zeigt vor allem, wie sehr wir als Spieler an die Handsteuerung gewöhnt sind. Später werden diese unbewussten Aktionen immer seltener. Hat man erst einmal akzeptiert, dass eine körperliche Leistung notwendig ist, um im Spiel von A nach B zu kommen, dann ist das Gehen mit den Cybershoes weitaus immersiver als übliche VR-Fortbewegungsmethoden wie Teleportieren oder Gleiten per Controller-Stick.

Und dennoch: Schon nach wenigen Minuten müssen wir innehalten, um eine Runde zu verschnaufen. Speziell der Gedanke an die offene Spielwelt Himmelsrand macht uns Sorgen: Stundenlange Wanderungen mit den Cybershoes können wir uns nur schwer vorstellen. Für echte Sportler bietet Cybershoes indes ein cooles Feature: Setzt man die Ausdauer der Spielfigur per Kommandozeile auf unendlich, dann wird ihre Mobilität nur noch von unserer körperlichen Ausdauer begrenzt. Wohl bekomms!

Bevor wir die offene Wanderwelt erreichen, geht es jedoch zunächst in ein Schwertscharmützel mit mehreren Gegnern, die uns in den unterirdischen Gängen der Festung Helgen angreifen. Hier ist die Schuhsteuerung besonders gewöhnungsbedürftig: Machen wir einen zu langen Schritt, geraten wir in gefährliche Nähe der feindlichen Klingen. Was wir in dem Kampf besonders vermissen, ist einfaches Strafing, also das seitliche Verschieben der Spielfigur, um gegnerischen Attacken auszuweichen.

"Wir hatten Strafing vor einem Jahr auf drei Events vorgestellt: der E3, Pioneers und Wearedevelopers", sagt Michael Bieglmayer im Interview mit Golem.de. "Leider wurde einigen Leuten sehr schlecht, weil keine korrespondierende Bewegung im Kopf stattfindet. Manchen hat es natürlich schon getaugt. Wir haben es für jetzt gestrichen und auf die Roadmap für 2020 gesetzt." Mit etwas Übung lässt sich auch mit dem jetzigen Setup strafen, wie dieses Video zeigt: Man hält den Blick nach vorne gerichtet, dreht den Unterkörper um 90 Grad und läuft zur Seite. Was nicht nur seltsam aussieht, sondern sich auch seltsam anfühlt.

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 Wir strampeln auf dem Drehstuhl mit den BeinenMotion Sickness: Fehlanzeige! 
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zilti 07. Okt 2019

Dein Körper kann sehr wohl zwischen echt und VR unterscheiden in solchen Situationen...

Dwalinn 25. Sep 2019

Der Vergleich mit Tetris ist nicht böse sonder ein Kompliment (und dazu sehr passend...

Gucky 24. Sep 2019

Omni ist nicht das was man will. Das ist eine Wok Pfanne mit Gleitschuhen.. Infinadeck...

Hotohori 24. Sep 2019

Rate mal wem der Twitter Kanal und Discord Server Sword Art Online Germany gehört. ;) VR...

Hotohori 24. Sep 2019

Oder man findet niemals eine echte Lösung bei der jetzigen VR, auch das wäre möglich...


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