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Virgin Galactic: Spaceship Two fliegt wieder - trotz tödlicher Unfälle

Die Entwicklung des Raketenflugzeugs für Touristenflüge in den Weltraum hat schon vier Menschenleben gekostet. Vergangenen Donnerstag hat Virgin Galactic die Tests mit Raketentriebwerk wieder aufgenommen.

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Nach dem tödlichen Unfall von 2014 flog Spaceship Two erstmals wieder mit Raketentriebwerk.
Nach dem tödlichen Unfall von 2014 flog Spaceship Two erstmals wieder mit Raketentriebwerk. (Bild: marsscientific.com und Trumbull Studios)

Schon seit 14 Jahren will Virgin Galactic Touristen bis zur Grenze des Weltraums fliegen. Nach einem Unfall im Jahr 2014 hat das Unternehmen nun erstmals wieder einen Testflug mit dem Raketenflugzeug Spaceship Two unternommen, bei dem auch das Raketentriebwerk des Flugzeugs gezündet wurde. Es erreichte eine Geschwindigkeit von Mach 1,76 und eine Höhe von 25 Kilometern. Zuvor wurde es von einem Trägerflugzeug auf 15 Kilometer Höhe gebracht und für den Flug ausgeklinkt.

Inhalt:
  1. Virgin Galactic: Spaceship Two fliegt wieder - trotz tödlicher Unfälle
  2. Übermüdet ein paar Sekunden zu früh am Hebel gezogen

Damit wird ein Testprogramm fortgesetzt, das immer wieder von Unfällen unterbrochen wurde, die auf ernsthafte Sicherheitsprobleme zurückzuführen sind. Seit 2004 sind bei der Entwicklung vier Menschen gestorben, darunter drei Ingenieure bei der Entwicklung des Antriebs und ein Kopilot während eines Testflugs. Der jüngste Test erfolgte mehr als drei Jahre nach dem tödlichen Unfall vom 31. Oktober 2014, bei dem das Raketenflugzeug während seines vierten Testfluges mit dem Raketentriebwerk kurz nach Erreichen der Schallgeschwindigkeit im Flug auseinanderbrach.

Spaceship Two hat explosiven Treibstoff

Im regulären Betrieb soll das Flugzeug auf Mach 3 beschleunigt werden und eine Höhe von 100 Kilometern erreichen. Dafür wird es von einem Hybridraketentriebwerk angetrieben, das eine Kombination aus festem und flüssigen Treibstoff benutzt. Als Brennstoff dient gummiartiges HTPB (Hydroxylterminiertes Polybutadien), das zusammen mit Lachgas als Oxidator verbrannt wird. Dabei ist flüssiges Lachgas ein potentiell explosiver Stoff. Bei der Herstellung von flüssigem Lachgas wird weshalb auf unbedingte Sauberkeit der Leitungen geachtet, weil Rückstände von Fetten und Ölen schon häufig Explosionen auslöst haben.

Verunreinigungen in Rohrleitungen können dazu führen, dass sich das Lachgas chemisch zersetzt. Dabei wird Energie als Wärme frei, wodurch noch mehr Lachgas zersetzt wird. In einer Rohrleitung kann sich so eine Reaktion fortsetzen. Das ist hauptsächlich von der Größe der Rohrleitungen abhängig. In den meisten Anwendungsfällen wird Lachgas nur mit dünnen Leitungen benutzt, in denen sich die Reaktion nur sehr langsam und nicht sehr weit fortsetzen kann. Aber in Raketentriebwerken müssen große Mengen Lachgas in kurzer Zeit gepumpt werden, was vergleichsweise große Rohrleitungen nötig macht, die dafür besonders anfällig sind.

Die Techniker kannten die Gefahr nicht

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Wenn die Reaktion durch die Rohrleitungen den Tank erreicht, kann dabei der gesamte Tankinhalt zur Explosion kommen. Im Juni 2007 sollte das Treibstoffsystem des Raketentriebwerks von Spaceship Two getestet werden. Dafür kam ein Tank mit 4,5 Tonnen Lachgas zum Einsatz. Der Tank explodierte. Drei Techniker von Virgin Galactic starben. In der Firma war sich niemand der Gefahren von Lachgas bewusst gewesen. Die restlichen Angestellten des Unternehmens waren von dem Unfall schockiert. Sie waren davon ausgegangen, dass die Handhabung von Lachgas völlig ungefährlich sei.

Spaceship Two hatte bereits 2011 einen beinahe tödlichen Unfall. Während eines Tests geriet das das Flugzeug im Gleitflug durch einen falsch konfigurierten Flügel kopfüber ins Trudeln. Die Crew war zu dem Zeitpunkt durch stundenlange Verzögerungen bereits stark übermüdet. Nur durch schnelles Eingreifen konnte das Flugzeug gerettet werden. Der Unternehmensleiter von Virgin Galactic erwähnte in dem Zusammenhang, dass erstmals ein Flugtestingenieur auf einem dritten Sitz mit an Bord war. Er sei "eine gute zusätzliche Kapazität in dieser Phase der Flugtests". Obwohl die Belastung der Piloten im Testbetrieb gleich blieb, war nie wieder ein Flugtestingenieur mit an Bord.

Zum Hintergrund dieses Unfall gehört, dass die gesamte Steuerung von Spaceship Two wie in Flugzeugen der 50er Jahren vollmechanisch umgesetzt wurde, mit Hydraulik und Drahtseilen. Für die Piloten wird der Flug dadurch äußerst anspruchsvoll, weil sie bei der Steuerung nicht von einem Bordcomputer unterstützt werden können. Der Computer kann nur Informationen ausgeben, aber nicht die Steuerung übernehmen.

Der Verzicht auf jede Automatisierung war eine wichtige Ursache für den tödlichen Unfall am 31. Oktober 2014.

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Übermüdet ein paar Sekunden zu früh am Hebel gezogen 
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kitingChris 16. Jul 2018

Bitte nicht falsch Verstehen denn jeder Todesfall ist einer zu viel. Aber hätte das...

WhiteWisp 20. Apr 2018

N2O und nicht NOS /klugscheißermodus_aus

bofhl 17. Apr 2018

Nicht nur Mofas - sie dir mal die ganzen US-Track-Racer an, die fast alle mit NOS fahren.

Enyaw 10. Apr 2018

seh ich auch so - bringt halt mehr Klicks

InFlames 09. Apr 2018

Servus, mich würde es brennend interessieren, was genau die Gründe für ein rein...


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