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Übermüdet ein paar Sekunden zu früh am Hebel gezogen

Die vollständig mechanische Konstruktion von Spaceship Two geht so weit, dass selbst auf kleine Steuerdüsen verzichtet wurde, die bei anderen Raketenflugzeugen wie der X-15 die Lagekontrolle im Weltraum sicherstellten. Die kontrollierte Steuerung ist bei Flügen ins Weltall ein ernsthaftes Problem, weil die Tragflächen ohne Luft die Lage des Flugzeugs nicht beeinflussen können. Ein Verlust der Lagekontrolle im Weltall ist beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ein großes Problem. Wenn das Flugzeug beim Wiedereintritt quer zur Flugrichtung liegt, kann es durch die hier einsetzenden Reibungskräfte zerrissen werden.

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Deshalb kann die gesamte Tragfläche des Spaceship Two um 90 Grad gekippt werden. Dadurch reicht schon sehr wenig Luft in hohen Luftschichten aus, um das Flugzeug in einer bestimmten Lage zu stabilisieren, ähnlich wie ein Federball. Dieses System war letztlich der Grund für den bislang letzten tödlichen Unfall. Geplant war der Flug am 31. Oktober 2014 für 7 Uhr morgens. Die Piloten mussten dafür um 3 Uhr aufstehen. Schlechtes Wetter verzögerte den Flug um drei Stunden. Müdigkeit kam zur komplexen Steuerung hinzu.

Die Tragfläche muss im Flug schon während der Beschleunigung mit dem Raketentriebwerk manuell freigegeben werden. Der Hebel zum Auslösen der Tragfläche hatte eine mechanische Sicherung, um eine ungewollte Bedienung zu verhindern. Aber das vollmechanische System hatte keine elektronische Sicherung, um das Auslösen bei zu niedriger Geschwindigkeit zu verhindern. Das war neben der Stabilisierung des Flugzeuges während dieser instabilen Flugphase beim Durchbrechen der Schallmauer ein weiterer Teil der Aufgaben der Piloten.

Menschliche Faktoren wurde nicht berücksichtigt

Im Flug zog Kopilot Michael Alsbury einige Sekunden zu früh den Hebel, der die Tragfläche entsichert, als das Flugzeug noch zu langsam war. Die Aerodynamik führte bei dieser Geschwindigkeit dazu, dass sich der Rumpf des Flugzeugs quer zur Flugrichtung nach oben neigte, bis er zerbrach. Kopilot Alsbury starb bei dem Unfall, Pilot Peter Siebold konnte sich nur durch glückliche Umstände mit dem Fallschirm retten.

Ein Untersuchungsbericht der Nationalen Transportbehörde NTSB kam zu dem Schluss, dass bei der Entwicklung des Flugzeugs menschliche Faktoren nicht berücksichtigt worden seien, sich also nicht an die Human Factors Design Standards hielten. Es wurde zwar gezeigt, dass zum Versagen des Flugzeugs mehrere technische Fehler gleichzeitig eintreten mussten, aber es wurde die Möglichkeit nicht bedacht, dass ein einziger menschlicher Fehler zu einer katastrophalen Gefahr werden konnte. Das machte es möglich, dass der Kopilot den Flügel vorzeitig auslöste, als Resultat von Zeitdruck, Vibrationen und Belastungen, denen er seit längerer Zeit nicht mehr ausgesetzt gewesen war.

Wann der Touristenberieb mit dem neu gebauten Spaceship Two aufgenommen wird, hat das Virgin Galactic nicht mitgeteilt. Es solle zunächst die Entwicklung abgeschlossen werden. Einer der prominentesten Passagiere sollte der kürzlich verstorbene Physiker Stephen Hawking sein. Das vom Multimilliardär Richard Branson gegründete Unternehmen scheint sich der Entwicklung von Spaceship Two verpflichtet zu fühlen. In Anbetracht der Sicherheitskultur während der gesamten Geschichte des Unternehmens kann nur gehofft werden, dass dabei weitere tödliche Unfälle ausbleiben.

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 Virgin Galactic: Spaceship Two fliegt wieder - trotz tödlicher Unfälle
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kitingChris 16. Jul 2018

Bitte nicht falsch Verstehen denn jeder Todesfall ist einer zu viel. Aber hätte das...

WhiteWisp 20. Apr 2018

N2O und nicht NOS /klugscheißermodus_aus

bofhl 17. Apr 2018

Nicht nur Mofas - sie dir mal die ganzen US-Track-Racer an, die fast alle mit NOS fahren.

Enyaw 10. Apr 2018

seh ich auch so - bringt halt mehr Klicks

InFlames 09. Apr 2018

Servus, mich würde es brennend interessieren, was genau die Gründe für ein rein...


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