Viper-Rover: "Die USA überlassen China die Führung der Monderforschung"
Im Juli 2024 verkündeten Mitarbeiter der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa das Aus des Viper-Rovers – und das, obwohl dieser vollständig gebaut ist und die abschließenden Tests abgeschlossen sind. Finanzielle Gründe führten zu dieser Entscheidung. Ein Team aus Mondwissenschaftlern und -ingenieuren, die nicht am Viper-Programm beteiligt waren, sieht damit das Wettrennen zum Mond den Chinesen überlassen(öffnet im neuen Fenster) .
Diese Entscheidung deute darauf hin, dass die Nasa es mit der nachhaltigen Weltraumforschung durch ihr Artemis-Programm nicht ernst gemeint habe, schreibt das Autorenteam. Die Vereinigten Staaten seien bereit, China die weltweite Führungsposition in der Mondwissenschaft, -forschung und bei der Gewinnung von Mondressourcen zu überlassen.
Die Absage von Viper signalisiert laut den Autoren der ständig wachsenden Mondgemeinschaft, dass die Wissenschaft im Rahmen von Artemis nicht wichtig ist. Es ermöglicht anderen Ländern, weiterhin den Standard für die Erforschung des Mondes festzulegen. Zudem sollte Viper der erste langlebige US-Rover auf dem Mond werden und dazu in der Lage sein, Echtzeitvideos zu übertragen (abseits von dem Zeitunterschied von wenigen Sekunden). Laut den Autoren hätte Viper die Öffentlichkeit inspirieren können.
Überlassen die USA China die Führung bei der Monderforschung?
China ist bereits heute dazu in der Lage und bereit, diese Lücke zu füllen. Die Chang'e-7- und 8-Missionen werden in den Jahren 2026 und 2028 den Südpol des Trabanten auf Wassereis untersuchen. Bereits zweimal konnte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA Gesteins- und Staubproben von der Mondoberfläche im Zuge der Missionen Chang'e-5 und Chang'e-6 zur Erde bringen.
Zudem soll in den 2030er Jahren eine Mondbasis von China und seinen internationalen Partnern in der Südpolregion errichtet werden, die internationale Mondforschungsstation ILRS . Diese soll in den 2050er Jahren um weitere Knotenpunkte in der Äquatorregion und einer fliegenden Raumstation in der Mondumlaufbahn ergänzt werden.
Wie die anstehenden Chang'e-Missionen sollte mit dem Viper-Rover ein passender Ort für die Errichtung einer Mondbasis gesucht werden – dort, wo ausreichend Wasservorkommen und andere Ressourcen vorhanden sind.
Sind die Kosten der eigentliche Grund?
Viper sollte ursprünglich mit dem privaten Raumfahrtunternehmen Astrobotic zum Mond gebracht werden. Doch dieses hatte bei seiner ersten und letzten Mission bereits erhebliche Probleme. Dies würde den Start um mindestens ein Jahr verschieben. Das bedeutet, dass die Nasa mehr Geld ausgeben müsste, um den Rover in einem startbereiten Zustand zu halten.
Die Nasa hatte die Kostensteigerung jedoch nicht eingeplant. Im Jahr 2024 kürzte der Kongress sogar das Nasa-Budget(öffnet im neuen Fenster) . Jedoch sind alle Tests abgeschlossen und die Kostensteigerung dürfte gering ausfallen. Daher hat der Ausschuss für Wissenschaft, Raumfahrt und Technologie des Repräsentantenhauses die Nasa um eine weitere Begründung gebeten(öffnet im neuen Fenster) . Eine Antwort bleibt abzuwarten.
"Wenn die USA ihre Führungsrolle auf dem Mond ernst nehmen, ihren wissenschaftlichen Idealen treu bleiben und sich der Lösung schwieriger Probleme verschreiben, sollten wir das, was wir begonnen haben, zu Ende bringen" , fordern die Autoren. Vielleicht kann Viper mit einem anderen internationalen Partner auf die Mondoberfläche gebracht werden? Japan und Indien sind zuletzt immerhin erfolgreich auf dem Trabanten gelandet.
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