Der vietnamesische Hersteller Vinfast dürfte Interessenten an Elektroautos nicht sofort einfallen, wenn sie an den Kauf eines neuen Fahrzeugs denken. Das ist nicht verwunderlich, wurde das Unternehmen doch erst 2017 gegründet. 2025 hat Vinfast seine Showrooms hierzulande geschlossen und ist auf einen Händlervertrieb umgeschwenkt. Im vergangenen Jahr hat Vinfast in Deutschland 284 Fahrzeuge angemeldet – nicht gerade eine Menge.
Das Unternehmen bietet in Deutschland zwei Fahrzeuge an: den SUV VF8 und den VF6, den der Hersteller ebenfalls als SUV bezeichnet. Wir haben uns den VF6 im Test angeschaut und viele positive Punkte gefunden, etwa die Ausstattung und das Fahrgefühl. Insgesamt dürfte es Vinfast mit dem Modell in Deutschland aber schwer haben – und das liegt nicht nur an der Konkurrenz.
Wir würden den VF6 eher als klassischen Hatchback denn als SUV bezeichnen: Die Form ist nicht so kantig und wuchtig. Das finden wir gut, denn obwohl Hersteller immer betonen, dass der Markt SUVs verlange, sind wir keine riesigen Fans der Bauform. Einen mit 4.241 mm nicht allzu großen Wagen mit Schrägheck finden wir vom Aussehen her attraktiver.
Solides Design in klassischem Hatchback-Format
Und tatsächlich ist das Design des VF6 solide, da vertraut: Uns erinnert der Wagen an zahlreiche kompaktere Autos der vergangenen Jahrzehnte. Das mag man als einfallslos bezeichnen – oder als bewährt. Die Front des VF6 ist relativ rund, das Heck hingegen etwas kantiger. Das Dach fällt nach hinten leicht ab und endet in einem großen Spoiler. Dadurch wirkt der VF6 sportlicher, als er sich fährt.
Der Innenraum sieht gut aus: Vinfast verwendet hauptsächlich Kunststoff, dieser ist aber gut verarbeitet. Viele Oberflächen sind unterschäumt und mit Kunstleder bezogen, das Ziernähte aufweist. Hartplastik findet sich jedoch nicht nur unterhalb der Knie, sondern auch auf Ober- und Unterseite des Armaturenbretts sowie der Mittelkonsole. Die Armablage in der Mitte ist mit Kunstleder und Ziernähten überzogen.
Bild 1/34: Der Vinfast VF6 ist ein Kompaktwagen in klassischem Hatchback-Design. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/34: Vinfast hat sich gegen ein eckiges SUV-Design entschieden. Der VF6 ist vom Design her unauffällig, aber durchaus gelungen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/34: Der Kofferraum fasst 423 Liter. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/34: Werden die Rücksitze umgeklappt, passen laut Hersteller 1.576 Liter in den Wagen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/34: Unter dem Kofferraumboden ist Stauraum für das Typ-2-Ladekabel. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/34: Im Innenraum verwendet Vinfast Kunststoff, die Verarbeitung ist gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/34: Zahlreiche Oberflächen sind unterschäumt und mit Kunstleder samt Ziernähten versehen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/34: Der zentrale Bildschirm des VF6 ist leicht zum Fahrer geneigt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/34: Das Lenkrad hat beschriftete Bedienelemente. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/34: Die Wischautomatik lässt sich direkt über einen Button am rechten Lenkradhebel aktivieren. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/34: Die Vordersitze des VF6 lassen sich elektrisch verstellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 12/34: Das Infotainmentsystem des VF6 ist zweigeteilt. Im linken Drittel werden immer Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/34: Das Navigationssystem bietet schnellen Zugriff auf die Ladestationssuche. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/34: Umliegende Ladestationen werden mit Live-Verfügbarkeit angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/34: Nutzer können bei der Ladestationssuche und Ladeplanung keine Anbieter auswählen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/34: Auch im Navigationssystem finden sich falsche Übersetzungen: Unter "Richtungen" sind die Routen versteckt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/34: Bei der Routenplanung werden Ladestopps inkludiert, aber nicht in der Übersicht angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/34: Um zu sehen, wo wir laden sollen, müssen wir die Routenanweisungen durchscrollen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/34: Das Infotainment bietet einige Apps an, einen Appstore gibt es aber nicht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/34: Details wie die Spiegeleinstellungen werden auch über das Display gesteuert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/34: Der VF6 hat ein gutes Head-up-Display, das sich konfigurieren lässt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/34: Im linken Bereich des Infotainment-Screens werden Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/34: Der VF6 bietet auch erweiterte Funktionen wie eine Passagiererkennung auf der Rückbank. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 24/34: Die Fahrassistenzeinstellungen finden sich in einer separaten App. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 25/34: Der VF6 hat ein gutes Kamerasystem samt 360-Grad-Kamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 26/34: In den Fahrmodi abseits des Sportmodus reagiert der VF6 eher zäh. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 27/34: Das Infotainmentsystem hat auch einen Browser. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 28/34: Der VF6 unterstützt Android Auto und Carplay. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 29/34: Die Ladeleistung war bei Temperaturen von um die 10 Grad nicht sonderlich gut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 30/34: Die Mittelkonsole hat zwei Becherhalter und ein kleines Staufach. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 31/34: Auf der Rückbank haben Passagiere eine gute Kopffreiheit, bei den Knien wird der Platz schnell eng. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 32/34: Der VF6 fährt sich sehr angenehm, die Federung schluckt Schlaglöcher gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 33/34: Das Head-up-Display des VF6 (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 34/34: Der Fahrassistent hat mitunter seine Aussetzer, etwa in Kurven oder Baustellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Vorn ist genug Platz, auch hinten sitzen Passagiere auf bequemen Sitzen. Die Kopffreiheit ist gut, obwohl das Dach nach hinten leicht abfällt. Die Beinfreiheit geht noch in Ordnung, viel Spielraum haben Personen mit einer Größe ab 1,80 m aber nicht. Dafür ist der Kofferraum mit 423 Litern recht geräumig; klappen wir die Rücksitze um, passen 1.576 Liter in den VF6.
Vom Design her gefällt uns der Innenraum in seinen Schwarz- und Brauntönen gut. Von den Türen quer über das Armaturenbrett zieht sich ein bronzefarbener Streifen aus Kunststoff, der auf den ersten Blick wie Metall wirkt. Auf dem Armaturenbrett gibt es an Buttons nur fünf Taster, mit denen wir die Gänge und die Parkbremse auswählen können. Ansonsten wird der VF6 hauptsächlich über das Display bedient.