Der Vinfast VF6 kostet beim Hersteller in der Standardversion 34.990 Euro. Die von uns getestete Plus-Variante kostet 38.990 Euro und beinhaltet neben der höheren Motorleistung Extras wie elektrische Seitenspiegel, einen Innenraum aus Kunstleder, beheizte und belüftete Vordersitze, eine Zweizonen-Klimaautomatik, das Panoramadach und das Head-up-Display. Die Software ist bei beiden Modellen identisch.
Fazit
Wir sind beim Vinfast VF6 zwiegespalten. Der Wagen ist vom Design her gut gemacht (und kein SUV), der Innenraum ist bequem und ordentlich verarbeitet. Auch Fahrten auf der Autobahn sind komfortabel. Für knapp 39.000 Euro hat das Fahrzeug für dieses Fahrzeugsegment zudem eine umfangreiche Komfortausstattung, die auch zahlreiche Assistenzsysteme beinhaltet.
Bezüglich der Ausstattung können vergleichbar große Konkurrenzmodelle in der Regel nicht mithalten oder sind merklich teurer – etwa der elektrische Hyundai Kona, der mit 65-kWh-Batterie über 41.000 Euro kostet, oder der Peugeot E-2008, der in der Basisversion 40.700 Euro kostet und dafür unter anderem keinen Fahrassistenten, keine Rückfahrkamera sowie im Grunde keine der Komfortausstattungen des VF6 hat – und zusätzlich einen kleineren Akku.
Der Opel Mokka in der GS-Ausstattung kostet mit 38.990 Euro zwar genauso viel wie der VF6, bietet aber keinen Fahrassistenten, keine Lenkradheizung etc. – und hat einen kleineren Akku. In der Konfiguration, wie es den VF6 gibt, ist es wirklich schwer, einen entsprechenden Konkurrenten zu finden.
Bild 1/34: Der Vinfast VF6 ist ein Kompaktwagen in klassischem Hatchback-Design. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/34: Vinfast hat sich gegen ein eckiges SUV-Design entschieden. Der VF6 ist vom Design her unauffällig, aber durchaus gelungen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/34: Der Kofferraum fasst 423 Liter. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/34: Werden die Rücksitze umgeklappt, passen laut Hersteller 1.576 Liter in den Wagen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/34: Unter dem Kofferraumboden ist Stauraum für das Typ-2-Ladekabel. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/34: Im Innenraum verwendet Vinfast Kunststoff, die Verarbeitung ist gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/34: Zahlreiche Oberflächen sind unterschäumt und mit Kunstleder samt Ziernähten versehen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/34: Der zentrale Bildschirm des VF6 ist leicht zum Fahrer geneigt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/34: Das Lenkrad hat beschriftete Bedienelemente. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/34: Die Wischautomatik lässt sich direkt über einen Button am rechten Lenkradhebel aktivieren. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/34: Die Vordersitze des VF6 lassen sich elektrisch verstellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 12/34: Das Infotainmentsystem des VF6 ist zweigeteilt. Im linken Drittel werden immer Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/34: Das Navigationssystem bietet schnellen Zugriff auf die Ladestationssuche. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/34: Umliegende Ladestationen werden mit Live-Verfügbarkeit angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/34: Nutzer können bei der Ladestationssuche und Ladeplanung keine Anbieter auswählen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/34: Auch im Navigationssystem finden sich falsche Übersetzungen: Unter "Richtungen" sind die Routen versteckt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/34: Bei der Routenplanung werden Ladestopps inkludiert, aber nicht in der Übersicht angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/34: Um zu sehen, wo wir laden sollen, müssen wir die Routenanweisungen durchscrollen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/34: Das Infotainment bietet einige Apps an, einen Appstore gibt es aber nicht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/34: Details wie die Spiegeleinstellungen werden auch über das Display gesteuert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/34: Der VF6 hat ein gutes Head-up-Display, das sich konfigurieren lässt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/34: Im linken Bereich des Infotainment-Screens werden Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/34: Der VF6 bietet auch erweiterte Funktionen wie eine Passagiererkennung auf der Rückbank. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 24/34: Die Fahrassistenzeinstellungen finden sich in einer separaten App. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 25/34: Der VF6 hat ein gutes Kamerasystem samt 360-Grad-Kamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 26/34: In den Fahrmodi abseits des Sportmodus reagiert der VF6 eher zäh. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 27/34: Das Infotainmentsystem hat auch einen Browser. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 28/34: Der VF6 unterstützt Android Auto und Carplay. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 29/34: Die Ladeleistung war bei Temperaturen von um die 10 Grad nicht sonderlich gut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 30/34: Die Mittelkonsole hat zwei Becherhalter und ein kleines Staufach. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 31/34: Auf der Rückbank haben Passagiere eine gute Kopffreiheit, bei den Knien wird der Platz schnell eng. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 32/34: Der VF6 fährt sich sehr angenehm, die Federung schluckt Schlaglöcher gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 33/34: Das Head-up-Display des VF6 (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 34/34: Der Fahrassistent hat mitunter seine Aussetzer, etwa in Kurven oder Baustellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Jetzt kommt allerdings das "aber": Der VF6 bietet viele Funktionen, nicht immer sind diese allerdings komplett durchdacht. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die sich am Ende aber summieren – vor allem, was die Software betrifft. So ist das Infotainment schlecht übersetzt, die Ladeplanung unvollständig und schlecht zu bedienen und der Fahrassistent mitunter nicht besonders zuverlässig.
Dazu kommen die mitunter sehr ablenkenden Warntöne, die sich zwar insgesamt leiser schalten lassen. Diese Option senkt allerdings auch die Musiklautstärke, ist also nicht hilfreich. Dazu kommen die unübersichtlich angeordneten Fahrassistenzeinstellungen und – für uns im Test das größte Manko – die komplett fehlende Batterievorkonditionierung.
Vinfast ist ein junger Hersteller, einige der von uns kritisierten Punkte wären aber leicht vermeidbar gewesen. Angesichts der Konkurrenz glauben wir, dass es das Unternehmen in Europa trotz der guten Ausstattung für den Preis schwer haben wird. Andere Hersteller bieten für die gleiche Summe vielleicht weniger an, die Autos sind aber insgesamt besser umgesetzt.