Angenehmes Fahrgefühl wird durch viele Warngeräusche getrübt
Die Federung ist ausgeglichen und schluckt Unebenheiten gut, ohne aber ein luxuriöses Fahrgefühl zu vermitteln. Auf den mitunter schlechten Straßen Berlins fährt sich der VF6 aber gut. Etwas nervig sind die Warntöne des Fahrzeugs: Der Vinfast ist ziemlich mitteilsam, und das mitunter in einer Lautstärke, die überrascht.
Legen wir etwa den Rückwärtsgang ein und ein Auto nähert sich von hinten, wird das Piepen noch einmal lauter, als es ohnehin schon ist. Auf der Autobahn warnte uns der VF6 alle 60 Sekunden, dass die Fernlichtautomatik aktuell nicht funktioniert – auch das fanden wir eher ablenkend. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir sind große Fans von Warnsystemen in modernen Autos. Sie sollten Fahrer aber möglichst nicht ablenken. Es gibt einen Modus, um die Geräuschkulisse insgesamt leiser zu machen – diese Einstellung schließt aber auch die abgespielte Musik mit ein, was für uns keinen Sinn ergibt.
Der Akku des VF6 hat in beiden Ausstattungsvarianten eine Kapazität von 59,6 kWh. In der Stadt hat sich der Verbrauch im Test bei Temperaturen zwischen 16 und 18° C auf 17,5 kWh/100 km eingependelt. Das ergibt eine Reichweite von 340 km, im Bereich von 80 auf 10 Prozent sind es 238 km.
Lange Strecken nur mit häufigen Ladestopps
Fahren wir auf der Autobahn bei Temperaturen um die 10° C mit maximal 130 km/h, kommen wir auf einen Verbrauch von 25 kWh/100 km. Das ergibt eine Reichweite von 238 km, im Bereich von 80 auf 10 Prozent sind es 166 km. Die Maximalgeschwindigkeit unseres VF6 ist 175 km/h, die Standardversion kommt auf 150 km/h.
Bild 1/34: Der Vinfast VF6 ist ein Kompaktwagen in klassischem Hatchback-Design. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 2/34: Vinfast hat sich gegen ein eckiges SUV-Design entschieden. Der VF6 ist vom Design her unauffällig, aber durchaus gelungen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 3/34: Der Kofferraum fasst 423 Liter. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 4/34: Werden die Rücksitze umgeklappt, passen laut Hersteller 1.576 Liter in den Wagen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 5/34: Unter dem Kofferraumboden ist Stauraum für das Typ-2-Ladekabel. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 6/34: Im Innenraum verwendet Vinfast Kunststoff, die Verarbeitung ist gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 7/34: Zahlreiche Oberflächen sind unterschäumt und mit Kunstleder samt Ziernähten versehen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 8/34: Der zentrale Bildschirm des VF6 ist leicht zum Fahrer geneigt. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 9/34: Das Lenkrad hat beschriftete Bedienelemente. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 10/34: Die Wischautomatik lässt sich direkt über einen Button am rechten Lenkradhebel aktivieren. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 11/34: Die Vordersitze des VF6 lassen sich elektrisch verstellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 12/34: Das Infotainmentsystem des VF6 ist zweigeteilt. Im linken Drittel werden immer Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/34: Das Navigationssystem bietet schnellen Zugriff auf die Ladestationssuche. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/34: Umliegende Ladestationen werden mit Live-Verfügbarkeit angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/34: Nutzer können bei der Ladestationssuche und Ladeplanung keine Anbieter auswählen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/34: Auch im Navigationssystem finden sich falsche Übersetzungen: Unter "Richtungen" sind die Routen versteckt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/34: Bei der Routenplanung werden Ladestopps inkludiert, aber nicht in der Übersicht angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/34: Um zu sehen, wo wir laden sollen, müssen wir die Routenanweisungen durchscrollen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/34: Das Infotainment bietet einige Apps an, einen Appstore gibt es aber nicht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/34: Details wie die Spiegeleinstellungen werden auch über das Display gesteuert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/34: Der VF6 hat ein gutes Head-up-Display, das sich konfigurieren lässt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/34: Im linken Bereich des Infotainment-Screens werden Informationen zum Fahrzeug angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/34: Der VF6 bietet auch erweiterte Funktionen wie eine Passagiererkennung auf der Rückbank. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 24/34: Die Fahrassistenzeinstellungen finden sich in einer separaten App. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 25/34: Der VF6 hat ein gutes Kamerasystem samt 360-Grad-Kamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 26/34: In den Fahrmodi abseits des Sportmodus reagiert der VF6 eher zäh. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 27/34: Das Infotainmentsystem hat auch einen Browser. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 28/34: Der VF6 unterstützt Android Auto und Carplay. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 29/34: Die Ladeleistung war bei Temperaturen von um die 10 Grad nicht sonderlich gut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 30/34: Die Mittelkonsole hat zwei Becherhalter und ein kleines Staufach. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 31/34: Auf der Rückbank haben Passagiere eine gute Kopffreiheit, bei den Knien wird der Platz schnell eng. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 32/34: Der VF6 fährt sich sehr angenehm, die Federung schluckt Schlaglöcher gut. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 33/34: Das Head-up-Display des VF6 (Bild: Martin Wolf/Golem)
Bild 34/34: Der Fahrassistent hat mitunter seine Aussetzer, etwa in Kurven oder Baustellen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Langstreckenfahrten sind vom Komfort her problemlos mit dem VF6 möglich, auch Wind- und Fahrbahngeräusche sind gut gedämpft; wir müssen aber recht oft zum Laden halten. Vinfast gibt zwischen 10 und 70 Prozent eine Ladezeit von 25 Minuten an DC-Ladesäulen an. Maximal möglich ist das Laden mit 100 kW.
Die Ladezeiten an Schnellladern können vor allem bei kühlen Temperaturen allerdings deutlich länger sein. Während unseres Autobahntests haben wir mit maximal 52 kW geladen, obwohl uns die Säule 123 kW zur Verfügung gestellt hat – der VF6 zeigt diese Daten im Ladebildschirm an. Entsprechend standen wir viel länger an der Säule als von Vinfast angegeben.
Grund für das langsame Laden ist der Umstand, dass der VF6 über keinerlei Akkuvorkonditionierung verfügt. Es ist nicht nur so, dass sie nicht rechtzeitig beim Anfahren einer Schnellladesäule aktiviert wird – es gibt sie schlicht nicht. Für den Langstreckeneinsatz bedeutet das zusammen mit der mäßigen Ladeplanung nichts Gutes. Wer stressfrei fahren will, dem würden wir den VF6 eher nicht für lange Strecken empfehlen, im Zweifel ist eine längere Fahrt aber natürlich möglich.