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Vikings im Kurztest: Tiefgekühlt kämpfen

Wer in Diablo 3 den Monstern schon eigene Spitznamen gibt, sollte einen Abstecher in Vikings: Wolves of Midgard wagen: Das im Szenario der Wikinger angesiedelte Hack-and-Slay bietet neben einer sehr guten Steuerung auch ein paar frische Ideen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Vikings: Wolves of Midgard (Bild: Kalypso Media)
Artwork von Vikings: Wolves of Midgard Bild: Kalypso Media

Es ist kalt! Und zwar so kalt, dass unser Monitor an den Rändern zufriert – wie eine Autoscheibe im Winter. Natürlich sind die Frostblumen in Vikings: Wolves of Midgard "nur" ein netter Grafik-Gag. Wir werden so daran erinnert, dass wir als sogenannte Schildmaid oder als männlicher Wikinger in nördlichen Gefilden unterwegs sind. Unsere Aufgabe ist es, gegen die Kreaturen des Fimbulwinters(öffnet im neuen Fenster) zu kämpfen und die Vernichtung unserer Heimat Midgard zu verhindern.

Vikings Wolves of Midgard – Trailer (Gameplay)
Vikings Wolves of Midgard – Trailer (Gameplay) (01:22)

Eine größere Rolle spielt die Handlung in Vikings allerdings nicht. Das Programm des slowakischen Entwicklerstudios Games Farm(öffnet im neuen Fenster) erinnert auch in diesem Punkt an das übergroße Vorbild Diablo. Steuerung, Grafik, Kämpfe und so weiter: Wer Spaß an Diablo 3 hat, wird sich auch mit Vikings prächtig unterhalten fühlen.

Spieler treten in der rund 20 Stunden langen Kampagne entweder alleine oder im Online-Koop-Modus mit einem Kumpel an. Wir nennen hier mal in Stichpunkten ein paar der Sachen, die Vikings nicht oder nur eingeschränkt bietet: Sofa-Koop, Austauschen von Gegenständen im Koop-Modus, wirklich unterschiedliche Klassen, gewaltige Massen an Ausrüstung, richtig umfangreiche Talentbäume, Seasons, aufwendige Zwischensequenzen und zufallsgenerierte Umgebungen.

Dafür hat Vikings aber auch ein paar Stärken. Die Steuerung inklusive einer Ausweichrolle geht auf allen Plattformen genauso gut von der Hand wie in Diablo 3. Auf dem PC haben wir uns mit Maus und Tastatur übrigens für die zweite Steuerungsart entschieden, die man leicht übersehen kann, die uns aber viel besser als die Standardvorgabe gefällt.

Für ein nicht riesiges, aber gutes Maß an Spannung sorgen sogenannte Widrigkeiten. Das bedeutet in einem frühen Schneelevel etwa, dass sich eine Eisleiste am Bildschirmrand allmählich füllt und wir immer mehr in Gefahr geraten zu erfrieren, bis wir zu einem Lagerfeuer kommen. Ähnliches gibt es später in weiteren Varianten – eine kleine, aber gelungene Erweiterung. Ebenfalls gut gefallen haben uns die spannend inszenierten Kämpfe gegen größere Zwischenbosse, bei denen neben Geschick und Ausdauer auch die richtige Taktik gefragt ist, ohne dass das Ganze in echte Arbeit ausartet.

Überhaupt hat Vikings eines ähnlich gut wie Diablo 3 hinbekommen: Der Spielfluss stimmt, also das Schnetzeln durch Gegnermassen mit immer neuen Angriffsmanövern und zunehmend mächtigen Fern- und Nahkampfwaffen. Dazu kommt ab und zu ein Levelaufstieg mit Charakter-Tuning. Neben Eis und Schnee gibt es später auch andere Umgebungen, alle sind schick umgesetzt – ein richtiger Hingucker ist das Spiel aber nicht.

Verfügbarkeit

Plattform: Windows-PC (u.a. Steam, Gog.com für 45 Euro); Linux und MacOS (beide nur Steam) sollen in rund vier Wochen folgen. Xbox One, Playstation 4 (je 55 Euro). Sprache: Deutsch. USK: ab 18 Jahre.

Fazit

+ einfaches, aber wunderbar motivierendes Spielprinzip
+ sehr gute Steuerung auf allen Plattformen
+ interessante Widrigkeiten und Bossgegner
+ umfangreiche Kampagne
+ spaßige Online-Koop
+ stimmige, ordentliche Grafik

- keine sehr unterschiedlichen Klassen
- generell weniger Möglichkeiten als in Diablo 3
- Wikinger-Szenario etwas halbherzig durchgezogen
- Story nur Nebensache


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