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Viewsonic XG2703-GS im Test: Der Monitor in der goldgrünen Mitte

Beim Testen des Viewsonic XG2703 saßen wir fast stets zufrieden vor unserem PC. Was wir vorfanden, war hohe Qualität und alle Funktionen, die ein Gaming- Monitor aktuell bieten sollte.
/ Michael Wieczorek
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Der Viewsonic XG2703-GS (Bild: Golem.de (Foto: Michael Wieczorek))
Der Viewsonic XG2703-GS Bild: Golem.de (Foto: Michael Wieczorek)

So tolle Funktionen wie die Konkurrenz bietet der Monitor XG2703-GS von Viewsonic nicht: Er hat keine 180 Hz wie der PG248 von Asus ( unser Test ) und schon gar nicht 200Hz auf 35 Zoll wie der Predator Z35 von Acer. Er nutzt "nur" ein 27 Zoll großes AHVS-IPS-Panel (AU Optronics M270DAN02.3), das maximal mit 165 Hertz taktet. Gestört hat uns das beim Test aber kein bisschen. Denn während die Geräte von Asus und Acer neben großen Zahlen auch große Schwachstellen aufweisen, vermerken wir beim Viewsonic fast nur Nichtigkeiten auf der Negativliste.

Viewsonic XG2703-GS - Fazit
Viewsonic XG2703-GS - Fazit (01:42)

Die Mitte zwischen 1080p und 4K

Der Monitor bietet die WQHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, ist ergonomisch und blickwinkelstabil und ermöglicht durch Nvidias G-Sync-Technologie von 35 bis 144Hz (165 Hz durch Overdrive) stets flüssiges Spielen. Die Farbtiefe beträgt 8 Bit, den Kontrastumfang messen wir bei knapp über 1000:1 und die maximale Helligkeit bei circa 345 cd/m².

Umfangreiche Optionen ermöglichen es, dunkle Bereiche optional weiter aufzuhellen, die Gammakurve einzustellen und sogar die Farben durch eine 6-Achsen-Farbanpassung zu optimieren. Letztgenannte Funktion hilft primär bei der Kalibrierung. Unser vorliegendes Testmuster ist bereits im Lieferzustand nahezu ideal eingestellt und deckt den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent ab.

In einer komplett abgedunkelten Umgebung können wir keine auffällige Form von Backlight-Bleeding erkennen, die Ausleuchtung ist äußerst uniform. So erstklassig haben wir das zuletzt nur beim 1.300 Euro teuren Eizo FS2735 ( hier unser Test ) gesehen.

In den Abendstunden oder bei Nacht schont ein Blaulichtfilter die Augen. Der Schwarzwert ist für ein 8-Bit-Panel sehr annehmbar.

Tolle Verarbeitung und mäßige Bedienung

Der Monitor ist aus mattem Kunststoff gefertigt. Nvidia-grüne Akzente finden sich verteilt am Gehäuse, beispielsweise beim Kabelmanagement. Die Displayoberfläche ist ebenfalls matt und entspiegelt. Das Design ordnet sich in der Mitte zwischen den eher unkonventionellen Formen von Gamer-Monitoren und dem abgeklärten Auftreten von Dells Office-Displays ein.

Der XG2703 hat einen Neigungswinkel von 20 Grad. Eine Pivot-Funktion gibt es und höhenverstellbar ist der Monitor auch. Dank einem Wert von je 178 Grad bei der Blickwinkelstabilität laut Hersteller in der Vertikalen und Horizontalen, ist es aber sowieso nicht schwer, die ideale Position für den Monitor zu finden.

Nützlich: An der Geräterückseite gibt es einen ausklappbaren Haken, an dem sich VR-Headsets oder Kopfhörer anhängen lassen. Die Leistungsaufnahme liegt abhängig vom Stromsparmodus bei bis zu 48 Watt. Die Versorgung erfolgt über ein kleines externes 90-Watt-Netzteil, das keinen Ton von sich gibt.

An der Unterseite finden sich die Eingänge für Displayport 1.2, HDMI 1.4, ein USB-3.0-Hub (insgesamt 4 Eingänge) und ein 3,5mm-Klinkenstecker. Sofern keine Kopfhörer angeschlossen werden, nimmt der Monitor Sound digital entgegen und gibt ihn über blechern klingende 2-Watt-Stereo-Lautsprecher aus.

Frickelige Bedienung

Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, weil Viewsonic das Bildschirmmenü ziemlich verschachtelt hat. So müssen wir beispielsweise sieben Mal Knöpfchen drücken, um die Übertaktung des Monitors auf 165 Hz zu aktivieren oder auf 120 Hz mit ULMB (Ultra-Low-Motion-Blur) zu wechseln.

Da sich die Tasten auf der Rückseite des Monitors befinden und sich die Funktionen abhängig vom Kontext von Menü zu Menü unterscheiden, kommt es oft zu Fehleingaben. Dann schalten wir den Monitor ungewollt aus, wechseln die Voreinstellungen oder beenden das Menü statt es zu öffnen. Mit einer kleinen Fernbedienung wäre hier Abhilfe geschaffen. Quasi blind Knöpfe zu bedienen ist und bleibt nervig.

Wenigstens können wir zwei eigene Voreinstellungen sichern und dann mit einem dedizierten Knopf - dem obersten - direkt schnell zwischen ihnen wechseln.

G-Sync funktioniert tadellos, ULMB mit Hindernissen

Der G-Sync-Betrieb hat sich in der Praxis als vollkommen problemlos bewährt. Der Monitor zeigt in einem Informationsfenster an, ob G-Sync aktiv ist oder nicht. Dort werden auch die native Auflösung und die obere Hertz-Grenze vermerkt. Eine Anzeige für die aktuell anliegende Auflösung und die ausgegebene Hertz-Zahl, die sich an den Bildern pro Sekunde orientieren müsste, gibt es dagegen leider nicht.

Der ULMB-Modus muss für den Viewsonic-Monitor im Grafiktreiber von Nvidia statt G-Sync aktiviert werden. Für Hertz-Bereiche bis 120 kann ULMB genutzt werden. Objekte in Bewegung wirken dadurch sichtbar schärfer. Wir finden beim Test aber einen deutlich sichtbaren Nachzieheffekt, beispielsweise beim Spielball in Rocket League.

In Battlefield 1 ziehen graue Waffen dagegen keinen Schatten hinter sich her, der Nutzwert kann also von Spiel zu Spiel unterschiedlich ausfallen.

Schöne Lichtspiele

Unter dem diamantförmigen Kabelloch befindet sich eine LED-Leiste, die abhängig vom Bildschirminhalt ihre Farben wechselt. Der Effekt ist vergleichbar mit Philips Ambilight-Technolgie. Über das Bildschirmmenü lässt sich der Effekt auch auf eine dedizierte Farbe ein- oder komplett abstellen.

Die diagonal zulaufende Gehäuseoberseite erschwert das Anbringen von Accessoires wie einer Webcam zentriert in der Mitte. Etwas links oder rechts versetzt sitzt aber zumindest unsere Logitech C920 problemlos. Ideal ist das jedoch nicht.

Verfügbarkeit und Fazit

Viewsonic bietet den XG2703-GS seit Juli 2016 für circa 850 Euro an. Er ist aber erst seit Oktober von deutschen Onlineshops verlässlich lieferbar.

Viewsonic XG2703-GS - Fazit
Viewsonic XG2703-GS - Fazit (01:42)

Fazit

Viewsonics Monitor XG2703-GS hat uns im Alltag bei der Bildqualität und Ergonomie so zufriedengestellt, dass wir lange keine Kritikpunkte gefunden haben. Die finale Negativliste fällt kurz aus und bei den meisten Punkten handelt es sich um Lappalien. So wird nicht angezeigt, welche Auflösung anliegt und Ultra-Low-Motion-Blur ist mit einem sichtbaren Nachzieheffekt umgesetzt.

Die Bedienung mit fünf Tasten an der Geräterückseite ist umständlich. Zum Glück stört das wegen individueller Nutzerprofile und deren Wechsel aber nur selten. Das G-Sync-fähige 8-Bit-Display ist uns bei der Foto- und Videobearbeitung ein genauso treuer Begleiter wie beim Spielen von Battlefield 1 oder Rocket League.

Tearing haben wir dank des hohen G-Sync-Spektrums von 35 bis 165 Hertz niemals zu Gesicht bekommen. Für die meisten Spieler dürften auch die 4 Millisekunden Reaktionszeit beim Grau-zu-Grau-Wechsel absolut ausreichen.

Insgesamt ist Viewsonics Monitor nicht ganz so schnell wie beispielsweise das TN-Panel des PG248Q von Asus. Dafür ist die Bildqualität sichtbar besser und die Farben sehen auch von der Seite und von oben betrachtet stets schön aus.

Damit positioniert sich der 2703-GS in der goldenen Mitte und stellt einen optimalen Kompromiss aus Bildqualität und schnellen Bildwechseln dar. Mit einem Preis von über 800 Euro ist er nicht günstig, den Aufpreis gegenüber der Konkurrenz aber wert.


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