Viertgrößter Autokonzern: PSA und Fiat-Chrysler fusionieren zu Stellantis

Der neue Konzern Stellantis wird zum viertgrößten Autohersteller der Welt. Zu den 14 Marken gehören auch Opel, Peugeot, Jeep und Maserati.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der deutsche Autohersteller Opel gehört künftig ebenfalls zu Stellantis.
Der deutsche Autohersteller Opel gehört künftig ebenfalls zu Stellantis. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)

Die Aktionäre der Autohersteller PSA und Fiat Chrysler (FCA) haben die Fusion ihrer Unternehmen zum neuen Konzern Stellantis mit überwältigender Mehrheit gebilligt. In getrennten Hauptversammlungen habe es am Montag jeweils fast 100 Prozent Zustimmung gegeben, teilten die Firmen mit. "Wir sind bereit für diese Fusion", sagte PSA-Chef Carlos Tavares, zu dessen Konzern die französischen Automarken Peugeot, Citroën und DS sowie der deutsche Hersteller Opel und der britische Hersteller Vauxhall gehören.

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Der 62-Jährige wird künftig auch Stellantis führen, den nach der Fusion viertgrößten Autohersteller der Welt mit rund 400.000 Beschäftigten. Der milliardenschwere Zusammenschluss soll bereits am übernächsten Samstag (16. Januar 2021) abgeschlossen werden, teilten die Konzerne weiter mit. Bisher war davon die Rede gewesen, die Fusion bis Ende März abzuschließen.

"Stellantis wird einer der weltweit führenden Fahrzeughersteller sein", sagte FCA-Verwaltungsratsvorsitzender John Elkann. Noch wichtiger sei, dass ein Unternehmen mit der Größe, den Ressourcen, der Vielfalt und dem Know-how entstehe, "um erfolgreich die Möglichkeiten einer neuen Ära zu ergreifen". Der 44-Jährige soll im neuen Verbund Verwaltungsratschef bleiben - er ist Enkel des legendären Fiat-Patriarchen Giovanni "Gianni" Agnelli (1921-2003).

Wegen der Coronabeschränkungen in Frankreich gab es für die Anteilseigner von PSA keine Präsenzveranstaltung. PSA-Aktionäre bekommen laut Unternehmen für einen Anteil 1,742 Stellantis-Anteile. Das neue Unternehmen wird seinen offiziellen Sitz in den Niederlanden haben. Die Aktien sollen vom 18. Januar an in Mailand und Paris gehandelt werden und vom 19. Januar an in New York.

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Die EU-Wettbewerbshüter hatten der Fusion "unter Gleichen" bereits im Dezember mit Auflagen zugestimmt. Der neue Verbund mit wichtigen Standbeinen in Europa und in Nordamerika wird 14 Marken führen. Neben den fünf PSA-Marken gehören dazu die FCA-Marken Fiat, Abarth, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Chrysler, Jeep, Dodge und Ram Trucks. Sie sollen auch weiter Bestand haben.

Werden Werke geschlossen?

Fiat Chrysler und PSA setzten vor der Coronakrise zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab und erzielten einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund waren 2019 größer.

Tavares bestätigte frühere Aussagen, wonach es jährlich Synergien im Umfang von fünf Milliarden Euro geben soll. Vor dem Ausbruch der Coronakrise mit dramatischen Auswirkungen auf die Autobranche hatte er versichert, es sollten keine Werke geschlossen werden.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet jedoch mit dem Abbau von Überkapazitäten. Beide Konzerne hätten zu viele Entwicklungszentren und zu viele Motorenwerke. "Da werden Späne fallen. Für die Opel-Beschäftigten, die seit Jahren die Ärmsten in der Branche sind, dürfte es wenig positiv aussehen", sagte er in einem Interview mit Börse Online. Seiner Ansicht nach wird entscheidend, ob es Stellantis gelingt, in China Fuß zu fassen. "PSA war bisher eine Trauergeschichte in China. FCA war ebenfalls wenig erfolgreich. Wenn es Stellantis in China nicht schafft, steht es auf wackligen Füßen", sagte Dudenhöffer.

Citroën und Peugeot haben vor allem im Bereich der Kompaktfahrzeuge eine gute Position. In diesem Segment ist Fiat kaum vertreten. Zudem hinken die Italiener bei der Entwicklung von Elektroantrieben hinterher, auch wenn eine elektrische Variante des Fiat 500 demnächst auf den Markt kommen soll.

FCA könnte hier von PSA profitieren: Der Konzern hat die Plattform e-CMP entwickelt, auf der Opel Corsa-e, der Peugeot e-208 und der DS 3 Crossback E-Tense basieren.

Geographisch ist PSA klar auf den europäischen Markt fokussiert und verkauft kaum Autos in den USA. Dort ist FCA stark, vor allem mit den Marken Jeep und Dodge Ram.

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