Vierter Netzbetreiber: 1&1 startet Ende September mit eigenem Mobilfunknetz

Deutschland bekommt einen vierten Netzbetreiber. 1&1 gab bekannt, am 26. September 2023 mit der Vermarktung von Smartphonetarifen im eigenen Netz zu starten. Kunden surfen zu diesem Zeitpunkt in einem kleinen 1&1-Netz, beim Netzbetreiber sind erst wenige 5G Antennen aktiv. An den Standorten, wo 1&1 sein Mobilfunknetz noch nicht ausgebaut hat, surfen Nutzer im Rahmen eines National Roaming Abkommens im LTE-Netz von Telefónica Deutschland.
Die Partnerschaft der beiden Unternehmen wird nicht von langer Dauer sein, 1&1 kündigte nun überraschend eine Kooperation mit Vodafone an. 1&1 Kunden sollen spätestens ab Oktober 2024 im Vodafone-Netz surfen. Das gilt für alle Standorte, an denen der vierte Netzbetreiber im Jahr 2024 über keine eigenen Antennen verfügt.
Vodafone bietet 1&1-Kunden Zugang zu 5G
Das National Roaming Abkommen bringt mehrere Vorteile für 1&1. Kunden surfen auch mit 5G von Vodafone, der Vertrag mit Telefónica Deutschland bietet ausschließlich einen Zugang zu 2G und 4G. Laut 1&1-Chef Ralph Dommermuth geht es beim neuen Vertrag nicht darum, Kosten zu sparen, vielmehr biete der neue Vertrag eine klare Kalkulationsgrundlage und enthalte keine versteckten Kosten.
Ab dem Monat der Umsetzung – spätestens Oktober 2024 – läuft der National Roaming Vertrag zwischen den Partnern 1&1 und Vodafone für zunächst fünf Jahre(öffnet im neuen Fenster) . Es besteht eine Verlängerungsoption für zweimal fünf Jahre.
Netzausbau von 1&1 geht nur stockend voran
Der Netzausbau des vierten Netzbetreibers nahm nie richtig Fahrt auf. Bis Ende 2022 sollte 1&1 über mehr als 1.000 Standorte mit 5G verfügen, der Konzern konnte im Dezember 2022 aber nur 5 Standorte mit 5G vorweisen. Mitte 2023 stieg die Zahl auf 40 Standorte mit 5G. Zum Marktstart im September 2023 will 1&1 rund 500 Standort mit der Mobilfunktechnologie der fünften Generation haben, bis Ende 2023 soll die Zahl auf 1.000 steigen.
Hier musste 1&1 seine Ausbauplanung nach unten korrigieren. Ursprünglich waren für Ende des Jahres 1.200 5G-Standorte geplant, doch der Ausbaupartner Vantage Towers meldete laut Dommermuth ohne nähere Erklärung einen Teil der Standorte ab.