Viel günstiger, viel langsamer: Nvidia entwickelt Chip für chinesische KI-Rechenzentren
In den vergangenen Jahren haben sich die US-Regierung und Nvidia ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel geliefert: Die Regierung, egal ob unter Joe Biden oder Donald Trump, versucht, die Volksrepublik China von leistungsfähigen KI-Beschleunigern abzuschneiden, Nvidia will diesen wichtigen Markt allerdings nicht aufgeben. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster), geht der Wettlauf nach dem faktischen Exportverbot für die H20 nun in die nächste Runde.
So soll Nvidia aktuell an einem neuen Blackwell-Chip arbeiten, der den aktuellen Bestimmungen für den Export in die Volksrepublik entspricht. Anders als bislang soll es sich dabei allerdings nicht um eine Variante der B200-Rechenzentrums-GPU handeln. Selbst beim Vorgänger Hopper sieht Nvidia keine Möglichkeiten, diesen exportfähig umzugestalten. Als Basis dient vielmehr der GB202-Chip, der auch in der RTX-6000-Reihe für Workstations verbaut ist. Selbst den muss Nvidia deutlich einschränken, da er auf einen TPP-Wert (Total Processing Performance, g+) von 16.000 kommt – erlaubt sind 4.800.
Der neue Beschleuniger – als mögliche Namen kursieren aktuell B40 oder RTX 6000D – wird zudem statt leistungsfähigem High Bandwidth Memory (HBM) GDDR7-Speicher nutzen. Die US-Regierung hatte jüngst, nach der Rechenleistung, auch die erlaubte Speicherbandbreite beschränkt. Das hat zur Folge, dass Nvidia nicht nur günstigeren Speicher, sondern auch einfachere Packaging-Techniken nutzen kann. Entsprechend kursiert ein Preis von 6.500 bis 8.000 US-Dollar.
Reicht Cuda als Argument?
Damit wäre die Variante für den chinesischen Markt zwar deutlich günstiger als die B200-Systeme. Im Blick auf die Leistung verliert sie, verglichen mit Huaweis Ascend 910B und 910C, allerdings auch an Attraktivität.
Die Ascend 910C soll umgerechnet nur rund 2.600 Euro kosten, erreicht dank HBM2 aber eine höhere Speicherbandbreite. Und Huawei soll bereits an der nächsten Generation arbeiten, auch wenn unklar ist, ob hierfür wieder Chips auf Umwegen beschafft werden müssten. Das könnte für Nvidia zum Problem werden: Zwar ist noch unklar, ob die neue GPU mit Nvlink vernetzt werden kann – was gegenüber PCIe eine höhere Bandbreite bietet -, absehbar wäre aber Cuda das Hauptargument für Nvidia-GPUs.
Ob das noch im großen Stil Kunden überzeugt, ist unsicher, zumal Huaweis Ascend 910B bereits im Vergleich zu Nvidias H100 beim KI-Training einen Kostenvorteil haben soll. Nvidias Marktanteil in der Volksrepublik, der zuletzt bei 50 Prozent gelegen haben soll, droht damit weiter zu sinken. Dennoch machte das Unternehmen in China zuletzt 13 Prozent seines Umsatzes – und befürchtet bereits herbe Umsatzeinbußen.
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