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Videoüberwachung: Der Spion in der Straßenlaterne

US-Behörden sollen als Straßenlaternen getarnte Videoüberwachungskameras gekauft haben. Bürgerrechtler fürchten orwellsche Zustände, doch das sind nicht die ersten Anschaffungen getarnter Kameras.
/ Anna Biselli
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Straßenlaterne oder auch Kamera? (Bild: Don Emmert/AFP/Getty Images)
Straßenlaterne oder auch Kamera? Bild: Don Emmert/AFP/Getty Images

Die US-Drogenbehörde DEA und die Polizei- und Zollbehörde ICE haben laut Berichten von Quartz(öffnet im neuen Fenster) seit Juni 2018 versteckte Überwachungskameras im Wert von insgesamt 50.000 US-Dollar gekauft. Das folgert Quartz aus öffentlich einsehbaren Vergabeinformationen(öffnet im neuen Fenster) des Federal Procurement Data System (FPDS). Im FPDS veröffentlichen die USA Aufträge für staatliche Stellen, die mehr als 3.000 US-Dollar umfassen.

Die Aufträge gingen an das Unternehmen Cowboy Streetlight Concealment, das damit wirbt(öffnet im neuen Fenster) , "Kameras für alle Bedürfnisse" von Strafverfolgungsbehörden anzubieten. Dazu gehören vor allem Kameras, die in Straßenbeleuchtung versteckt sind. Wo die neuen Kameras angebracht sind und wie viele Geräte die beiden US-Behörden erwarben, ist nicht bekannt. Auf Nachfrage von Quartz sagte Christie Crawford, eine Inhaberin der Herstellerfirma, jedoch: "Dinge werden immer beobachtet." Egal, ob man gerade die Straße entlangfahre oder einen Freund besuche: Wenn die Regierung oder die Behörden einen Grund hätten, Überwachungstechnik einzusetzen, würden sie es tun. "Es gibt großartige Technologie dafür" , so Crawford weiter.

Auch in Verkehrsschildern können sich Kameras verstecken

Chad Marlow von der US-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation ACLU warnte davor, dass es sehr an George Orwells Modell eines Überwachungsstaates erinnere, wenn in jeder Straßenlaterne eine Überwachungskamera versteckt sein könnte. Die US-Drogenbehörde nutzte schon in der Vergangenheit verschiedene Formen verdeckter Videoüberwachung, etwa Kameras zur Nummernschilderfassung in Straßenschildern(öffnet im neuen Fenster) , die Fahrern eigentlich nur ihre aktuelle Geschwindigkeit anzeigen sollten.

Parallel zur Ausweitung von Videoüberwachung wollen US-Behörden auch zunehmend Gesichtserkennungssoftware einsetzen, um die Überwachungsaufnahmen auszuwerten. Im Juni 2018 trafen sich Vertreter von Amazon mit der ICE, um über den Einsatz der Amazon-Gesichtserkennungstechnologie Rekognition zu sprechen. Mehrere US-Polizeibehörden setzen die Technologie bereits ein, aber dass Amazon Rekognition an staatliche Behörden verkauft, ist umstritten und führte zu Protesten von Mitarbeitern und Aktionären .


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