Videoüberwachung: Bahn stoppt Testprojekt am Berliner Südkreuz

Nach dem Testprojekt zur automatischen Gesichtserkennung wollte die Bahn die Kameras am Berliner Südkreuz eigentlich für einen anderen Versuch nutzen. Doch daraus wird vorläufig nichts.

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Die Bahn stoppt ein Überwachungsprojekt am Bahnhof Südkreuz.
Die Bahn stoppt ein Überwachungsprojekt am Bahnhof Südkreuz. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Deutsche Bahn will am Berliner Bahnhof Südkreuz nun doch nicht das Verhalten von Fahrgästen automatisch per Videoüberwachung analysieren. Wie die Wirtschaftswoche berichtete, hat die Bahn den planten Test vorerst gestoppt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Aktuell konzentriere man sich darauf, drängendere Baustellen abzuarbeiten, sagte ein Konzernsprecher dem Blatt.

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Die Bundespolizei hatte von Sommer 2017 bis Sommer 2018 am Bahnhof Südkreuz ein System zur automatischen Gesichtserkennung von Verdächtigen getestet. Nach dessen Abschluss wollte die Bahn ursprünglich im September 2018 damit beginnen, die installierten Kamerasysteme für eigene Tests zu nutzen.

Automatische Erkennung von Situationen

Dabei sollten die Computer automatisch ungewöhnliche Situationen erkennen, die Bilder der entsprechenden Kamera in der Zentrale gesondert anschalten und dort Alarm schlagen. Beispielsweise, wenn ein Gegenstand in den Bahnhof getragen und dann dort für einen bestimmten Zeitraum allein stehengelassen wird. Ebenfalls sollte gemeldet werden, wenn Menschen gesperrte Bahnhofsbereiche betreten. Die Bahn wollte zudem automatisch erkennen, wenn jemand gestürzt oder zusammengebrochen ist, niedergeschlagen wurde oder auch nur betrunken eingeschlafen ist.

Hintergrund des Projektstopps ist laut Wirtschaftswoche die anhaltende öffentliche Diskussion über Verspätungen und Zugausfälle bei der Bahn. Angesichts des ohnehin angespannten politischen Klimas wolle bei dem Unternehmen derzeit niemand eine zusätzliche Diskussion um den Einsatz von Software zur Videoerkennung.

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  • Am Berliner Bahnhof Süd testete die Bundespolizei drei Gesichtserkennungssysteme. (Bild und Unkenntlichmachung: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das beste System, dessen Hersteller nicht genannt wurde, erzielte eine Trefferquote von mehr als 80 Prozent. (Bild und Unkenntlichmachung: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Nur die Kombination zweier Systeme ergab eine akzeptable Fehlerquote von 0,00018 Prozent. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Für das Pilotprojekt wurden drei Kameras installiert. (Bild und Unkenntlichmachung: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Passanten wurden durch Aufkleber auf dem Boden über das Pilotprojekt informiert. (Bild und Unkenntlichmachung: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Kameras überwachten den Eingangsbereich und eine Rolltreppe. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Kontrollzentrum der Bundespolizei befand sich gegenüber der Rolltreppe. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Überwachungskameras lassen sich zur Not austricksen. (Bild und Unkenntlichmachung: Alexander Theiler/naiv.tv)
  • Die automatisierte Gesichtserkennung könnte künftig flächendeckend auf Bahnhöfen und Flughäfen eingesetzt werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Am Berliner Bahnhof Süd testete die Bundespolizei drei Gesichtserkennungssysteme. (Bild und Unkenntlichmachung: Friedhelm Greis/Golem.de)


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