Videotelefonie: KIT-Forscher testet Videokonferenzsystem aus der Tiefsee

Ein Forscher aus Karlsruhe hat einen Tauchgang zur Titanic genutzt, um eine neuartige Technik für Videokonferenzen zu testen.

Artikel veröffentlicht am ,
Alex Waibel (r.) und  Stockton Rush von Ocean Gate im U-Boot auf dem Weg zur Titanic
Alex Waibel (r.) und Stockton Rush von Ocean Gate im U-Boot auf dem Weg zur Titanic (Bild: Alex Waibel, KIT)

Videokonferenzen können anstrengend sein, wenn die nötige Bandbreite nicht zur Verfügung steht. Ein neues System, das vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Carnegie Mellon University (CMU) entwickelt wurde, soll Abhilfe schaffen. Getestet wurde es an einem sehr ungewöhnlichen Ort.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter QS Apothekensoftware (m/w/d)
    NOVENTI Health SE, Bietigheim-Bissingen, Mannheim, Oberhausen
  2. IT-Referent (w/m/d)
    Bundeskartellamt, Bonn
Detailsuche

Gerade seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben Videokonferenzen stark zugenommen: Teams halten Meetings aus den einzelnen Homeoffices per Video ab, Dienstreisen weichen Treffen am Rechner. Doch oft genug behindern schlechte Übertragungsqualität, Aussetzer und Verbindungsabbrüche die Kommunikation. Schuld ist oft genug fehlende Brandbreite.

Das in Karlsruhe und Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania entwickelte System kommt mit sehr geringen Bandbreiten aus. Übertragen wird nämlich kein Video, sondern nur Text.

Nur Text wird übertragen

Bei der Aufnahme wird die gesprochene Sprache in Text gewandelt, für dessen Übertagung weit weniger Bandbreite benötigt wird. Auf dem Empfangsrechner wird der Text dann wieder zu einem Video gewandelt. Sprich: Es wird ein synthetisches Videobild der sprechenden Person erzeugt. Der Text wird in gesprochene Sprache umgesetzt, wobei die Stimme der Person synthetisiert wird. Das Gesicht der Person bewegt sich dazu lippensynchron.

Golem Karrierewelt
  1. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    06.10.2022, Virtuell
  2. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    20.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

"Im Video ist dann eine synthetische Stimme zu hören, die auf die Stimme des Sprechenden übertragen wird, so dass sie wie die Stimme des Sprechenden klingt. Zudem wird die Video-Synthese so gesteuert, dass die Lippen des Sprechenden sich dabei synchron mit dem Ton bewegen", sagte Entwickler Alex Waibel.

Waibel tauchte zur Titanic

Die Testumgebung für das System war sehr ungewöhnlich: an Bord eines Schiffs im Nordatlantik, an der Stelle, wo vor 110 Jahren die Titanic gesunken ist. Waibel saß in einem Tauchboot, das zu dem in 3.800 Metern Tiefe liegenden Wrack unterwegs war.

Während der Tauchfahrt kommunizierte Waibel über seinen Laptop mit dem Mutterschiff an der Oberfläche. Seine Worte wurden in Text gewandelt und per Sonar-Schallimpuls nach oben übermittelt. Auf dem Schiff wurde der Text als Video rekonstruiert.

Waibel forscht am KIT und an der CMU an Spracherkennung, Sprachverarbeitung und Sprachübersetzung. Das System basiert auf dem von ihm entwickelten Simultanübersetzungssystem Lecture Translator, der am KIT im Einsatz ist und Vorlesungen automatisch in Schriftform ins Englische übersetzt.

Das System ermöglicht aber nicht nur Videokonferenzen über eine geringe Bandbreite. Sie soll sich für die Synthese von Videos in einer anderen Sprache oder für die lippensynchrone Vertonung von Videos einsetzen lassen. "Das wird in Zukunft die Kommunikation in gesprochener Sprache erleichtern", sagte Waibel.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Google Fonts
Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten

Nach einer Entscheidung des Landgerichts München erhalten Webseitenbetreiber mit eingebundenen Google Fonts vermehrt Abmahnungen.

Google Fonts: Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten
Artikel
  1. Paw Patrol: US Space Force schickt Roboterhunde auf Patrouille
    Paw Patrol
    US Space Force schickt Roboterhunde auf Patrouille

    Die US Space Force wird einen hundeähnlichen Roboter von Ghost Robotics auf Patrouille schicken, um Personalkosten zu senken.

  2. Programmiersprache: JSON-Erfinder will Javascript in Rente schicken
    Programmiersprache
    JSON-Erfinder will Javascript in Rente schicken

    Douglas Crockford, der Erfinder des Datenformats JSON und Mitentwickler von Javascript, findet, dass die Sprache in Rente geschickt werden sollte.

  3. Windows auf dem Mac: Parallels wird merklich teurer
    Windows auf dem Mac
    Parallels wird merklich teurer

    Parallels 18 bietet eine native Unterstützung für Windows 11 und eine bessere Ressourcenzuweisung. Allerdings wird die Software teurer.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: WD SSD 1TB m. Kühlkörper (PS5) 119,90€, MSI 29,5" 200 Hz 259€, LG QNED 75" 120 Hz 1.455,89€ • MindStar (XFX RX 6950 XT 999€, Gainward RTX 3070 559€) • Gigabyte Deals • Der beste Gaming-PC für 2.000€ • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals [Werbung]
    •  /