Abo
  • Services:

Videostreaming: Netflix streicht Rezensionen der Zuschauer

Kundenrezensionen waren Netflix noch nie wichtig. Bald streicht der Videostreaminganbieter ganz die Möglichkeit, eine Rezension zu einem Film oder einer Serie anzulegen. Netflix setzt stattdessen alles auf die vor einigen Monaten eingeführte Daumenbewertung.

Artikel veröffentlicht am ,
Netflix-Zuschauer können schon bald keine Rezensionen mehr schreiben.
Netflix-Zuschauer können schon bald keine Rezensionen mehr schreiben. (Bild: Pedro Mera/Getty Images)

Viele langjährige Netflix-Kunden wussten nicht einmal, dass es sie gegeben hat: Kundenrezensionen. Diese will Netflix am 30. Juli 2018 ganz einstellen. Dann wird es nicht mehr möglich sein, auf der Netflix-Webseite eine eigene Rezension zu einem Film oder einer Fernsehserie zu schreiben. Die bis zu diesem Datum geschriebenen Rezensionen will Netflix nicht löschen, sondern diese weiterhin auf einer speziellen Rezensionenseite bereitstellen. Das Finden dieser Bewertungen wird damit noch schwerer als bisher.

Stellenmarkt
  1. NRW.BANK, Münster
  2. ivv GmbH, Hannover

Außerdem kommen keine neuen Rezensionen dazu. Dadurch wird es bald deutlich schwieriger, sich über die Qualität von Filmen und Fernsehserien zu informieren, wenn es diese nur bei Netflix gibt. Für die übrigen Netflix-Inhalte können Kunden auch auf andere Plattformen ausweichen.

Seit Jahren behandelt Netflix die Kundenrezensionen sehr stiefmütterlich. Wer Netflix auf einem Smart-TV, einem Streaminggerät, auf einem Smartphone oder Tablet nutzt, erhält gar keinen Zugriff darauf. Denn in der Netflix-App werden die Zuschauerrezensionen gar nicht angezeigt. Wer sich Meinungen anderer Zuschauer durchlesen möchte, muss Netflix dafür im Browser verwenden.

Netflix-Rezensionen sind gut versteckt

Allerdings sind alle Netflix-Inhalte nur dann abrufbar, wenn sich der Zuschauer mit seinen Zugangsdaten anmeldet. Ohne diese Zugangsdaten ist kein Zugriff auf die Netflix-Rezensionen möglich. Damit ist Netflix deutlich abgeschotteter als etwa Amazons Prime-Video-Dienst. Hier lassen sich die Inhalte und auch die Bewertungen auch ganz ohne Amazon-Konto einsehen. Bei Amazon sind die Rezensionen bereits auf der Suchseite oder den Filmdetails zu sehen und können auch von dort aus direkt mit einem Mausklick aufgerufen werden.

Bei Netflix ist das komplizierter. Bis der Zuschauer auf alle Rezensionen zugreifen kann, muss er drei Mal mit der Maus klicken, bis er am Ziel angekommen ist. Dabei hat es den Eindruck, als ob sich Netflix viel Mühe gibt, die Bewertungen zu verbergen: Auf den Übersichtsseiten fehlt jeder Hinweis auf die Rezensionen. Wer dann gleich auf einen Filmtitel klickt, sieht die Rezensionen gar nicht erst.

Der Nutzer muss bei einem Film gezielt auf den Pfeil nach unten klicken, dann erscheinen weitere Details zum Film. Auch hier sehen Netflix-Kunden noch keinen Hinweis, dass er hier Rezensionen findet. In dieser Detailansicht gibt es die drei Reiter Übersicht, Ähnliche Titel und Details. Der Zuschauer muss erst auf Details klicken, dann sieht er die Rezensionen. Von der Netflix-Seite sind das zwei Klicks entfernt. Mit einem weiteren Klick kann der Zuschauer dann alle Bewertungen ansehen.

Netflix-Rezensionen ohne Name, Datum und Sortiermöglichkeit

Den von anderen Anbietern gewohnten Komfort gibt es hier allerdings nicht. Es gibt keinerlei Sortiermöglichkeiten. Wer also etwa erstmal die Ein-Sterne-Bewertungen lesen möchte, hat dafür kein Werkzeug, der Zuschauer muss sich durch alle Rezensionen wühlen. Bei allen Rezensionen gibt es weder ein Datum noch einen Nutzernamen. Der Netflix-Kunde hat also keine Möglichkeit, sich andere Besprechungen des Rezensenten anzusehen, um so besser abschätzen zu können, ob der Filmgeschmack einigermaßen deckungsgleich ist.

Im April 2017 hat Netflix das bis dahin gültige Bewertungssystem mit bis zu fünf Sternen eingestellt und bietet nur noch Daumenbewertungen an. Jeder Film und jede Fernsehserie können also vom Zuschauer nur als gut oder schlecht klassifiziert werden. Weitere Unterscheidungen erlaubt Netflix nicht. Mit diesem System will Netflix seinen Zuschauern vor allem die Inhalte empfehlen, die ihnen möglichst gut gefallen sollten.

Dieser Schritt wurde vom Anbieter damit begründet, dass viele Netflix-Kunden mit dem alten Fünf-Sterne-System unterbewusst zu Kritikern würden. Die Kunden ließen den künstlerischen Wert eines Films mit in die Bewertung einfließen, anstatt nur anzugeben, wie ihnen der Film gefallen hat. Nach einem längeren Test mit ausgewählten Netflix-Kunden sollen sich die Bewertungen erheblich verbessert haben.

Viele Netflix-Zuschauer mögen die automatische Wiedergabe nicht

Viele Netflix-Kunden haben sich seitdem aber zunehmend in Foren und Kommentaren verärgert darüber gezeigt, dass ihnen nur noch zwei Kategorien für die Beurteilung zur Verfügung stehen. Viele Netflix-Nutzer haben angekündigt, künftig keinerlei Bewertungen mehr vornehmen zu wollen.

Aber auch an anderer Stelle sorgt Netflix seit einigen Monaten für Verdruss. Viele Netflix-Kunden zeigen sich in Kommentaren und Foren immer wieder verärgert, dass die automatische Wiedergabe von Inhalten in der Netflix-App nicht abgeschaltet werden kann. Sobald der Zuschauer einen Film oder eine Serie auf einem Streaminggerät oder einem Smart-TV nur mit dem fiktiven Cursor markiert hat, wird dieser Inhalt nach wenigen Sekunden abgespielt. Es plärrt dann schnell mal aus den Fernsehlautsprechern, wenn sich der Netflix-Kunde nicht schnell genug durch das Angebot bewegt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 119,90€ + Versand (Vergleichspreis ca. 175€)
  2. 209,90€ + Versand (Bestpreis!)
  3. (u. a. Canon PowerShot SX620 HS + Speicherkarte + Tasche für 133€ - Einzelpreis Kamera im...
  4. für 59,99€ vorbestellbar

azeu 04. Jul 2018

Naja, aber Daumen hoch/runter impliziert eindeutig eine Wertung und nicht einfach (Des...

Insomnia88 04. Jul 2018

Einzig und allein von Smartphone Nutzern, die während des gehens aufs Handy starren und...

Insomnia88 04. Jul 2018

Ich nicht, weil die durchaus Sinn ergeben hat :) Das ist genau das Problem bei der...

ibsi 04. Jul 2018

Und was ist wenn ich den Film schon kenne aber nicht über Netflix gesehen habe (Kino z...

Anonymouse 04. Jul 2018

Ja wie gesagt, ich orientiere mich auch an der Bewertung. Nur halt nicht an den Gründen...


Folgen Sie uns
       


Nepos Tablet - Hands on

Nepos ist ein Tablet, das speziell für ältere Nutzer gedacht ist. Das Gehäuse ist stabil und praktisch, die Benutzerführung einheitlich. Jede App funktioniert nach dem gleichen Prinzip, mit der gleichen Benutzeroberfläche.

Nepos Tablet - Hands on Video aufrufen
Amazons Echo Show (2018) im Test: Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude
Amazons Echo Show (2018) im Test
Auf keinem anderen Echo-Gerät macht Alexa so viel Freude

Die zweite Generation des Echo Show ist da. Amazon hat viele Kritikpunkte am ersten Modell beseitigt. Der Neuling hat ein größeres Display als das Vorgängermodell und das sorgt für mehr Freude bei der Benutzung. Trotz vieler Verbesserungen ist nicht alles daran perfekt.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Update für Alexa-Display im Hands on Browser macht den Echo Show viel nützlicher
  2. Amazon Echo Show mit Browser, Skype und großem Display

Coachingbuch: Metapher mit Mängeln
Coachingbuch
Metapher mit Mängeln

Der Persönlichkeitscoach Thomas Hohensee plädiert in seinem neuen Buch dafür, problematische Kindheitsmuster zu behandeln wie schadhafte Programme auf einem Rechner: mit Reset, Updates und Neustart. Ein origineller Ansatz - aber hält er dem Thema stand?
Von Cornelia Birr

  1. Elektronisch Arzneimittelrezept kommt auf Smartphone
  2. Relayr Rückstandsglaube als Startup-Vorteil
  3. Liberty Global Ericsson übernimmt Netzwerkbetrieb bei Unitymedia

Serverless Computing: Mehr Zeit für den Code
Serverless Computing
Mehr Zeit für den Code

Weniger Verwaltungsaufwand und mehr Automatisierung: Viele Entwickler bauen auf fertige Komponenten aus der Cloud, um die eigenen Anwendungen aufzubauen. Beim Serverless Computing verschwinden die benötigten Server unter einer dicken Abstraktionsschicht, was mehr Zeit für den eigenen Code lässt.
Von Valentin Höbel

  1. Kubernetes Cloud Discovery inventarisiert vergessene Cloud-Native-Apps
  2. T-Systems Deutsche Telekom will Cloud-Firmen kaufen
  3. Trotz hoher Gewinne Wieder Stellenabbau bei Microsoft

    •  /