Videostreaming: Netflix bezahlt nun alle vier großen US-Provider

Das Videostreamportal Netflix hat sich der Marktmacht der großen US-Kabelnetzbetreiber gebeugt. Für eine bessere Streamingqualität wurde nun auch mit Time Warner ein Vertrag geschlossen.

Artikel veröffentlicht am ,
Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien
Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien (Bild: AFP/Getty Images)

In den vergangenen Monaten hat das Videostreamportal Netflix mit allen vier großen US-Kabelnetzbetreiber Verträge über ein bezahltes Peering abgeschlossen. Zuletzt habe es eine Einigung mit Time Warner gegeben, berichtete die Webseite Gigaom. Damit soll die Qualität des Videostreamings für die Netflix-Kunden verbessert werden. Nachdem Netflix im Februar zunächst einen Deal mit Comcast abgeschlossen hatte, war eine Debatte über die Einhaltung der Netzneutralität durch die Provider entbrannt.

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Netflix bietet den Providern ein kostenloses Peering über ein eigenes Content Delivery Network (CDN) an. Zudem liefert das Portal seine Daten über die großen Backbone-Betreiber Level 3 und Cogent aus. Die großen US-Provider Comcast, AT&T, Verizon und Time Warner weigerten sich jedoch, kostenlos mit Netflix zu peeren und ihre Peering-Ports mit den Backbone-Betreibern aufgrund des stark gestiegenen Videotraffics auszubauen. Einer Studie des MIT zufolge verursacht in den USA nur der Netflix-Traffic einen Datenstau zwischen den Providern. Peering-Verbindungen, die Netflix-Daten transportierten, seien an 18 Stunden am Tag überlastet. Diese Probleme verschwänden schnell, wenn neue Interconnection-Links zwischen den Netzwerken geschaltet würden.

Hastings: Breitband kennt keine Grenzen

In einem Gastbeitrag bei Wired räumte Netflix-Chef Reed Hastings ein, die Vereinbarungen mit den Providern nur "widerwillig" abgeschlossen zu haben. Seiner Ansicht nach ist Breitband keine "endliche Ressource". Netzwerkprobleme seien im Wesentlichen das Ergebnis von Unternehmensentscheidungen. Schon eine einzige Glasfaserleitung mit einer Kapazität von 101,7 Terabit pro Sekunde könne fast alle Netflix-Kunden gleichzeitig mit Videos in HD-Qualität versorgen. "Ein paar Regale mit Equipment in den Gebäuden mit Interconnection-Punkten mögen dafür benötigt werden, aber Breitband an sich ebenso unbegrenzt wie seine Anwendungen", sagte Hastings.

Der Netflix-Chef plädierte ein weiteres Mal für eine "starke Netzneutralität". Provider dürften nicht Sender und Empfänger für den Datentransport zur Kasse bitten. Bei 99 Prozent der Internetprovider weltweit sei das nicht der Fall. Lediglich eine Handvoll der großen US-Provider verlangten diese Maut. Aus diesem Grund lehne Netflix auch die Übernahme von Time Warner durch Comcast ab. Ein Unternehmen, das über die Hälfte der stationären Internetzugänge kontrolliere, könne seine Marktmacht noch stärker ausnutzen.

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Netflix will im September auch in Deutschland an den Start gehen. In der Vergangenheit war bereits über eine mögliche Kooperation der Deutschen Telekom mit dem Videodienst spekuliert worden. Sky kündigte inzwischen an, den Preis für seine Onlinevideothek Snap zu senken.

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jones1024 01. Sep 2014

Dein Provider hat Dir eine bestimmte Leistung im Vertrag zugesagt. Was kümmert es den...

firstwastheblub 21. Aug 2014

Ich könnte wetten in einigen Jahren dürfen die ganzen Provider die Geld wollen für die...

MarcoGol1 20. Aug 2014

Für das Peering scheint Netflix einen anderen Partner gefunden zu haben. https://www.ecix...



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