Videostreaming: Filmfestival Cannes will Netflix-Produktionen ausschließen

Das Filmfestival Cannes will den Videostreaming-Anbieter Netflix dazu zwingen, seine Produktionen auch in französischen Kinos zu zeigen. Wegen besonderer Gesetze in Frankreich könnte Netflix damit effektiv ausgeschlossen werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Okja mit Tilda Swinton von Netflix soll in Cannes seine Premiere feiern.
Okja mit Tilda Swinton von Netflix soll in Cannes seine Premiere feiern. (Bild: Netflix)

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes kommende Woche werden doch noch zwei Produktion gezeigt, die von dem Videostreaming-Anbieter Netflix finanziert worden sind. Das bestätigt die Festivalleitung in einer Pressemitteilung. Dem vorausgegangen waren kontroverse Diskussionen, die nun aber dazu führen, dass Netflix wohl effektiv von der Teilnahme im kommenden Jahr ausgeschlossen sein wird.

Inhalt:
  1. Videostreaming: Filmfestival Cannes will Netflix-Produktionen ausschließen
  2. Netflix technisch besser als Kino

Denn die Organisatoren des Festivals haben sich dazu entschlossen, ab der Veranstaltung im Jahr 2018 nur noch jene Filme zum Wettbewerb zuzulassen, die auch in französischen Kinos gezeigt werden sollen. Eine ähnliche Regel gilt zwar zum Beispiel auch für die Academy Awards (Oscars). Um dort honoriert werden zu können, muss der Film im L.A. County gezeigt werden.

Für Netflix hat diese Forderung aber allein schon deshalb Probleme bereitet, weil führende US-Kinoketten den Anbieter schlicht boykottieren. Anders als in den USA kann Netflix aber in Frankreich nicht auf kleinere und vor allem unabhängige Kinos setzen, um diese Regel zu erfüllen.

Offensiver Angriff auf Netflix

Wegen besonders restriktiver Kulturgesetze in Frankreich, die die klassische Verwertungskette der Filmindustrie repräsentieren, wird Netflix mit der Entscheidung des Festivals in Cannes aber nicht nur sehr offensichtlich und massiv unter Druck gesetzt, sondern vor eine quasi unlösbare Aufgabe gestellt.

Denn nach dem Kinostart eines Films müssen in Frankreich mindestens vier Monate vergehen, bis der Film etwa auf DVD erscheinen darf. Ein Video-on-Demand-Angebot im Internet ist ab diesem Zeitpunkt zwar auch möglich, aber nur, wenn pro Film bezahlt wird - was Netflix anders als etwa Amazon aber nicht anbietet.

Erst ein Jahr nach Filmstart dürfen die Produktionen dann in speziellen Pay-TV-Angeboten laufen, und erst 22 beziehungsweise 30 Monate nach Start im gebührenfreien Fernsehen. Streaming-Angebote, die Filme im Abo anbieten wie Netflix, dürfen die Produktion gar erst drei Jahre nach der Kinoveröffentlichung zeigen.

Um weiter am Wettbewerb der Festspiele in Cannes teilzunehmen, könnte sich Netflix zwar diesen Forderungen beugen. Der Anbieter müsste seinen Abokunden in Frankreich seine eigenen Produktion auf seiner Plattform dann allerdings drei Jahre vorenthalten. Das Unternehmen könnte dagegen auch auf die Teilnahme verzichten, stattdessen weiter an anderen renommierten Wettbewerben wie der Berlinale teilnehmen und wie bisher auch seine Produktionen all seinen Kunden weltweit gleichzeitig zu Verfügung stellen.

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Netflix technisch besser als Kino 
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mnementh 14. Mai 2017

Wieso nicht? Die Berlinale hat in letzter Zeit etwas experimentiert, so waren auch die...

MarioWario 14. Mai 2017

extra drehen und bei Cannes einreichen, wenn ich Netflix wäre. Wie blöd kann man sein als...

Der Spatz 14. Mai 2017

Also die Cannes-Rolle hab ich mir dann vor Ewigkeiten tatsächlich mal im Kino angetan...

Dietbert 13. Mai 2017

Letztlich machen bei einem Film auch nur alle ihren Job. Ich kenne keinen Award für die...



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