Videospielhändler: Gamestop holt zwei weitere Amazon-Manager als Chefs

Zur Führung von Gamestop gehören nun fünf ehemalige Amazon-Manager. Der Umsatz steigt weiter deutlich.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Gamestop will weg vom Geschäft als Einzelhändler mit Filialen.
Gamestop will weg vom Geschäft als Einzelhändler mit Filialen. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der durch die extreme Kursrallye seiner Aktien in die Schlagzeilen geratene US-Videospielhändler Gamestop will mit einem neuen Führungsduo den Strategiewandel Richtung E-Commerce weiter forcieren. Mit Matt Furlong und Mike Recupero verpflichtete die Firma zwei weitere frühere Amazon-Manager als CEO beziehungsweise Finanzchef, wie sie am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Beide Posten waren nach Rücktritten in den vergangenen Monaten vakant. Der Rücktritt des ehemaligen Finanzchefs war dabei der erste große Abgang der alten Führungsriege bei dem Unternehmen. Die Suche nach einem neuen CEO läuft seit April.

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Gamestop will sich vom veralteten und schwächelnden Geschäftsmodell einer klassischen Einzelhandelskette für Computerspielbedarf verabschieden und zu einem modernen Technologie-Anbieter für Online-Gamer werden. Diesem Kalkül folgt die Auswahl des Spitzenpersonals. Vor drei Monaten startete mit Jenna Owens bereits eine Tech-Veteranin als für das Tagesgeschäft zuständige Vorständin, die zuvor für die Internetkonzerne Google und Amazon tätig war.

Auch waren Elliott Wilke als neuer Chief Growth Officer und Matt Francis als Chief Technology Officer zuvor bei Amazon. Angetrieben wird der Wandel vor allem von Investor Ryan Cohen, der im Januar einen Posten im Verwaltungsrat übernommen und schon den Tierbedarfshändler Chewy mit einer erfolgreichen E-Commerce-Strategie umgekrempelt hatte.

Geschäftlich lief es bei Gamestop zuletzt wieder etwas besser. In den drei Monaten bis Anfang Mai stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarde Euro) und lag damit über den Markterwartungen. Gamestop schreibt zwar weiter rote Zahlen, verringerte den Verlust laut den ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen aber immerhin von 165,7 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 66,8 Millionen Dollar.

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Gamestop hatte Anfang des Jahres durch eine regelrechte Spekulationsschlacht an der Börse für Schlagzeilen gesorgt. Das Unternehmen steckt eigentlich schon länger in der Krise, doch angetrieben von im Internet organisierten Kleinanlegern legten die Aktien eine atemberaubende Rallye hin. Das wiederum brockte Hedgefonds, die auf einen Kursverfall wetteten, enorme Verluste ein. Im Januar hatte die Aktie ein Rekordhoch von über 483 Dollar erreicht. Am Mittwoch schloss sie bei gut 302 Dollar, was einem enormen Kursplus von über 1.500 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

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