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Videospiele: Microsoft trennte sich wegen Mobbing vom Ori-Macher

Gegen die Leitung der Moon Studios aus Wien wurden schwere Vorwürfe erhoben. Beim Entwickler von Ori herrsche eine toxische Firmenkultur.
/ Daniel Ziegener
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Mit ihren Spielen haben Moon Studios viele Menschen berührt, hinter den Kulissen zeichnet sich ein anderes Bild ab. (Bild: Moon Studios)
Mit ihren Spielen haben Moon Studios viele Menschen berührt, hinter den Kulissen zeichnet sich ein anderes Bild ab. Bild: Moon Studios

Der in Österreich ansässige Computerspiel-Entwickler Moon Studios war bisher vor allem für die beiden Jump-and-Runs Ori and the Blind Forest und seine Fortsetzung, Ori and the Will of the Wisps , bekannt. Nun rückt das Unternehmen hinter den Spielen in den Vordergrund. Dessen Arbeit soll von einer vergifteten Atmosphäre bestimmt worden sein.

Als "bedrückend" wird das Arbeitsklima bei Moon Studios in einem Bericht von Venturebeat(öffnet im neuen Fenster) beschrieben. Das Magazin sprach mit mehreren Mitarbeitern. Besonders während der Pandemie sei der harsche Umgangston im firmeninternen Chat extrem geworden. Es wurden Screenshots öffentlich, in denen die Moon-Studios-Gründer Thomas Mahler und Gennadiy Korol dort unter anderem antisemitische Witze gepostet haben sollen.

Das Ergebnis war nicht nur eine hohe Fluktation bei den Mitarbeitern, sondern auch ein Ende der Zusammenarbeit mit Microsoft. Beide Ori-Spiele wurden von den Xbox Game Studios herausgebracht. Laut Aussagen von Journalisten wusste Microsoft über die problematische Situation Bescheid(öffnet im neuen Fenster) . Das Ende der Zusammenarbeit nach Ori and the Will of the Wisps sei darauf zurückzuführen, schreibt Jeff Grub auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) .

Vorwürfe gegen weitere Indie-Studios

Der Bericht über Moon Studios steht in einer Reihe mit neuen Vorwürfen über schlechte Arbeitsbedingungen in mehreren Unternehmen. Der Youtube-Kanal People Make Games veröffentlichte am 18. März ein Video(öffnet im neuen Fenster) , in dem Vorwürfe gegen drei weitere Indie-Studios erhoben werden und dokumentiert sind. Darin geht es vor allem um psychischen Missbrauch von Mitarbeitern durch die "Indie Superstars" Ken Wong, Steve Gaynor und Robin Hunicke.

Alle drei arbeiteten in Studios, deren Spiele vom Publisher Annapurna Interactive veröffentlicht wurden. Nach anonymisierten Aussagen mehrerer ehemaliger Mitarbeiter wusste der Publisher über die Situation in den betroffenen Studios Bescheid.

Die Computerspielbranche steht seit Jahren immer wieder wegen sexistischer Unternehmenskultur und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Kritik. League-of-Legends-Entwickler Riot Games zahlte 2019 Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen US-Dollar an Mitarbeiterinnen . Auch bei Sony gab es Vorwürfe wegen Diskriminierung .

Ubisoft verlor im letzten Jahr Mitarbeiter auf allen Ebenen aufgrund der niedrigen Bezahlung und des schlechten Betriebsklimas. Die Aufmerksamkeit richtete sich zuletzt vor allem auf Activision Blizzard. Das im Januar von Microsoft für 69 Milliarden US-Dollar übernommene Unternehmen hatte versucht, die Organisation eines Betriebsrats zu verhindern . Noch-CEO Bobby Kotick soll außerdem diskriminierendes Verhalten gedeckt haben .


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