Abo
  • Services:
Anzeige
Zumindest vom Kostüm her wütend: Fans von Angry Birds
Zumindest vom Kostüm her wütend: Fans von Angry Birds (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Videospiele: Inkompetenz macht Spieler wütend

Zumindest vom Kostüm her wütend: Fans von Angry Birds
Zumindest vom Kostüm her wütend: Fans von Angry Birds (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)

Gegner von Videospielen behaupten gerne, gewalttätige Spiele machten aggressiv. Eine Studie aber besagt: Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Spielmechanik ist schuld.
Von Eike Kühl

Gewalttätige Videospiele fördern gewalttätiges Verhalten von Spielern - mit dieser Annahme argumentieren vor allem Jugendschützer und Politiker in der "Killerspieldebatte" seit Jahren für eine stärkere Kontrolle von Spielen und schärfere Gesetze. Doch eindeutige Beweise für den Zusammenhang zwischen gewalttätigen Spielen und aggressivem Verhalten gibt es bis heute nicht. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr kam sogar zu einem gegensätzlichen Ergebnis.

Anzeige

Eine neue gemeinsame Untersuchung der Universitäten von Oxford und Rochester führt einen neuen Aspekt in die Debatte ein: Die Wissenschaftler argumentieren, nicht etwa die Darstellung von Gewalt mache aggressiv, sondern die Fähigkeit der Spieler, das Spiel zu meistern.

Anders gesagt: Je frustrierender das Spiel für seine Spieler ist, desto aggressiver werden diese - ganz unabhängig davon, ob es sich um ein gewalttätiges, komplexes Spiel wie GTA handelt oder ein simples Casual Game wie Tetris oder Flappy Bird auf dem Smartphone.

Das klingt logisch; die meisten Gamer kennen wohl Situationen, in denen sie sich vom Spiel betrogen fühlten und deshalb sauer waren. In der Wissenschaft aber sei die Verbindung aus Spielmechanik und Aggressionspotenzial bis jetzt kaum erforscht, sagt der Sozialwissenschaftler Andrew Przybylski, der die Studie geleitet hat.

Das Bedürfnis nach Kompetenz

Die Studie mit dem Titel Competence-Impeding Electronic Games and Player's Aggressive Feelings basiert auf der Selbstbestimmungstheorie, die drei psychologische Grundbedürfnisse definiert: Autonomie im Sinne von Selbstbestimmtheit, Kompetenz und menschliche Nähe. Ist eines dieser Bedürfnisse bedroht oder eingeschränkt, kann sich das in aggressivem Verhalten äußern.

Für die Forscher ging es um den Aspekt der Kompetenz, also die Wirksamkeit des eigenen Verhaltens. Die Kompetenz ist dabei nicht allein vom Spieler abhängig. Selbst ein erfahrener Videospieler kann sich unfähig fühlen, wenn er mit unfairer Spielmechanik oder unlogischer Bedienung konfrontiert wird.

Um das zu testen, führten die Wissenschaftler sieben unabhängige Versuche mit zufällig ausgewählten Studenten aus. In allen Versuchen bekam je die Hälfte der Probanden entweder verschiedene Spiele oder unterschiedliche Versionen des gleichen Spiels vorgesetzt.

Sowohl vor als auch nach dem Experiment wurden sie befragt oder mussten lexikalische Entscheidungsaufgaben lösen: Sie mussten Wörter erkennen, die mit Aggressivität in Verbindung stehen. Die Annahme: Je schneller sie das konnten, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst, wenn auch unbewusst, aggressiv sind.

Die Gewalt zeigt keinen Effekt auf die Spieler

In einem Versuchsaufbau ging es um den bekannten Egoshooter Half-Life 2. Die Hälfte der Teilnehmer bekam das gewalttätige Original vorgesetzt, in dem Menschen erschossen werden. In der zweiten Version wurden die Gegner bloß markiert, blieben aber am Leben. Alle Spieler bekamen eine Einführung, sie waren also mit der groben Spielmechanik vertraut.

Die Auswertung der Reaktionen zeigte, dass es keine Unterschiede zwischen beiden Versionen gab hinsichtlich des Aggressionspotenzials. Stattdessen äußerten sowohl die Spieler der gewalttätigen als auch der gewaltfreien Version nur dann Frustration, wenn sie mit der Steuerung nicht zurechtkamen.

In einem zweiten Versuch wurde zusätzlich zwischen Teilnehmern unterschieden, die bereits Erfahrung mit dem Spiel hatten und Teilnehmern, die das Spiel nicht kannten. Aus allen vier Gruppen waren es die Neulinge, die weniger Motivation und mehr Frustration an den Tag legten - unabhängig davon, ob sie nun die gewalttätige oder die gewaltfreie Version spielten.

Frustrierte Spieler lassen andere eher leiden 

eye home zur Startseite
flasherle 16. Apr 2014

ja und fifa 14 kam im september 13 raus und viele der bugs werden schon seit fifa 09...

gandalfmitfahrk... 15. Apr 2014

"Je frustrierender das spiel für seine spieler ist, desto aggressiver werden diese" ist...

Garius 15. Apr 2014

Ich danke dir so sehr, dass du mir dieses Spiel gezeigt hast. Nun fühle ich mich endlich...

Garius 15. Apr 2014

Ich wäre sehr froh wenn ich wüsste, dass meine Steuergelder öfter für den Abbau von...

the_spacewürm 15. Apr 2014

Es wurde auch lange nicht wirklich bestritten, dass die Erde ein Scheibe ist. Oder, dass...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn
  2. Bizerba SE & Co. KG, Balingen
  3. Ratbacher GmbH, Stuttgart
  4. über Hays AG, Rhein-Main-Gebiet


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  2. (u. a. Fast & Furious 1-7 Blu-ray 26,49€, Indiana Jones Complete Blu-ray 14,76€, The Complete...
  3. (u. a. Reign, Person of Interest, Gossip Girl, The Clone Wars)

Folgen Sie uns
       


  1. HP

    Im Envy 13 steckt eine Geforce MX150

  2. Quantencomputer

    Nano-Kühlung für Qubits

  3. Rockstar Games

    Red Dead Redemption 2 auf Frühjahr 2018 verschoben

  4. Software-Update

    Tesla-Autopilot 2.0 soll ab Juni "butterweich" fahren

  5. Gratis-Reparaturprogramm

    Apple repariert Grafikfehler älterer Macbook Pro nicht mehr

  6. Amazon Channels

    Prime Video erhält Pay-TV-Plattform mit Live-Fernsehen

  7. Bayerischer Rundfunk

    Fernsehsender wollen über 5G ausstrahlen

  8. Kupfer

    Nokia hält Terabit DSL für überflüssig

  9. Kryptowährung

    Bitcoin notiert auf neuem Rekordhoch

  10. Facebook

    Dokumente zum Umgang mit Sex- und Gewaltinhalten geleakt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

Google I/O: Google verzückt die Entwickler
Google I/O
Google verzückt die Entwickler
  1. Neue Version im Hands On Android TV bekommt eine vernünftige Kanalübersicht
  2. Play Store Google nimmt sich Apps mit schlechten Bewertungen vor
  3. Daydream Standalone-Headsets auf Preisniveau von Vive und Oculus Rift

Panasonic Lumix GH5 im Test: Die Kamera, auf die wir gewartet haben
Panasonic Lumix GH5 im Test
Die Kamera, auf die wir gewartet haben
  1. Die Woche im Video Scharfes Video, spartanisches Windows, spaßige Switch

  1. Re: Deutsche wollen das nicht

    My1 | 11:07

  2. Live-Sport

    GebrateneTaube | 11:07

  3. Re: Pay to Win?

    ufo70 | 11:04

  4. Re: Markenanmutung

    knete | 11:04

  5. Re: Release Date für komplettes Spiel?

    Muhaha | 11:03


  1. 11:12

  2. 09:55

  3. 09:44

  4. 07:29

  5. 07:15

  6. 00:01

  7. 18:45

  8. 16:35


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel