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Videoportal: Youtube löscht Milliarden Fake-Views

Das Videoportal Youtube soll Milliarden Fake-Views aus seiner Statistik gelöscht haben. Musikexperten begründen den Rückgang der Views mit einer angepassten Zählstrategie des Unternehmens.
/ Steve Haak
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Die Anzahl der Views bei Youtube (Bild: Thomas Coex/AFP/Getty Images)
Die Anzahl der Views bei Youtube Bild: Thomas Coex/AFP/Getty Images

Zum Jahresende hat Youtube auf seinem Portal aufgeräumt und soll Milliarden Views entfernt haben. Wie The Daily Dot berichtet(öffnet im neuen Fenster) sind vor allem die Kanäle der Musikindustrie betroffen. Große Musikkonzerne wie Sony/BMG, die Universal Music Group und RCA Records hätten zusammen mehr als zwei Milliarden Views verloren. Auch Videos seien entfernt worden.

Am stärksten getroffen hat es demnach den Musikkonzern Universal. Der verlor laut einer Auswertung der Analyse-Website Socialblade(öffnet im neuen Fenster) mehr als eine Milliarde Views auf seinem Kanal. Das Unternehmen hatte fast sieben Milliarden Aufrufe seiner Videos. Jetzt sind es sechs Milliarden.

Auf dem Youtube-Kanal des Musikanbieters Sony/BMG wurden laut der Auswertung(öffnet im neuen Fenster) mehr als 850 Millionen Views gelöscht. Das New Yorker Musiklabel RCA Records, das bekannte Musikgrößen wie Pink und die Foo Fighters unter Vertrag hat, verlor mehr als 159 Millionen Views(öffnet im neuen Fenster) . Auch die Kanäle von Musikern wie Michael Jackson(öffnet im neuen Fenster) , Beyoncé(öffnet im neuen Fenster) und Avril Lavigne(öffnet im neuen Fenster) verloren hunderttausende Aufrufe.

Zusammen mit den Views sind auch Videos der Musikkonzerne auf deren Kanälen verschwunden. Auf dem Universal-Kanal(öffnet im neuen Fenster) befinden sich nur noch fünf Videos. Sony/BMG(öffnet im neuen Fenster) hat nur noch drei Videos im Angebot. Ob das im Zusammenhang mit den gelöschten Views steht, ist nicht bekannt. Weder Youtube noch die betroffenen Unternehmen äußerten sich auf Nachfrage von The Daily Dot dazu.

Möglich sei das aber, heißt es. Youtube habe schon einmal Videos mit gekauften Views gelöscht. Das Unternehmen habe damals auf den Abschnitt 4 H seiner Terms of Service(öffnet im neuen Fenster) verwiesen, in denen es ein "automatisiertes Verfahren" zum Generieren von Views verbietet.

Das US-Musikmagazin Billboard hat eine andere Erklärung(öffnet im neuen Fenster) für die gelöschten Views und Videos. Youtube habe seine Zählweise angepasst, schreibt das Magazin unter Berufung auf einen Youtube-Sprecher. Bei Universal und Sony seien Videos in den letzten Jahren auf den Vevo-Kanal(öffnet im neuen Fenster) übertragen worden. Dieser gehöre zwar zu Youtube. Videos, die dorthin verschoben worden sind, seien bei der letzten Zählung jedoch nicht beachtet worden.

Dass Unternehmen gegen gekaufte Klicks vorgehen ist nicht neu. Neben Google, zu dem auch Youtube gehört, löschte auch das soziale Netzwerk Facebook gekaufte Klicks . Mit einem verbesserten Algorithmus will der Konzern Fake-Likes besser erkennen und automatisch löschen lassen.


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