Abo
  • IT-Karriere:

Videolan: Decoder Dav1d unterstützt AV1-Spec komplett

Der freie AV1-Decoder Dav1d deckt laut Videolan-Chef Jean-Baptiste Kempf mittlerweile die gesamte AV1-Spezifikation und Funktionen für den Codec mit 8 und 10 Bit Farbtiefe ab. Dav1d ist außerdem deutlich schneller als die Referenz und soll in Firefox integriert werden.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Die Videolan-Entwickler wollen Dav1d möglichst schnell fertigstellen.
Die Videolan-Entwickler wollen Dav1d möglichst schnell fertigstellen. (Bild: Pixabay/CC0 1.0)

Einer ersten stabilen Veröffentlichung des freien Decoders Dav1d für den Videocodec AV1 steht offenbar nicht mehr viel im Weg, wie aus einem Blogeintrag des Videolan-Projektleiters Jean-Baptiste Kempf hervorgeht. Und obwohl das Projekt offiziell erst vor rund zwei Monaten gestartet worden sei, decke der Decoder inzwischen die gesamten Spezifikationen von AV1 für 8 und 10 Bit Farbtiefe ab. Dav1d sei auch mindestens doppelt, häufig sogar viermal so schnell wie die Referenzimplementierung Libaom, des Konsortiums Alliance for Open Media (Aomedia).

Dav1d ist besser als die Referenz

Stellenmarkt
  1. AKDB, Regensburg
  2. LOTTO Hessen GmbH, Wiesbaden

Kempf empfiehlt Dav1d und den dazugehörigen freien Codec AV1 deshalb auch für den produktiven Einsatz. Laut dem Entwickler könne die Konkurrenz HEVC alias H.265 damit abgelöst werden. Nicht nur sei AV1 bis zu 20 Prozent besser als HEVC, er sei auch nicht mit "teuren" und "verwirrenden" Patentlizenzen belastet. Letztlich stehen auch die großen Webfirmen hinter dem Codec, wie etwa Amazon, Facebook, Google, Microsoft, Mozilla oder Netflix.

Dav1d ist in einer Zusammenarbeit der Entwickler des VLC-Players sowie der größeren Videolan- und FFmpeg-Community entstanden, weil der Referenzdecoder für AV1 schlicht zu langsam war. Ziel des Projekts ist ein Decoder, der klein sein soll, außerdem so schnell wie möglich, plattformübergreifend, korrekte Threadunterstützung bietet sowie frei und tatsächlich Open Source ist.

Letzteres ist eine Anspielung auf den Referenz-Decoder für AV1, den die Aomedia zur Verfügung stellt. Dieser steht zwar unter einer Open-Source-Lizenz, wird aber nicht von einer größeren Community entwickelt oder eingesetzt.

Das Projekt gibt es zwar erst seit zwei Monaten, doch sind bereits mehr als 500 einzelne Beiträge in dem Code gelandet. Ebenso seien inzwischen spezifische Funktionen wie etwa Film Grain, Super-Res und Scaled References sowohl in der 8- als auch in der 10-Bit-Version angekommen.

Gefuzzt und optimiert

Nicht nur bringe Dav1d nun ein ordentliches Public API mit, das Team habe den Code auch mit OSS-Fuzz getestet, was inzwischen 99 Prozent der Funktionen und 97 Prozent der Codezeilen abdecke. Mit Fuzzing-Technologie können einige Sicherheitslücken und sonstige Fehler aufgefunden werden, was insbesondere bei Projekten wie dem Decoder Dav1d wichtig ist.

Das Team habe zudem viele Teile des Decoders in Assembler für moderne CPUs umgesetzt und auch die Größe des C-Codes selbst optimiert. Das liefere eine besonders gute Leistung und Dav1d daher sehr schnell auf Prozessoren mit AVX2-Unterstützung, was etwa 50 Prozent aller Desktop-CPUs abdecke. Für SSE- und ARM-Assembler-Optimierungen wolle man in den nächsten Wochen dasselbe erreichen, ARMv8-Support sei auf dem Weg.

Für konkrete Zahlen liefert der Blogpost verschiedene aufgearbeitete Benchmarks. Diese vergleichen unter anderem Aomdec und Dav1d auf Intel- und AMD-Plattformen (Haswell und Zen). Noch fehle dem Decoder zwar noch der letzte Schliff, aber Firefox 65 könnte Dav1d bereits an Bord haben. Die Veröffentlichung der Browserversion ist derzeit für Ende Januar 2019 geplant. Googles Chrome-Browser unterstützt bereits erste Tests mit AV1.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 469,00€
  2. (u. a. Ryzen 5-2600X für 184,90€ oder Sapphire Radeon RX 570 Pulse für 149,00€)
  3. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)

Proctrap 24. Nov 2018

Ehrlich gesagt komme ich problemlos mit stable durch. Und die letzten Releases in stable...

nille02 23. Nov 2018

Die können dir egal sein. Du kannst mittels ffmpeg decoden und das Ergebnis einfach per...

matok 22. Nov 2018

Das Statement kannst bei jedem neuen Codec Copy&Pasten.

andiskater 22. Nov 2018

Auf iOS kann es sein, dass Apple den Codec nicht für bestehende Geräte bringt, weil die...


Folgen Sie uns
       


Amazon Basics PC-Peripherie ausprobiert

Amazons Basics-Reihe beinhaltet eine Reihe von PC-Peripheriegeräten. Wir haben uns alles nötige bestellt und überprüft, ob sich ein Kauf der Produkte lohnt.

Amazon Basics PC-Peripherie ausprobiert Video aufrufen
Bug Bounty Hunter: Mit Hacker 101-Tutorials zum Millionär
Bug Bounty Hunter
Mit "Hacker 101"-Tutorials zum Millionär

Santiago Lopez hat sich als Junge selbst das Hacken beigebracht und spürt Sicherheitslücken in der Software von Unternehmen auf. Gerade hat er damit seine erste Million verdient. Im Interview mit Golem.de erzählt er von seinem Alltag.
Ein Interview von Maja Hoock

  1. White Hat Hacking In unter zwei Stunden in Universitätsnetzwerke gelangen

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    •  /