Videokonferenz: Verbraucherschützer verklagen Zoom

Unter anderem wegen falscher Aussagen zur verwendeten Verschlüsselung fordert eine Verbraucherschutzorganisation Schadensersatz von Zoom.

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Mit der Verschlüsselung von Zoom ist kein Blumentopf zu gewinnen.
Mit der Verschlüsselung von Zoom ist kein Blumentopf zu gewinnen. (Bild: Zoom)

Die Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog fordert Schadensersatz von Zoom, da das Unternehmen seine Nutzerschaft mit Aussagen zur eingesetzten Verschlüsselung getäuscht habe. Das Unternehmen hatte mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geworben, die es jedoch nicht gab. Nun hat die Verbraucherschutzorganisation Klage vor dem Obersten Gericht in Washington D.C. eingereicht. In dieser wird dem Videokonferenzdienst zudem vorgeworfen, das Ausmaß der Verbindungen nach China nicht offengelegt zu haben. Beispielweise wurden Konferenzen innerhalb der USA auch über Server in China geleitet. Zuerst hatte die Zeitung Washington Post berichtet.

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Diese vorgetäuschten Behauptungen "wiegten Verbraucher und Unternehmen in einem falschen Sicherheitsgefühl" und verhalfen Zoom in den ersten Monaten der Pandemie zu einem Höhenflug, so die Klage. "Es ist unglaublich, wie unverhohlen Zoom etwas behauptet hat, was nicht der Fall war", sagte Jerry Flanagan, der Direktor für Rechtsstreitigkeiten bei Consumer Watchdog, der Washington Post.

"Wenn ein riesiges Unternehmen wie Zoom jahrelang behauptet, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu haben, was nicht der Fall war, muss man sehr besorgt sein, dass andere Unternehmen dasselbe tun oder dass sie es in Zukunft tun werden", sagte Flanagan. Eine Strafe für Zooms Geschäftsgebaren solle daher auch andere Unternehmen davon abhalten mit falschen Behauptungen zu werben. Laut der Washington Post fordert die Verbraucherschutzgruppe für jede Person, die in Washington D.C. lebt und Zoom für nicht-geschäftliche Zwecke genutzt hat, einen Schadensersatz von 1.500 US-Dollar.

Falsche Behauptungen zur Verschlüsselung bei Zoom aufgedeckt

Eine Recherche des Onlinemagazins The Intercept hatte im März die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufgedeckt. Ein Zoom-Sprecher gab zu, dass die Behauptung auf der Webseite und im Security-Whitepaper nicht stimmt: "Derzeit ist es nicht möglich, die E2E-Verschlüsselung für Zoom-Videokonferenzen zu aktivieren." Er erklärte, dass die Inhalte zwischen den Zoom-Clients und der Zoom-Cloud verschlüsselt würden.

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Diese Implementierung wird Transportverschlüsselung genannt und bietet nicht einmal im Ansatz die gleiche Sicherheit wie eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, da nicht nur den Kommunikationsteilnehmern an den Endpunkten, sondern auch dem Anbieter alle Daten im Klartext zur Verfügung stehen. Mittlerweile hat Zoom eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angekündigt, diese soll jedoch nur optional zur Verfügung stehen.

Anfang des Jahres hatte Zoom mit etlichen Sicherheitslücken zu kämpfen. Im März wurde zudem eine Klage gegen Zoom eingereicht, weil das Unternehmen heimlich Daten an Facebook übermittelt hatte. Laut der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk lässt sich Zoom in Deutschland ohnehin nicht rechtskonform nutzen. Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber rät von einer Nutzung ab.

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