Videokonferenz gestört: Polizei ermittelt Zoombomber

Über seinen Youtube-Kanal konnte ein 21-Jähriger ermittelt werden, der zuvor den Online-Unterricht an einer Schule gestört hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Online-Unterricht wird immer wieder durch Zoombombing gestört.
Online-Unterricht wird immer wieder durch Zoombombing gestört. (Bild: Hatice EROL/Pixabay)

Nach einem Fall von Zoombombing in einer Mittelschule im Unterallgäu hat die Polizei den mutmaßlichen Täter ermittelt. Ein 21-Jähriger aus Augsburg soll sich "mit Unterstützung eines Schülers unberechtigt Zugang zum aktuell stattfindenden Online-Unterricht einer 9. Klasse verschafft" haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit.

Stellenmarkt
  1. IT Performance Manager (m/w/d)
    CG Car-Garantie Versicherungs-AG, Freiburg im Breisgau
  2. Entwicklerin / Entwickler (w/m/d) für Microsoft Cloud-Dienste
    Universität Passau, Passau
Detailsuche

Dort habe er den laufenden Unterricht mehrfach massiv mit lauter Musik, Gesängen, Zwischenrufen und Provokationen gegenüber den Lehrern gestört, so dass ein geregelter Unterricht nicht mehr möglich gewesen sei, schreibt die Generalstaatsanwaltschaft. Anschließend seien Aufzeichnungen der Aktion in zusammengeschnittener Form auf einem Youtube-Kanal veröffentlicht worden. In den unerlaubt angefertigten Aufnahmen sei auch der betroffene Lehrer gezeigt worden.

Über Youtube-Kanal ermittelt

Auf dem Youtube-Kanal seien "regelmäßig ähnliche Videos verbreitet" worden, hieß es weiter. Durch eine "akribische Auswertung" der dort veröffentlichten Inhalte habe der 21-Jährige durch Polizeikräfte des Fachkommissariats Cybercrime der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen als mutmaßlicher Täter ermittelt werden können.

Am 27. Januar sei daraufhin die Wohnung des Beschuldigten durchsucht worden. Es seien dessen Computer und Mobiltelefone sichergestellt worden, die jetzt ausgewertet würden, heißt es in der Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft. "Gegen den 21-Jährigen wird nun wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes in mehreren Fällen ermittelt. Das Gesetz sieht hierfür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor."

Golem Karrierewelt
  1. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
  2. AZ-500 Microsoft Azure Security Technologies (AZ-500T00): virtueller Vier-Tage-Workshop
    30.01.-02.02.2023, virtuell
Weitere IT-Trainings

In die Videokonferenz der Schule soll der Beschuldigte über Zugangsdaten eingedrungen sein, die er von einem Schüler der betroffenen 9. Klasse erhalten haben soll. Gegen den 14-Jährigen läuft nun ein Verfahren wegen Beihilfe. Auch sein Smartphone sei sichergestellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der 21-jährige Beschuldigte habe die Besucher seines Youtube-Kanals immer wieder aufgefordert, ihm Zugangsdaten zu Videokonferenzen zukommen zu lassen.

Zoombombing an Schulen

In den letzten Tagen häufen sich die Berichte über Zoombombing an Schulen. Der Begriff wurde schon zu Beginn der Coronapandemie geprägt, als in großem Stil Videokonferenzen von Trollen übernommen und gestört worden waren. Darunter waren auch Wahlkampfveranstaltungen oder öffentliche Diskussionsrunden.

Nun trifft es vermehrt Schulen: So wurden in der vergangenen Woche Vorfälle in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern bekannt. Dort waren Nacktbilder beziehungsweise pornografische Darstellungen auf Lernplattformen von Grundschülern aufgetaucht. Welche Videokonferenzsoftware in den jeweiligen Schulen eingesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


User_x 04. Feb 2021

zu alt? Sinn des Lebens einzig in Strafbarkeit in voller härte zur Machtdemonstration.

der_wahre_hannes 01. Feb 2021

Weil? Schulunterricht ist quasi ein Paradebeispiel der nicht-Öffentlichkeit.

Sportstudent 01. Feb 2021

Die Verhältnismäßigkeit müsste dann im Zweifel durch den Beschuldigten noch mal...

gelöscht 30. Jan 2021

Jeder weiss doch, die deutschen haben keinen Humor. Wer lacht bekommt eine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Twitter
Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah

Nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist klar: Das Netzwerk hat wesentlich weniger Mitarbeiter. Es ist aber noch viel mehr passiert.
Ein Bericht von Oliver Nickel

Twitter: Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah
Artikel
  1. Responsible Disclosure: Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer
    Responsible Disclosure
    Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer

    Ein Sicherheitsforscher hat eine Lücke bei mehreren Unternehmen und Stadtverwaltungen gemeldet. Obi machte es ihm besonders schwer.

  2. Telefónica: Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert
    Telefónica
    Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert

    Seit August 2010 laufen in Deutschland LTE-Netze. Nun wird 5G langsam wichtiger, doch die Berliner U-Bahn ist noch immer nicht für alle mit 4G versorgt.

  3. Sono Motors: Solarauto Sion steht vor dem Aus
    Sono Motors
    Solarauto Sion steht vor dem Aus

    Sono Motors hat nicht mehr genug Geld für den Aufbau der Serienproduktion des Solarautos Sion. Nun soll die Community finanziell helfen. Mal wieder.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon • Samsung SSDs bis -28% • Rabatt-Code für ebay • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% • HyperX PC-Peripherie -56% • Google Pixel 6 & 7 -49% • PS5-Spiele günstiger • Tiefstpreise: Palit RTX 4080 1.369€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ [Werbung]
    •  /