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Videocodec: AV1 läuft überall - außer auf Apple-Geräten

Die Unterstützung zum Abspielen von AV1-Videoinhalten ist inzwischen sehr weit fortgeschritten. Offenbar fehlt nur noch ein wichtiger Hersteller.

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Mit Boardmitteln können Apple-Geräte derzeit noch keine AV1-Inhalte abspielen. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Die Videospezialisten von Bitmovin stellen in ihrem Blog eine ausführliche Analyse zum aktuellen Stand der Unterstützung des freien Videocodecs AV1 der Alliance for Open Media (Aomedia) bereit. Werden die großen Browser- und Betriebssystemhersteller betrachtet, fehlt lediglich Apple mit Safari sowie iOS und MacOS, die noch kein AV1 nativ unterstützen. Selbst bei einer erweiterten Betrachtung von Smart TVs und Konsolen steht Apple in Bezug auf die fehlende Unterstützung inzwischen offenbar weitgehend isoliert da.

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Schon seit 2015 arbeitet das Industriekonsortium Aomedia offiziell an dem neuen Videocodec AV1, der als Standard für das Web inzwischen frei verfügbar ist und als Alternative zu dem MPEG-Format HEVC alias H.265 eingesetzt werden kann. Im Vergleich zu den vorhergehenden und älteren Codes hat das neben einer starken Komprimierung vor allem der Vorteil, dass AV1 eine freie Patentlizenz enthält, die Nutzung - anders als bei den MPEG-Formaten - also keine Lizenzgebühren erfordert. Apple ist seit Jahren Mitglied der Aomedia.

Laut Bitmovin lässt sich AV1 inzwischen auf Windows und Android nutzen. Die Browser Chrome und Edge unterstützen den Codec, ebenso der Firefox, was derzeit aber von einem Bug verhindert werde. Auch die Darstellung von AV1-Inhalten auf klassischen Linux-Desktop-Distributionen funktioniert seit Jahren problemlos. Unterstützt wird AV1 der Analyse zufolge inzwischen außerdem von aktuellen Smart TVs von Sony (Google TV), LG und Samsung. Ebenso unterstützen Fire-TV-Geräte (Sticks und Smart-TVs von Drittherstellern) sowie aktuelle Konsolen bereits AV1.

Apple wartet wohl auf eigene Hardware-Beschleunigung

Bitmovin unterscheidet in seiner Betrachtung jedoch nicht zwischen Hardware- und Software-Support. Das bedeutet nicht nur deutliche Leistungsunterschiede, sondern beschränkt auch die Einsatzmöglichkeiten von AV1. Ohne einen Hardware-Encoder lassen sich etwa Videokonferenzen in AV1 nur sehr schwer und mit vergleichsweise viel CPU-Leistung umsetzen. Das Decoding, auch über Software auf eventuell älteren Geräten, sollte davon nicht so stark betroffen sein.

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Dass Apple in seinen eigenen Betriebssystemen und Browser AV1 noch nicht unterstützt, dürfte wohl an der fehlenden Hardware-Unterstützung liegen. Die eigenen SoC der A- (iPhone und Apple TV) und M-Reihe (Mac) fehlen entsprechende Einheiten. Erst im Juni dieses Jahres zeigte aber eine Änderung an der Entwicklerdokumentation, dass Apple dies offenbar vorbereitet.