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Videocodec: AV1 ist offiziell fertig

Die Alliance for Open Media hat die erste Version der Spezifikation des neuen freien Videocodecs AV1 veröffentlicht. Hersteller können nun mit der Integration beginnen. Das Konsortium erwartet eine Marktdurchdringung des Codecs in Hardware bis 2020.
/ Sebastian Grüner
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Die Aomedia hat AV1 fertig gestellt. (Bild: Aomedia)
Die Aomedia hat AV1 fertig gestellt. Bild: Aomedia

Die Spezifikation für die erste Version des neuen freien Videocodecs AV1 ist erschienen, wie das dafür verantwortliche Industriekonsortium Alliance for Open Media (Aomedia) mitteilt(öffnet im neuen Fenster) . Der Code unterliegt einer freien Lizenz und wird bei der Internet Engineering Task Force (IETF) als kommender Internetstandard spezifiziert. Auf dem IETF Meeting 101 vor rund einer Woche kündigten die Beteiligten bereits an, dass die Arbeit an der Codec-Spezifikation eingefroren sei .

Nun sind die Arbeiten offiziell abgeschlossen. Was das heißt, fasst der Geschäftsführer der Aomedia, Gabe Frost, so zusammen: "Ein ganzes Ökosystem kann damit beginnen, Videoprodukte und -erlebnisse zu kreieren, die die Kunden lieben" . Unterschiedliche Tests der Beteiligten der Aomedia und der IETF zeigen, dass der Codec vor allem bei Videos in 4K/UHD-Auflösung bis zu 30 Prozent höhere Kompressionsraten bietet als die direkte Konkurrenz aus dem freien VP9 sowie HEVC, alias H.265.

AV 1 Videocodec ausprobiert
AV 1 Videocodec ausprobiert (01:16)

Die nun verfügbare Spezifikation definiert das Bitstream-Format sowie den Decoding-Prozess des neuen Video-Codecs. Darüber hinaus werden experimentelle nicht-optimierte Software-Encoder und -Decoder bereitgestellt sowie Referenz-Streams für Hersteller zum Testen und Validieren ihrer Produkte.

Große Verbreitung ab 2020

Die ersten für Nutzer verfügbaren Produkte zum Testen des Codecs sollten Software-Umsetzungen in Browsern sein, mit denen etwa Mozilla bereits experimentiert. Das Konsortium erwartet, dass dies noch in diesem Jahr geschieht, ebenso sollen in diesem Jahr wohl noch die ersten optimierten Coding-Werkzeuge bereitstehen.

Im kommenden Jahr soll es erste Implementierungen als Software-Hardware-Hybride geben, etwa auf Konsolen. Ebenfalls ab 2019 sollen erste Hardware-Implementierungen als IP-Cores für Chips verschiedener Geräteklassen für die Hersteller zur Integration bereitstehen. Auch Videoinhalt, der AV1 nutzt, sollte dann verfügbar sein.

Eine breite Marktdurchdringung des Videocodecs will die Aomedia bis 2020 erreicht haben. Dann sollen sämtliche neuen Consumer-Geräte den Codec unterstützen. Dazu gehört das Abspielen auf verschiedenem Plattformen oder die direkte Videoaufzeichnung. Bis dahin will das Konsortium auch mit der Entwicklung eines Nachfolgecodecs AV2 beginnen.


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