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Video Game History Foundation: Disc-Aus hat kaum Auswirkungen auf Spielearchivare

Ein Großteil der in den vergangenen 20 Jahren veröffentlichten Spiele erschien ohnehin nur digital. Das Problem für Archivare liegt woanders.
/ Mike Faust
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Spiele-Discs einfach nur in ein Regal zu stellen, ist schon lange keine geeignete Archivierungsmöglichkeit mehr. (Bild: Video Game History Foundation)
Spiele-Discs einfach nur in ein Regal zu stellen, ist schon lange keine geeignete Archivierungsmöglichkeit mehr. Bild: Video Game History Foundation

Der Gründer der Video Game History Foundation, Frank Cifaldi, sieht im Ende der physischen Datenträger für Playstation-Spiele nur geringe Auswirkungen für die Arbeit von Archivaren. Wie Cifaldi in einem Beitrag auf Bluesky(öffnet im neuen Fenster) äußerte, wurde ein Großteil der Videospiele in den vergangenen 20 Jahren ohnehin nur digital veröffentlicht.

Hinzu komme, dass viele Spiele, die auf Discs erschienen, bereits am ersten Tag durch Patches verändert würden und die physische Version somit ebenfalls nicht das Erlebnis widerspiegele, das tatsächlich gespielt worden sei. Museen und Archive hätten sich unter anderem deshalb bereits seit Längerem auf die Sicherung rein digitaler Inhalte vorbereitet.

Weiterhin sei die unzureichende Gesetzgebung für die Archivierung von Softwareinhalten problematisch, meint Cifaldi. Die Spieleindustrie erwarte von Institutionen wie der Video Game History Foundation, dass Inhalte über ihre Distributionsplattformen heruntergeladen würden.

Kopierschutzmaßnahmen sind das größere Problem

Digitale Kopien, die durch Nutzeraccounts an derartige Plattformen gebunden sind, lassen sich durch die eingesetzten Kopierschutzmaßnahmen allerdings nicht legal archivieren, ohne dass dabei gegen geltendes Recht verstoßen wird. Darauf zu hoffen, dass etwa ein GTA VI durch ein Museum heruntergeladen werde und nach 50 Jahren immer noch spielbar sei, sei keine Lösung für Archivare, so Cifaldi weiter.

Neben Kopien von Spielen sammelt das Video Game History Museum auch Entwicklerdokumente, Kataloge, Magazine und anderes Material zur Geschichte der Videospiele. Ein ähnliches Projekt in Deutschland, die Internationale Computerspielesammlung (ICS), musste wegen der im April 2026 ausgelaufenen Projektförderung vorläufig eingestellt werden.


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