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Video-App: Microsoft will nach drohendem US-Verbot Tiktok kaufen

Microsoft unterstützt die Politik von Donald Trump , und will Tiktok von dem unter Druck stehenden chinesischen Besitzer Bytedance kaufen.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Achim Sawall
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Absolut unberechenbar: Donald Trump (Bild: Reuters)
Absolut unberechenbar: Donald Trump Bild: Reuters

Microsoft ist in Gesprächen für die Übernahme der chinesischen Video-App Tiktok. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Personen. Präsident Donald Trump sagte am Freitag, er wolle die App in den USA verbieten. "Wir schauen uns Tiktok an. Möglicherweise verbieten wir Tiktok" , sagte Trump. "In Bezug auf Tiktok suchen wir nach vielen Alternativen."

Laut Informationen der New York Times(öffnet im neuen Fenster) erwägt die Trump-Administration den Tiktok-Eigner Bytedance anzuweisen, sich wieder von den im Jahr 2017 erworbenen US-amerikanischen Vermögenswerten zu trennen, die später zu Tiktok zusammengeführt wurden. Die Trump-Regierung wirft Tiktok vor, die Daten von US-Amerikanern an die chinesische Regierung weiterzuleiten , was Bytedance bestreitet. Das Videoportal für kurze Playback-Clips und andere Videos ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt.

Einige Investoren der Tiktok-Muttergesellschaft Bytedance, die die beliebte Social-Media-App übernehmen möchten, schätzen laut einem früheren Bericht von Reuters(öffnet im neuen Fenster) den Wert von Tiktok auf rund 50 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als vergleichbare Unternehmen wie Snap.

Die Trump-Administration prüft laut New York Times auch, Bytedance auf die sogenannte Entity List zusetzen, die ausländische Unternehmen daran hindert, US-amerikanische Produkte und Dienstleistungen ohne spezielle Lizenz zu kaufen, so mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei ist auf dieser Liste. Die US-Regierung wirft Huawei neben Spionage für die chinesiche Regierung vor, die Iran- und Nordkorea-Sanktionen verletzt, US-amerikanisches geistiges Eigentum gestohlen sowie Hintertüren für den chinesischen Geheimdienst in seiner Mobilfunkausrüstung eingebaut zu haben. Belege für die Anschuldigungen, die Huawei zurückweist, wurden von den USA nicht vorgelegt.

Nachtrag vom 2. August 2020, 11:25 Uhr

Wie das Wall Street Journal inzwischen berichtet(öffnet im neuen Fenster) , seien die Gespräche zwischen Microsoft und dem Tiktok-Eigner Bytedance unterbrochen. Der Grund dafür ist offenbar der Widerspruch durch Donald Trump an dem möglichen Kauf. Ob und wie es mit den Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen nun weitergeht, ist zunächst unklar.


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