Abo
  • Services:

Vibraphone: Der Vibrationsalarm wird zum Mikrofon

Eine Smartwach mit Spracheingabe? Das könnte es mit dem Vibraphone bald geben. Das ist ein Vibrationsmotor, der umgebaut wurde: zum Mikrofon.

Artikel veröffentlicht am ,
Vibraphone: Assistenzsystem für Schwerhörige
Vibraphone: Assistenzsystem für Schwerhörige (Bild: University of Illinois/Screenshot: Golem.de)

Vorsicht, Vibrationsmotor hört mit: Eine Methode, um den Vibrationsalarm des Smartphones zum Mikrofon umzufunktionieren, haben Romit Roy Choudhury und Nirupam Roy entwickelt. Als Spionagewerkzeug taugt das aber nicht.

Stellenmarkt
  1. Ober Scharrer Gruppe GmbH, Düsseldorf
  2. Endress+Hauser InfoServe GmbH+Co. KG, Freiburg im Breisgau

Vibraphone nennen die beiden Forscher von der Universität Illinois in Ubana-Champaign ihr System. Dabei drehen sie die Funktion eines Linear Resonant Actuators (LSA) um, so dass der Vibrationsmotor wie ein Mikrofon arbeitet.

In einem solchen Motor wird eine magnetische Masse mit dem Anlegen einer Spannung in Schwingungen versetzt. Nach dem Prinzip funktioniert auch ein Lautsprecher. Ein Mikrofon arbeitet genau andersherum: Schallwellen versetzen eine magnetische Membran in Schwingungen, wodurch elektrische Signale erzeugt werden.

Der Vibrationsmotor erfasst nicht alle Töne

Choudhury und Roy modifizierten das LSA leicht und machten ihn so zum Mikrofon: Die magnetische Masse wird durch Schwingungen der Luft in Bewegung versetzt, was an der Spule elektrische Signale induziert. Allerdings erfasst dieses rudimentäre Mikrofon nur niedrige Frequenzen unterhalb 2 Kilohertz. Es kann also Schall nur eingeschränkt aufzeichnen.

Die beiden Forscher entwickelten eine Methode, um den Rest zu rekonstruieren. Dabei werden die verstümmelten Aufzeichnungen mit den originalen Tönen verglichen. Das System versucht dann, zu extrapolieren, welche höheren Frequenzen ursprünglich vorhanden gewesen sein könnten.

Das Ergebnis ist nicht gut, aber erkennbar

Das Ergebnis ist zwar nicht berauschend. Allerdings konnten sowohl Menschen als auch Spracherkennungsalgorithmen die so bearbeiteten Aufnahmen erkennen - Menschen zu 80 Prozent, die Algorithmen zu 60 Prozent.

Allerdings muss sich niemand Sorgen machen, dass das Smartphone über den Vibrationsalarm zum Spionagewerkzeug wird. Um den Vibrationsmotor zum Mikrofon umzubauen, muss er neu verdrahtet werden - und funktioniert dann nicht mehr als Vibrationsmotor. Alternativ könnte der Chip für die Leistungsregelung dazu eingesetzt werden, Spannungsschwankungen in dem Vibrationsmotor zu erfassen, sagte Roy dem US-Onlinenachrichtenangebot Techcrunch. Das hätten sie allerdings nicht ausprobiert.

Geräte ohne Mikrofon erhalten Spracheingabe

Allerdings haben Choudhury und Roy mit Vibraphone auch anderes als Spionage im Sinn. So könnten Geräte eine Spracheingabe erhalten, die kein Mikrofon, aber einen Vibrationsmotor haben wie manche Fitnessarmbänder oder Smartwatches. Eine andere Anwendung könnte ein Assistenzsystem für Schwerhörige sein, das Sprache aus den Schwingungen von Stimmbändern, Gesichts- oder Schädelknochen rekonstruiert.

Choudhury und Roy wollen Vibraphone auf der Mobisys vorstellen. Die Konferenz findet Ende des Monats in Singapur statt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

nolonar 10. Jun 2016

Wollte ich auch gerade sagen. Wenn man zumindest 2 Geräte in 1 haben könnte, ok, das...

Lala Satalin... 10. Jun 2016

S und F kann man damit definitiv nicht mehr unterscheiden.

vimar 10. Jun 2016

s.o.

iToms 09. Jun 2016

Das iPhone 6s (Plus) nicht mehr.


Folgen Sie uns
       


MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 2

Im zweiten Teil unseres Livestreams basteln wir ein eigenes neues Deck (dreifarbig!) und ziehen damit in den Kampf.

MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 2 Video aufrufen
Magnetfeld: Wenn der Nordpol wandern geht
Magnetfeld
Wenn der Nordpol wandern geht

Das Erdmagnetfeld macht nicht das, was Geoforscher erwartet hatten - Nachjustierungen am irdischen Magnetmodell sind erforderlich.
Ein Bericht von Dirk Eidemüller

  1. Emotionen erkennen Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
  2. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

Radeon VII im Test: Die Grafikkarte für Videospeicher-Liebhaber
Radeon VII im Test
Die Grafikkarte für Videospeicher-Liebhaber

Höherer Preis, ähnliche Performance und doppelt so viel Videospeicher wie die Geforce RTX 2080: AMDs Radeon VII ist eine primär technisch spannende Grafikkarte. Bei Energie-Effizienz und Lautheit bleibt sie chancenlos, die 16 GByte Videospeicher sind eher ein Nischen-Bonus.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Grafikkarte UEFI-Firmware lässt Radeon VII schneller booten
  2. AMD Radeon VII tritt mit PCIe Gen3 und geringer DP-Rate an
  3. Radeon Instinct MI60 AMD hat erste Grafikkarte mit 7 nm und PCIe 4.0

Tesla: Kleiner Gewinn, ungewisse Zukunft
Tesla
Kleiner Gewinn, ungewisse Zukunft

Tesla erzielt im vierten Quartal 2018 einen kleinen Gewinn. Doch mit Entlassungen, Schuldenberg, Preisanhebungen beim Laden, Wegfall des Empfehlungsprogramms und zunehmendem Wettbewerb durch andere Hersteller sieht die Zukunft des Elektroauto-Herstellers durchwachsen aus.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Tesla Model 3 Tesla macht alle Varianten des Model 3 günstiger
  2. Kundenprotest Tesla senkt Supercharger-Preise wieder
  3. Stromladetankstellen Tesla erhöht Supercharger-Preise drastisch

    •  /