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Vibe Coding im Selbstversuch: In zwei Stunden ein SaaS bauen

Prototyp in zwei Stunden, Livegang am selben Tag: Unser Versuch zeigt, wie weit Vibe Coding beim Bau einer SaaS-Plattform trägt.
/ Oliver Jessner
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Nach seinem jüngsten Vibe-Coding-Experiment ist unser Autor überzeugter als noch bei seinem ersten Versuch vor zwei Jahren. (Bild: Pixabay)
Nach seinem jüngsten Vibe-Coding-Experiment ist unser Autor überzeugter als noch bei seinem ersten Versuch vor zwei Jahren. Bild: Pixabay
Inhalt
  1. Vibe Coding im Selbstversuch: In zwei Stunden ein SaaS bauen
  2. Set-up: Was ich diesmal anders gemacht habe
  3. Wo es noch Probleme gibt

In meiner Linkedin- und Threads-Blase reden seit einiger Zeit viele vom Vibe Coding, dem Programmieren per KI-Prompt und ein bisschen Bauchgefühl. Man bekommt das Gefühl, dass plötzlich jeder innerhalb weniger Tage ein Start-up-Founder für das Next Big Thing ist.

Nachdem ich es vor zwei Jahren schon einmal ausprobiert hatte und vom Ergebnis enttäuscht war, hielt ich Vibe Coding erst einmal nur für einen Hype. Aus Neugier habe ich es nun noch einmal getestet. Mit nur einem KI-Prompt, ein paar Chat-Nachbesserungen und minimalem eigenen Code habe ich tatsächlich eine kleine SaaS-Anwendung, komplett mit Login und Zahlungsschnittstelle, entwickelt und live gestellt.

Vom Hype zur Praxis

In meinen Social-Media-Feeds schwärmen alle vom Vibe Coding, Solo-Gründerinnen und -Gründer hoffen, damit schnell eigene Apps umzusetzen. Ich wurde neugierig. Zugleich baten mich Freunde und Bekannte in jüngster Zeit oft, ihre Mietverträge zu prüfen. Warum also nicht dafür ein Tool bauen und es von der KI programmieren lassen?

Wo fängt Vibe Coding an und wo hört es auf?

Doch Vibe Coding ist nicht gleich Vibe Coding: Manche nutzen KI-Chatbots nur als Hilfe, andere lassen sie nahezu alles programmieren. Ich entschied mich für Letzteres. Mein Plan: mit einem einzigen ausführlichen Prompt eine komplette Web-App generieren zu lassen und anschließend nur minimale Korrekturen per Chat vorzunehmen.

Dabei wollte ich herausfinden, wie weit ich kommen kann, ohne selbst wieder zu programmieren. Ich war gespannt, ob die KI wirklich liefern oder mich ein Déjà-vu von vor zwei Jahren erwarten würde.

Erste KI-Coding-Versuche enttäuschen

Ich blicke auf 15 Jahre Softwareentwicklung zurück, doch mein erster Versuch mit Vibe Coding vor zwei Jahren endete ernüchternd. Damals lieferte ChatGPT hauptsächlich unzuverlässigen oder unsauberen Code. OAuth-Anmeldungen funktionierten nicht richtig, Umgebungsvariablen mit API-Schlüsseln landeten versehentlich im Repository, und das Frontend wies XSS-Schwachstellen auf.

Entsprechend groß war meine Enttäuschung. Ich legte das Thema Vibe Coding zunächst auf Eis, die Technik schien noch nicht reif.


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