Vibe Coding Cleanup Specialist: KI eröffnet neues Berufsfeld für Programmierer

Immer häufiger wenden sich kleine Teams an erfahrene Entwickler, um mit Vibe-Coding, also mithilfe von KI erstellte Software anzupassen. Wie 404Media berichtet(öffnet im neuen Fenster) , taucht auf Linkedin immer häufiger die Berufsbezeichnung "Vibe Coding Cleanup Specialists" auf, mit der Freiberufler und auch Unternehmen ihre Dienste anbieten.
Der freischaffende Softwareentwickler Hamid Siddiqi sagte 404Media, dass er seinen Kunden seit Ende 2023 die Behebung von Vibe-Coding-Fehlern anbietet. Derzeit arbeite er regelmäßig mit 15 bis 20 Kunden zusammen, führt er aus.
"Ich habe angefangen, Projekte mit Vibe-Coding zu reparieren, weil mir aufgefallen ist, dass immer mehr Entwickler und kleine Teams Schwierigkeiten hatten, den von KI generierten Code zu verfeinern, der zwar funktional war, aber nicht den Feinschliff oder das Vibe hatte, das sie für ihre Vision benötigten" , erklärt Siddiqi.
Inkonsistente UX-Designs und unintuitive Elemente
Zu den häufigsten Problemen gehören laut Siddiqi inkonsistente UI-/UX-Designs in KI-generierten Frontends, schlecht optimierter Code, der die Leistung beeinträchtigt, sowie falsch angeordnete Elemente und Funktionen, die zwar funktionieren, aber sich klobig und unintuitiv anfühlen. Häufig müssten auch Farbschemata, Animationen und Layouts verfeinert werden, um die vom Auftraggeber beabsichtigte Ästhetik zu erreichen.
Swatantra Sohni, Gründer der Webseite vibecodefixers.com, erklärt die Hintergründe für den steigenden Bedarf dieser Dienstleistung. "Die meisten dieser Vibe-Coder sind entweder Produktmanager, Vertriebsmitarbeiter oder Kleinunternehmer, die glauben, dass sie etwas entwickeln können" , führt er aus und ergänzt, dass es dabei aber eher um die Entwicklung eines Prototyps gehe.
Für diesen Zweck sei Vibe-Coding sehr praktisch, aber es ziele nicht darauf ab, Software in Produktionsqualität zu entwickeln, so Sohni. Ein weiteres Problem sei der sogenannten Credit-Burn, bei dem Vibe-Coder in der Endphase ihrer Softwareentwicklung Geld für KI-Nutzungsgebühren verschwendeten.
Günstiger, wenn man einfach neu anfängt
Dieser Effekt trete häufig ein, wenn neue Funktionen von der KI hinzugefügt werden sollten und dadurch andere Funktionen beeinträchtigt würden. An dieser Stelle wäre es laut Sohni günstiger, man würde neu mit der App-Entwicklung anfangen. Da viele Menschen aber an ihrem Projekt hingen, sei ihnen lieber, dass jemand den Fehler in der Software behebe, statt dass diese neu geschrieben werde.
Es zeigt sich also einmal mehr, dass KI teure Fehlerkorrekturen verursachen kann und dafür sorgt, dass Menschen nicht arbeitslos werden .