Viasat mit Problemen: Versicherungen könnten bald keine neuen Satelliten abdecken

Satellitenanbieter lassen ihre Satelliten von Versicherungen absichern – was nach einem erneuten möglichen Ausfall eines Viasat-Satelliten zum Problem werden könnte.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung eines Viasat-Satelliten im Weltall
Eine künstlerische Darstellung eines Viasat-Satelliten im Weltall (Bild: Cesarhenriquebrandao, Wikipedia)

Für den Satellitenbetreiber Viasat sieht es gerade nicht gut aus. Seine Satelliten machen Probleme und der Marktwert für sie beläuft sich auf etwa eine Milliarde US-Dollar. Derzeit bereiten sich die Raumfahrtversicherer auf marktbewegende Forderungen vor, die es anderen Unternehmen in Zukunft erschweren dürften, Satelliten versicherungstechnisch abzusichern.

Der kommerzielle Kommunikationssatellit Viasat-3 Americas sollte die Ausweitung der Festnetz-Breitbandabdeckung voranbringen und eine Alternative zur Konkurrenz sein – wie den Starlink-Satelliten von SpaceX. Doch im April 2023 konnte der Satellit seine Antenne nicht ausrichten.

Satelliten sind ein teures Geschäft für Versicherungen

Falls es Viasat weiterhin nicht gelingt, das Problem zu beheben, beläuft sich die Schadenssumme für diesen einen Satelliten nach Schätzungen von Branchenvertretern auf rekordverdächtige 420 Millionen US-Dollar. Der bisherige Höchstbetrag für einen einzelnen Satelliten lag im Jahr 2019 bei 373 Millionen US-Dollar – es war der Falconeye-1-Satellit der Vereinigten Arabischen Emirate.

Am 24. August 2023 meldete Viasat einen weiteren angeschlagenen Satelliten: Sein im Februar gestarteter Satellit Inmarsat-6 F2 habe ein Energieproblem. Dieses könnte dazu führen, dass der Satellit komplett ausfällt, was einen Versicherungsanspruch in Höhe von 350 Millionen US-Dollar nach sich ziehen würde.

Bereits im Jahr 2017 meldete das Unternehmen ein Problem mit der Antenne seines Viasat-2-Satelliten. Dies löste eine Schadensersatzforderung in Höhe von 188 Millionen US-Dollar aus.

Noch kein Schadensfall, aber es könnte einer werden

Die Probleme von Viasat im Orbit kommen ein paar Jahre, nachdem große Versicherer wie American International Group und Allianz SE ihre Raumfahrtportfolios geschlossen haben. Denn im Jahr 2019 beliefen sich die Gesamtverluste aus Satellitenschäden auf 788 Millionen US-Dollar. Das übertraf die Gesamtprämien für 2019 um 500 Millionen US-Dollar, berichtet Yahoo Finance. Damit ist ein kleinerer Pool von Anbietern übrig geblieben, der die Risiken auf dem hochriskanten Satellitenmarkt auffängt.

Viasat und andere Branchenteilnehmer dürften es in Zukunft nicht leicht haben, eine Versicherung für künftige Satellitenstarts zu erhalten, erklärte Louie DiPalma von der Investmentbank William Blair gegenüber Yahoo Finance. Derzeit ist noch nicht sicher, ob Viasat einen Schadensfall einreichen wird. Das Unternehmen wolle sich noch Zeit nehmen, um gute Messungen zu erhalten, sagte CEO Mark Dankberg. Solange werde es keine Konsequenzen geben. Vielleicht kann der Satellit dennoch betrieben werden und es handelt sich um keinen weiteren Schadensfall.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Supie 06. Sep 2023

Also man betrachte sich das mal erstaunt.......Da wird eine Versicherung jeweils für den...

JE 06. Sep 2023

Die starlink-Satelliten sind deutlich günstiger und nur für ein paar Jahre Laufzeit...

mal_so 05. Sep 2023

wenn jeder 2. Start ein Versicherungsfall wird, wird die Prämie ca. 50% der...

scrumdideldu 05. Sep 2023

Ich verstehe auch das Gemecker über Versicherungen nicht. Außer der Kfz-Versicherung muss...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /