Illegale Wissenschaft

Sie werden stattdessen wohl früh im kommenden Jahr Wege finden, die entsprechenden Dokumente an den offiziellen Kanälen wie Moodle vorbei zu teilen und damit die Einzelmeldung zu vermeiden. Geschlossene Facebook- oder Whatsapp-Gruppen oder auch einfach nur ein mit digitalisierten Texten vorbereiteter USB-Stick, der in der ersten Veranstaltung einmal durchgereicht wird, reichen aus, um die ganzen schönen Richtlinien unkompliziert zu umgehen. Solch eine digitale Zugänglichmachung ist bisher Teil der pauschalen Abrechnung gewesen.

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Je nach Lehrkraft, Fach und Universität ist es teils schon seit Jahren üblich, Texte an den offiziellen Kanälen vorbei weiterzuverteilen. Das geschieht etwa bei Werken, die Hochschulen einfach nicht lizenziert haben, zum Beispiel weil das richtige Abo zu teuer ist oder das Buch nicht gekauft werden konnte. Da wird Seminarteilnehmern einfach nahegelegt, auf illegale Plattformen wie Scihub auszuweichen oder die entsprechenden Texte doch einfach als PDF-Datei über eine Suchmaschine der Wahl zu beziehen.

Der Verlierer ist das Urheberrecht

Erfahrungen mit der illegalen Wissensvermittlung gibt es also jetzt schon zuhauf. Und mit der Weigerung der Universitäten, dem Rahmenvertrag der VG Wort zuzustimmen, wird das noch zunehmen. Für die Hochschulen selbst ergibt sich daraus eigentlich kein direkter Nachteil, diese können ja im Grunde weiter ihre Aufgabe erfüllen und zudem noch darauf verweisen, dass dies auch ohne Zustimmung zum Rahmenvertrag einfach möglich ist.

Es ist schwer vorstellbar, wie die VG Wort dagegen vorgehen will. Bei eventuellen Klagen müsste einerseits wohl ein vorsätzliches individuelles Fehlverhalten nachgewiesen werden und andererseits könnte die VG Wort bei Klagen gegen Universitäten und den Wissensbetrieb wohl schnell die Gema als unbeliebteste Verwertungsgesellschaft in Deutschland ablösen.

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Stattdessen könnte die VG Wort auch einfach auf das Angebot der Universitäten eingehen, die pauschale Zahlung wieder einzuführen. Die VG Wort wolle zumindest vorerst Gespräche für eine Lösung der Situation aber nur "auf der Grundlage des Rahmenvertrages" führen, sagt Staats. Dass die geforderte pauschale Zahlung wieder eingeführt wird, ist also noch eher unwahrscheinlich. Und so verliert das gültige Urheberrecht weiter an Ansehen und Legitimität in breiten Bevölkerungsschichten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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My1 22. Jan 2017

ich weiß nicht wie das mit patenten genau läuft aber mit dem Uhrheberrecht ist es wohl...

bombinho 22. Jan 2017

Und so wird die Folge sein, dass die Unis auf gemeinfreie Werke umsatteln und es sich...

Rulf 16. Dez 2016

nö...ganz und garnicht...und schon überhaupt gar nicht wenn der "künstler" schon 70...

thinksimple 11. Dez 2016

Was für ein Jammern. Immer die armen Studenten. Studenten bekommen ihr Studium kostenlos...



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