Abo
  • IT-Karriere:

Black Panther: Spezialeffekte für Hollywood aus Berlin

Das deutsche VFX-Studio Rise hat sich in der Filmbranche einen Namen gemacht, etwa mit Civil War und Babylon Berlin. Für den kommenden Marvel-Film Black Panther hat es eine futuristische Hightech-Welt erschaffen.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Rise FX sitzt unter anderem in Berlin Kreuzberg.
Rise FX sitzt unter anderem in Berlin Kreuzberg. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Zwei Hubschrauber kreisen über dem Ruwenzori-Gebirge in Uganda. Einer trägt eine Filmkamera, der andere ein Fotografenteam, das in 5.000 Metern Höhe Aufnahmen vom Gletscher macht. Wagemutig stehen die Fotografen - mit Klettergurten gesichert - auf den Kufen des Hubschraubers, mit Spiegelreflexkameras machen sie 50-Megapixel-Fotos von der Landschaft. Lichtstarke Objektive sorgen dafür, dass die Vibration des Hubschraubers die Fotos nicht zu stark verwackelt. Präzision ist gefragt, denn die Fotos dienen als Vorlage für ein 3D-Modell. Aus dem wiederum wird später ein Gebirge in einem Hollywood-Film.

Inhalt:
  1. Black Panther: Spezialeffekte für Hollywood aus Berlin
  2. Eine eigene Software für Babylon Berlin
  3. Geld spielt keine Rolle mehr

An Bord der Hubschrauber sind Mitarbeiter der Marvel-Studios. Und Spezialisten vom deutschen VFX-Studio Rise. Die Expedition im März 2017 sammelt Material für den Film Black Panther, der am 15. Februar 2018 in die deutschen Kinos kommt.

In der Comicverfilmung kehrt der namensgebende Superheld in sein afrikanisches Heimatland Wakanda zurück, um die Thronfolge des verstorbenen Vaters anzutreten, muss sich aber schon bald diverser Kontrahenten erwehren. Wakanda ist im Marvel-Kosmos die fortschrittlichste Nation der Welt, die ihre Hochtechnologie jedoch verbirgt, um unbehelligt zu bleiben.

  • (Bild: Marvel Studios 2018)
  • (Bild: Marvel Studios 2018)
  • (Bild: Marvel Studios 2018)
  • (Bild: Marvel Studios 2018)
  • (Bild: Marvel Studios 2018)
(Bild: Marvel Studios 2018)

Rund 200 Millionen US-Dollar hat Disney die Verfilmung des afrofuturistischen Abenteuers gekostet, zum Einsatz kommen Schauspieler wie Chadwick Boseman (T'Challa alias Black Panther), Martin Freeman, Andy Serkis und Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong'o. Und eben Spezialeffekte von der Firma Rise. Wie die entstanden sind, hat sich Golem.de vom Executive Producer und Studio-Mitgründer Florian Gellinger erklären lassen.

Guter Draht zu Marvel

Stellenmarkt
  1. Paul Henke GmbH & Co. KG, Löhne
  2. DIBT Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin

Wir treffen Gellinger im Studio in Berlin-Kreuzberg, unweit des Schlesischen Tors und mit Blick auf die Spree. Weitere Niederlassungen hat Rise in München, Stuttgart und Köln. Die 2007 gegründete Firma hat heute rund 100 feste Mitarbeiter, 30 Prozent davon Frauen. Stehen mehrere Großprojekte an, beschäftigt Rise zusätzlich bis zu 120 freie Mitarbeiter. Die Auftragslage ist exzellent: Zuletzt wirkte Rise unter anderem an der Fernsehserie Babylon Berlin, der Netflix-Serie Dark und an diversen Marvel-Verfilmungen mit, darunter Guardians of the Galaxy, Iron Man 3 und The First Avenger: Civil War.

In den vergangenen Jahren ist Rise rasant gewachsen. 2009 erregte das Studio erstmals international Aufsehen, als es einen spektakulären Autounfall für den Arthouse-Film This is Love simulierte. "Danach waren wir plötzlich ein Name", erzählt Gellinger. Entscheidende Kontakte knüpfte Rise noch im selben Jahr, als Ninja Assassin in Babelsberg gedreht wurde. "Dabei haben wir zwei amerikanische Supervisoren kennengelernt", erzählt Gellinger, "der eine machte danach Captain America, der andere Iron Man 3". Die Effektarbeit am ersten Captain America (The First Avenger) sei die Eintrittskarte nach Hollywood gewesen, sagt der VFX-Spezialist. Wenn Blitze, Plasmageschosse oder zusammenstürzende Wolkenkratzer gebraucht wurden, wandte sich Marvel an die Deutschen. Nach und nach erweiterte Rise sein Portfolio. Die Firma spezialisierte sich zunehmend auf unsichtbare Effekte und auf Environments, also computeranimierte Schauplätze, in die real gefilmte Schauspieler eingefügt werden.

10.000 Fotos vom Hubschrauberflug

Für Black Panther visualisierte Rise eine majestätische Hochkultur in den Bergen. Das Jabariland ist eine Provinz im Norden des Königreichs Wakanda und spielt in dem Film eine wichtige Rolle. Als Vorlage dienten die eingangs geschilderten Ruwenzori-Berge in Uganda. "Um die Berge zu digitalisieren, haben wir eine Software benutzt, die der von Google Earth ähnelt", erzählt Gellinger. "Sie baut aus verschiedenen Fotos ein 3D-Modell zusammen." Die Photogrammetrie-Software verwendet Deep Learning und Object Recognition. "Wenn sie identische Punkte auf allen Bildern gefunden hat, kann sie daraus die Geometrie triangulieren, ein 3D-Modell bauen und die Fotos auf die verschiedenen Seiten projizieren", so Gellinger. Rise machte bei dem Hubschrauberflug knapp 10.000 Fotos, um die Höhenverteilung der Gletscher ausrechnen zu lassen. "Dieser Detailgrad ging dann in die 3D-Software ein, und unsere Mitarbeiter haben das Material wie Bildhauer mit Stift und Tablet bearbeitet, so als wäre es aus Knete oder Ton."

Die Stadt in den Bergen baute Rise dann mit einer CAD-ähnlichen Software. Von Marvels Art Department hatte die Firma vorab einen Entwurf erhalten, der aber nicht mehr funktionierte. "Die Stadt hat sich nur schwer in den Berg eingefügt", sagt Gellinger. "Es sollte aber wie aus einem Guss aussehen." Also begannen die Rise-Concepter damit, neue Ideen zu sammeln. "Wir haben mit uralten Mammutbäumen begonnen, die im Gebirge gewachsen und abgestorben sind und dann als Wohnungen ausgefräst wurden. Das ging dann aber ein bisschen zu sehr in Richtung Ewok-Design." Rise revidierte den Entwurf, weil es der Grundidee einer Hochkultur widersprach - schließlich ist Wakanda ein Hightech-Land. "Stattdessen haben wir uns dann eher an moderner Holzverplankung im Luxusschiffbau orientiert." Die eleganten Gebäudestrukturen und filigranen Brücken erinnern tatsächlich an einen Segelhafen - nur eben auf der Spitze vergletscherter Berge.

Eine eigene Software für Babylon Berlin 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

cyzz 14. Jul 2018

für Hollywood arbeiten eben nur ganz spezielle Menschen.

dantist 13. Jul 2018

Weiß jemand, wie der fast durchsichtige Bürostuhl im ersten Bild heißt? Sieht interessant...

ArcherV 11. Jul 2018

Ist ja vollkommen in Ordnung. Jeder hat einen anderen Geschmack. :-)

unbuntu 09. Jul 2018

Wobei die CGI in Black Panther teils echt schlecht war...

logged_in 16. Feb 2018

Also da kann man echt nicht meckern. Erst Klasse was die da abliefern. Interessant das...


Folgen Sie uns
       


Minecraft Earth - Gameplay

Minecraft schafft den Sprung in die echte-virtuelle Welt: In Minecraft Earth können Spieler direkt in der Nachbarschaft prächtige Gebäude aus dem Boden stampfen und gegen Skelette kämpfen.

Minecraft Earth - Gameplay Video aufrufen
Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
Cyberangriffe
Attribution ist wie ein Indizienprozess

Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.
Von Anna Biselli

  1. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken
  2. Internet of Things Neue Angriffe der Hackergruppe Fancy Bear
  3. IT-Security Hoodie-Klischeebilder sollen durch Wettbewerb verschwinden

Linux-Kernel: Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen
Linux-Kernel
Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

Bisher gilt Google als positive Ausnahme von der schlechten Update-Politik im Android-Ökosystem. Doch eine aktuelle Sicherheitslücke zeigt, dass auch Google die Updates nicht im Griff hat. Das ist selbst verschuldet und könnte vermieden werden.
Ein IMHO von Sebastian Grüner

  1. Kernel Linux bekommt Unterstützung für USB 4
  2. Kernel Vorschau auf Linux 5.4 bringt viele Security-Funktionen
  3. Linux Lockdown-Patches im Kernel aufgenommen

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

    •  /