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Geld spielt keine Rolle mehr

Der Produzent begrüßt, dass TV und Kino sich tricktechnisch annähern: "Ich finde es schön, dass das Fernsehen sich jetzt auch traut, auf Kino-Level zu arbeiten. Und dass man sich jetzt auch bewusst ist, wie viel mehr Kosten und Aufwand das bedeutet." Bei richtig großen TV-Events spiele Geld ohnehin kaum noch eine Rolle: "Man hat für die 300 Millionen US-Dollar auch nicht nur einen Zwei-Stunden-Film, sondern zehn Stunden Programm. Die Blu-Ray-Box ist auch nach einem Jahr noch für 40 Euro im Handel." Es sei viel wirtschaftlicher, mit VFX auch gleich mehr Output zu erzeugen: "Das war in Deutschland ein Lerneffekt der letzten zehn Jahre." Gellinger freut, dass Rise mit den amerikanischen Studios viel experimentieren durfte: "Jetzt sind wir bereit, den entsprechenden Content für ambitionierte deutsche Projekte zu liefern."

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Für viele Filmstudios ist der Einsatz von VFX schlichtweg eine Kostenersparnis: So war es deutlich günstiger, die Avengers in Atlanta zu drehen und digital nachzubearbeiten, als ein 600-köpfiges Filmteam nach Lagos zu verschiffen. Aber nicht nur beim Dreh selbst, sondern schon im Vorfeld können VFX-Studios zur Kostendämmung beitragen. Rise etwa bietet die Möglichkeit, komplette Locations per 3D-Scanner zu digitalisieren. Die Locations werden dann in die Unreal Engine portiert und mit VR-Systemen wie HTC Vive begehbar gemacht. "Man kann den Dreh planen, als ob man dort wäre", sagt Gellinger. Der Regisseur sieht auf einem virtuellen LCD-Bildschirm das Bild, das er mit seiner virtuellen Kamera aufnimmt. Außerdem lassen sich in der VR-Location Entfernungen abmessen - zum Beispiel, wenn man herausfinden will, ob ein Auto durch eine Häuserlücke passt. Die 3D-Scans vom Drehort können auch als Vorlage für VR-Games dienen. Etwa dann, wenn das Filmstudio zu Promo-Zwecken entsprechende Spin-offs veröffentlicht.

Berlin als Vorlage

Rise nutzt den 3D-Scanner rege, um Material fürs eigene Archiv zu sammeln. Gerade der Firmenstandort Berlin dient den Tricktechnikern immer wieder als Vorlage, besonders für historische Filme. Rise hat hier bereits einige Nazibauten eingescannt, darunter den Tempelhofer Flughafen und das Messegelände. Das eingescannte Material taucht dann womöglich in künftigen Produktionen wieder auf. Auch sonst ist Berlin eine - bisweilen makabre - Fundgrube: Als 2008 die Köpenicker Papierfabrik brannte, eilte Gellinger mit seiner Kamera zur Oberbaumbrücke. "Die Aufnahme von den Rauchschwaden ist in fast in jedem unserer Filme drin, in denen etwas brennt oder explodiert."

Die Bedeutung der VFX-Industrie werde häufig unterschätzt, sagt Gellinger. Allein in London arbeiteten bereits rund 10.000 Menschen an Kino-Effekten. Die Zahl in Deutschland schätzt er allerdings auf "weniger als 1.000". Die größten deutschen VFX-Zentren seien Berlin, München und Stuttgart - wobei in Stuttgart sehr viel an der Automobilbranche hänge. Der Rise-Mitgründer sieht hier einen grundlegenden Unterschied: "Ein Auto muss in einem Werbespot immer klinisch rein aussehen. Bei uns ist das ganz anders: Alles muss kaputt und dreckig wirken."

Auch künftig dürfte Rise die Arbeit nicht ausgehen, im Gegenteil. Zurzeit arbeitet die Firma unter anderem an Avengers: Infinity War, Jim Knopf, der neuen Staffel von Babylon Berlin sowie an Drachenreiter, einer Koproduktion der Tochterfirma Rise Pictures mit Constantin Film.

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cyzz 14. Jul 2018

für Hollywood arbeiten eben nur ganz spezielle Menschen.

dantist 13. Jul 2018

Weiß jemand, wie der fast durchsichtige Bürostuhl im ersten Bild heißt? Sieht interessant...

ArcherV 11. Jul 2018

Ist ja vollkommen in Ordnung. Jeder hat einen anderen Geschmack. :-)

unbuntu 09. Jul 2018

Wobei die CGI in Black Panther teils echt schlecht war...

logged_in 16. Feb 2018

Also da kann man echt nicht meckern. Erst Klasse was die da abliefern. Interessant das...


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