Verzögerungen bei Streaming-Produktionen: Hollywood-Schauspieler streiken - auch wegen KI
Doppelstreik in Hollywood: Nach den Drehbuchautoren legen die Schauspieler in den USA ihre Arbeit nieder. Nachdem bei Verhandlungen mit dem Verband der TV- und Filmstudios AMPTP keine Einigung erzielt worden sei, werde die Arbeit ab dem 14. Juli 2023 eingestellt, erklärte die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA(öffnet im neuen Fenster) .
Damit können in den USA nach Medieneinschätzungen vorerst kaum noch Filme und Serien gedreht werden. Die Darsteller fordern unter anderem eine bessere Vergütung und die Regelung des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) in der Branche. Die Studios wollen Hintergrund-Darsteller scannen und dann Eigentümer des Abbilds sein, um dieses beliebig oft auch für andere Produktionen zu nutzen. Dafür sollten Schauspieler einen Tageslohn erhalten. "Wir hatten keine Wahl" , sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Fran Drescher bei einer Pressekonferenz. Drescher wurde durch die Comedy-Serie Die Nanny bekannt.
"Wir sind die Opfer hier. Wir werden von einer sehr gierigen Einheit zu Opfern gemacht." Die Mitglieder ihrer Gewerkschaft dürften nicht länger "an den Rand gedrängt sowie respektlos und ehrlos behandelt werden" . Zuvor hatten beide Seiten einen Schlichter hinzugezogen. Trotzdem wurde bis zu einer von der Schauspielgewerkschaft gesetzten Frist keine Einigung gefunden.
Produzenten und Schauspieler haben unterschiedliche Vorstellungen
"Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, wie weit wir bei so vielen Dingen auseinander sind" , sagte Drescher. Der Verband der TV- und Filmstudios AMPTP(öffnet im neuen Fenster) – der unter anderem Netflix, Amazon, Apple und Disney vertritt – verteidigte sich. Man habe versucht, eine Einigung zu finden, hieß es in einer Mitteilung.
Die Gewerkschaft habe "leider einen Weg gesucht, der zu finanziellen Problemen für die unzähligen Tausend Menschen führen wird, die auf die Branche angewiesen sind" . Zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler machten nach der Bekanntgabe ihre Unterstützung für den Streik öffentlich.
"Wir werden das gewinnen" , schrieb Cynthia Nixon bei Twitter(öffnet im neuen Fenster) . Auch Darsteller wie Josh Gad, Jamie Lee Curtis und Issa Rae signalisierten über die sozialen Medien ihre Unterstützung. Die Schauspieler des Films Oppenheimer, darunter Matt Damon und Emily Blunt, verließen am 13. Juli 2023 nach einem Auftritt auf dem roten Teppich aus Solidarität mit dem Streik eine Premiere in London.
US-Unterhaltungsbranche unter Druck
Der Streik ist ein weiterer Schlag für die Unterhaltungsindustrie in den USA, denn seit dem 2. Mai 2023 legten bereits die Drehbuchautoren ihre Arbeit nieder. Deren Streik hat bereits Auswirkungen für Zuschauer: So können beispielsweise viele Late-Night-Shows nicht mehr wie sonst ausgestrahlt werden. Die Starttermine vieler Kinofilme sowie Serien und Filme für Streamingdienste wurden verschoben.
Beide Kreativbranchen leiden darunter, dass zwar mehr Filme und Serien produziert werden, aber die Budgets sinken. Zudem haben Serien seit Jahren weniger Folgen pro Staffel als es vor einigen Jahrzehnten üblich war. Außerdem bringen Wiederholungen bei Streaminganbietern für die Kreativen anders als im Fernsehen geringere und von der Zuschauerzahl unabhängige Tantiemen.
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