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Very Large Telescope: Riesenstern Beteigeuze ist nicht allein

500 Millionen Mal größer als die Sonne, kurz vorm Explodieren und einer der hellsten Sterne am Himmel. Nun wird Beteigeuze noch außergewöhnlicher.
/ Mario Petzold
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Der Ring markiert Beteigeuze, der aus dem Bild herausgerechnet wurde. Das Kreuz zeigt den neu entdeckten Begleiter. (Bild: ESO/M. Montargès et al.)
Der Ring markiert Beteigeuze, der aus dem Bild herausgerechnet wurde. Das Kreuz zeigt den neu entdeckten Begleiter. Bild: ESO/M. Montargès et al.

Beteigeuze, eigentlich Betelgeuse, was auf Arabisch Hand der Riesin bedeutet, ist noch ein wenig ungewöhnlicher als bisher bekannt. Aufnahmen des Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte(öffnet im neuen Fenster) in Chile zeigen mit großer Sicherheit einen deutlich schwächer leuchtenden Begleiter, der den Riesenstern umkreist.

Die Studie, an der ein weltweites Forschungsteam beteiligt war, wurde in Astronomy & Astrophysics(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Demnach konnte der mutmaßliche Begleiter, der Nomenklatur nach Beteigeuze B genannt, direkt nachgewiesen werden. Das Teleskop hat somit das Licht dieses zweiten Sterns selbst aufgenommen.

Weitere Observationen müssen noch zeigen, ob die beiden Sterne tatsächlich gravitativ miteinander verbunden sind. Das wäre der Fall, wenn der Stern in einem Jahr auf der anderen Seite von Beteigeuze zu beobachten ist.

Jahrhunderte alte Untersuchungen

Die Existenz eines solchen Begleiters wurde bereits seit den Anfängen der wissenschaftlichen Sternenbeobachtung als mögliche Erklärung für die regelmäßigen Helligkeitsschwankungen des Überriesen herangezogen. Dafür ist der neu entdeckte Stern, der immerhin die zwei- bis dreifache Masse der Sonne aufweist, allerdings nicht hell genug.

Schließlich zählt Beteigeuze zu den hellsten Sternen am Nachthimmel überhaupt. Sein Radius entspricht dem 760-fachen des Sonnenradius, seine Masse ist knapp 20-mal höher als die der Sonne. Die linke Schulter des Sternbilds Orion gehört zudem zu den wenigen Sternen, die mit einem handelsüblichen Teleskop als Scheibe beobachtet werden können.

Heller als erwartet strahlt Beteigeuze B dennoch. Eine Studie aus dem Jahr 2024 in The Astrophysical Journal sagte voraus, dass ein potenzieller Begleiter im Dezember 2024 den größten Abstand haben müsste. Daraufhin wurde in diesem Zeitraum versucht, mit dem VLT Hinweise auf den Begleiter zu finden. Tatsächlich ergab die anschließende Auswertung, dass statt indirekter Belege für seine Existenz das Licht des neuen Sterns selbst aufgenommen wurde.

In den Nachrichten war Beteigeuze zuletzt vor fünf Jahren, als er sich immer weiter verdunkelte. Das wurde von einigen Beobachtern als Vorzeichen einer bevorstehenden Supernova gedeutet, in der Beteigeuze und auch sein Begleiter irgendwann verglühen werden. Schließlich sind die Helligkeitsschwankungen nach aktuellem Kenntnisstand darauf zurückzuführen, dass sich Beteigeuze in der letzten Phase vor seiner Explosion befindet.

Tatsächlich hatte sich bei der ungewöhnlich starken Verdunklung jedoch nur eine Staubwolke in die Sichtlinie zum 700 Lichtjahre entfernten Riesen geschoben, was Beobachtungen am VLT zeigten. Es dürfte also noch ein wenig dauern, bis eine Supernova in Sternbild Orion zu sehen sein wird.


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