Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Verwaltungsrat: Vodafone-Group-Chef Nick Read tritt zurück

Nach enttäuschenden Ergebnissen auf dem deutschen Markt zieht der Chef der britischen Vodafone Group die Konsequenzen. Eine echte Nachfolge ist noch nicht gefunden.
/ Achim Sawall
8 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Nick Read hat die Erwartungen der Eigner der Vodafone Group nicht mehr erfüllt. (Bild: Vodafone Group/ Screenshot Golem.de)
Nick Read hat die Erwartungen der Eigner der Vodafone Group nicht mehr erfüllt. Bild: Vodafone Group/ Screenshot Golem.de

Der Chef der Vodafone Group Nick Read wird binnen eines Monats zurücktreten. Das gab der britische Konzern am 5. Dezember 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Eine dauerhafte Nachfolge ist vom Verwaltungsrat noch nicht gefunden, Finanzchefin Margherita Della Valle übernimmt übergangsweise zusätzlich die Konzernführung.

Reads Abgang erfolgt weniger als einen Monat, nachdem Vodafone seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr senkte, was mit den schwachen Ergebnissen auf dem deutschen Markt begründet wurde.

Auf Deutschland entfallen rund 30 Prozent des Konzernumsatzes. "Ich habe mit dem Vorstand vereinbart, dass jetzt der richtige Moment ist, um an eine neue Führungskraft zu übergeben, die auf den Stärken von Vodafone aufbauen und die bedeutenden Chancen nutzen kann, die vor uns liegen" , sagte Read in einer Erklärung. Der Aktienkurs ist in diesem Jahr stark gefallen.

Aktienkurs brach 2022 ein

Read war über 20 Jahre bei der Vodafone Group, er bleibt offiziell bis Ende März 2023 Berater des Vorstands. Die Vodafone-Aktie ist in diesem Jahr um 19 Prozent gefallen, verglichen mit einem Zuwachs von zwei Prozent im FTSE 100. Vodafone verlor in den vergangenen fünf Jahren mehr als ein Drittel seines Börsenwerts.

In den vergangenen 12 Monaten sah sich Vodafone mehrfach zunehmenden Drucks von aktivistischen Investoren wie Cevian Capital ausgesetzt, die den Konzern zerschlagen wollten. Am 30. September 2022 gab das Unternehmen eine Vereinbarung zum Kauf des portugiesischen Telekommunikationsbetreibers Nowo vom spanischen Betreiber Masmovil bekannt. Read konnte im vergangenen Monat eine Vereinbarung über den Verkauf von bis zu 50 Prozent der Mobilfunkmasten für 14,8 Milliarden Euro abschließen. Ein Verkauf von großen Teilen von Vantage Towers wird Milliarden Euro freisetzen, um die Schuldenlast des Mutterkonzerns zu reduzieren.


Relevante Themen