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Verwaltung: IT-Dienstleister Berlins ist stark unterfinanziert

Zwei Notfallkredite über 40 Millionen Euro hat Berlins IT-Dienstleister laut einem Bericht in diesem Jahr benötigt, um Löhne und Lieferanten zu bezahlen.
/ Andreas Donath
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Rotes Rathaus Berlin (Bild: Pexels)
Rotes Rathaus Berlin Bild: Pexels / CC0 1.0

Das IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) Berlin habe in diesem Jahr zwei Notfallkredite in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro benötigt, um ausstehende Gehälter und Lieferanten bezahlen zu können, berichtet der Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) . Ohne diese Finanzspritzen hätte die in Charlottenburg-Wilmersdorf ansässige Behörde im Februar und Ende November ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Nach derzeitigem Stand schulden verschiedene Auftraggeber aus Landesbehörden und Bezirken dem ITDZ 16,8 Millionen Euro, heißt es im Tagesspiegel(öffnet im neuen Fenster) .

Sicherheitsmängel in den Bezirken

Zeitgleich zeigen sich in Marzahn-Hellersdorf erhebliche Defizite bei der IT-Sicherheit(öffnet im neuen Fenster) . Der Landesrechnungshof stellte fest, dass wichtige Konzepte zur Notfallvorsorge seit Jahren fehlen. Serverräume seien unzureichend gesichert, Mitarbeiter erhielten keine ausreichenden Schulungen.

Die fragmentierte Zuständigkeit führt zu ineffizienten Strukturen. Angesichts steigender Bedrohungen im digitalen Raum stelle die derzeitige Verfassung der Berliner Verwaltungs-IT ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, heißt es im Tagesspiegel-Bericht.

Die Haushaltslage verschärft die Problematik zusätzlich. Statt der dringend benötigten Investitionen in die Digitalisierung sind derzeit eher Einsparungen zu erwarten.

Pensionierungswelle verstärkt Druck

In den kommenden Jahren rollt eine Pensionierungswelle auf den öffentlichen Dienst zu. Nur mit deutlichen Fortschritten bei der Digitalisierung kann die Verwaltung arbeitsfähig bleiben und den Wegfall von Personal teilweise kompensieren. Dafür müsste das ITDZ jedoch leistungsfähig aufgestellt sein.

Gleichzeitig wären Behörden und Bezirke gefordert, eigene IT-Zuständigkeiten an zentrale Stellen abzugeben. Nur wenn Fachleute diese Aufgaben übernehmen, lässt sich die Qualität der digitalen Infrastruktur verbessern. Die dezentrale Struktur erwies sich als ineffizient.

Update vom 8. Dezember 2025, 12:45 Uhr

Wir haben aus dem Artikel Andeutungen über eine drohende Insolvenz des ITDZ entfernt. Eine solche ist aufgrund der Rechtsform nicht möglich.


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