Verwaltung: Dortmund beschließt Open Source für die Stadtverwaltung

Der Rat der Stadt Dortmund hat sich für den priorisierten Einsatz von Open Source Software in der Stadtverwaltung entschieden.

Artikel veröffentlicht am , Ulrich Bantle/Linux Magazin/
Dortmund setzt künftig auf Open Source.
Dortmund setzt künftig auf Open Source. (Bild: Bijan Yaghoubi, Bearbeitung: Lucas Kaufmann/CC-BY-SA 4.0)

Nachdem sich die Stadt München inzwischen wieder von der einstigen Vorreiterrolle beim Einsatz von Linux und freier Software verabschiedet hat und auf Microsoft-Software setzt, geht der Rat der Stadt Dortmund einen anderen Weg. Dort soll auf Verwaltungsebene künftig möglichst Open Source Software genutzt werden, wie es in dem Beschluss von vergangener Woche heißt, der nun online verfügbar ist. Zudem soll von der Verwaltung entwickelte oder zur Entwicklung beauftragte Software der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Für die Vergabepraxis der Stadt bedeute dies, dass die Verwaltung zukünftig für jeden proprietären Softwareeinsatz begründen muss, warum keine Open Source Software eingesetzt werden kann, teilt die Open Source Business Alliance (OSB Alliance) mit. Der Verband der Open Source Industrie in Deutschland hat den Prozess in Dortmund verfolgt und ist hoch erfreut über das Ergebnis. Auch die Free Software Foundation Europe (FSFE) zeigt sich erfreut über die Entscheidung und sieht ich in ihrer Kampagne Public Money? Public Code bestätigt.

Lokaler Einsatz für Open Source

Der Entschluss für Open Source Software in Dortmund ist laut OSB Alliance und FSFE maßgeblich dem Einsatz der Initiative Do-FOSS zu verdanken. Die Initiative habe viel Überzeugungsarbeit im Sinne der freien Software geleistet, teilt die OSB Alliance mit. Do-FOSS war von Beginn an in die Planung eingebunden.

Christian Nähle, Geschäftsführer von Do-FOSS, sieht in dem Beschluss eine Zeitenwende für die Art und Weise, wie der Einsatz von Software durch die Stadtverwaltung diskutiert und dargestellt werden muss. Damit hätten etwa Fachverfahren einen Startvorteil, wenn sie als Open Source angeboten werden.

Jetzt gelte es noch zu erörtern, wie man bestehende Herstellereinschlüsse aufbrechen könne. Dazu erarbeite die Do-FOSS derzeit gemeinsam mit der Stadt Dortmund Elemente für eine Digitalisierungsstrategie. Zudem sei eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant, die sich schwerpunktmäßig mit Freier Software für den öffentlichen Dienst befassen soll, sagte Nähle der OSB Alliance. Derzeit arbeite die Initiative auch mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt) und dem Deutschen Städtetag an einem Sonderbericht für Kommunen zu Digitaler Souveränität.

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Kommenta-Tor 05. Apr 2021

Wie schon in München wird hierbei unterschätzt, wieviel IT-Spezialisten man dafür...

Apollo13 04. Apr 2021

Und heute läuft es halt so, dass sich jede Stadtverwaltung ne andere, proprietäre Lösung...

ilovekuchen 03. Apr 2021

Die Funktion ist drin. Funktioniert aber nicht wirklich. Mit Adobe oder Microsoft kein...

Zeussi 02. Apr 2021

Also in Dortmund wäre neben München doch ein guter Standort für eine Zweigstelle x)



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