Verwaltung: Digitalminister Wildberger plant zentrale Bürger-App
Auf dem Govtech-Gipfel des Handelsblatts (Bezahlschranke)(öffnet im neuen Fenster) in Berlin hat Bundesdigitalminister Karsten Wildberger seine Pläne für eine bundesweite Bürger-App vorgestellt. Die Anwendung soll staatliche Dienstleistungen zentral auf dem Smartphone bündeln und damit einen einheitlichen digitalen Zugang zu Verwaltungsangeboten schaffen.
Konkret sollen Bürger darüber künftig Anträge einreichen, Termine vereinbaren oder sich online identifizieren können. Die Plattform wäre damit zentrale Anlaufstelle für digitale Behördengänge und würde unterschiedliche Leistungen in einer Oberfläche zusammenführen. "Das wird krass" , so der CDU-Politiker mit Blick auf das kommende Jahr.
Nach den Vorstellungen des Ministers könnte die App gemeinsam mit einer digitalen Brieftasche das Verhältnis zwischen Staat und Bürgerinnen und Bürgern grundlegend neu gestalten. In dieser sogenannten Wallet ließen sich Ausweisdokumente oder Führerscheindaten sicher auf dem Smartphone hinterlegen und bei Bedarf digital vorzeigen.
Nutzung soll freiwillig bleiben
Bereits im Juli 2025 umriss Wildberger ein entsprechendes technisches Grundkonzept . Digitale Bürgerleistungen sollen demnach cloudbasiert entwickelt und so bereitgestellt werden, dass sie von allen Kommunen genutzt werden können – "quasi wie ein App-Store" , formulierte es der Minister damals. Die nun angekündigte App würde als zentrales Zugangstor fungieren und Angebote von Bund, Ländern und Städten in einer Oberfläche bündeln.
Wie die Bürger-App heißen wird, ließ der CDU-Politiker offen. Weitere Details zur technischen Umsetzung will Wildberger im Juni oder Juli vorlegen. Zugleich betonte er, dass die Nutzung freiwillig bleiben solle. Analoge Wege würden weiterhin bestehen, während die App als zusätzliche Option gedacht sei. Es gehe nicht darum, staatliche Datensammlungen auszuweiten, sondern bestehende Abläufe komfortabler zu organisieren.
Mit dem Vorstoß reagiert das Ministerium auf die seit Jahren geäußerte Kritik an langsamen und uneinheitlichen Verwaltungsprozessen. Zwar hat der Bund seine priorisierten Dienste weitgehend digitalisiert, doch viele kommunale Leistungen sind laut einem aktuellen Vergleich weiterhin nur offline erreichbar.